02/08/2026
Gegen Gewalt an Frauen - (r)eine Feiertags-Symbolik?
Seit einigen Jahren gibt es im November unter dem Motto "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" weltweit und auch in Wien Aktivitäten, um das Ausmaß und die unterschiedlichen Ausprägungen von Gewalt gegen Frauen zu thematisieren und ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Gewalt gegen Frauen und Mädchen ein fundamentales Problem ist.
In Wien wird u.a. durch „orange Bänke" an öffentlichen Plätzen auf das Thema "Gewalt an Frauen“ aufmerksam gemacht.
Die KPÖ-Links Fraktion hat im Bezirksparlament Rudolfsheim-Fünhaus daher einen Antrag eingebracht, der die dauerhafte Aufstellung weiterer "oranger Bänke" einforderte.
In der Begründung wurde darauf verwiesen, dass "solche sichtbaren Zeichen" notwendig sind, "um das Bewusstsein für dieses gesellschaftliche Problem zu stärken und Solidarität mit Betroffenen zu zeigen."
Nun hat die MA 42 auf den mit breiter Mehrheit beschlossenen Antrag geantwortet. Wobei uns die Antwort, freundlich formuliert, verstört.
Die MA 42 schreibt (wir zitieren vollständig): ,, Bei der im Antrag angesprochen bestehenden orangen Bank handelte es sich um eine temporäre Aufstellung im Auer Welsbach Park während der Schwerpunktaktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ im Herbst 2025. Nach dem Aktionszeitraum wurde die Bank wieder entfernt.
Die langfriste Aufstellung von Bänken mit Botschaften ist seitens der Wiener Stadtgärten nicht vorgesehen. Parkbänke der Wiener Stadtgärten dienen Besucher*innen der Grün- und Parkanlagen zur Erholung und sind keine „Träger“ von Botschaften, auch wenn diese so wertvoll sind wie jene, die im Antrag beschrieben wurden.
Außerdem verwenden die Wiener Stadtgärten in den Parkanlagen standardisiertes Parkmobiliar, welches grundsätzlich die Bedürfnisse aller Parkbesucher*innen abdeckt und welches unter der Einhaltung des Bundesvergabegesetzes zentral beschaffen wird. Daher können, seitens der Wiener Stadtgärten, keine derartigen Bänke angeschafft und auf Flächen, welche die Wiener Stadtgärten verwalten, aufgestellt werden.“
Bleibt als Frage, ob in Wien die Verwaltung bzw. ein Sachbearbeiter, eine Sachbearbeiterin bestimmt, was wann wo Träger einer Botschaft sein soll und darf oder ob es sich da doch um politische Statements jenseits reiner Feiertags-Symbolik geht.
Und was es mit der Formulierung "standardisiertes Parkmobiliar, welches grundsätzlich die Bedürfnisse aller Parkbesucher*innen abdeckt" auf sich hat, kann nur vermutet werden. Wir hoffen, dass nicht gemeint ist, dass sich männliche Besucher von Parks womöglich belästigt fühlen, da Sie auf das Macho-Gehabe und den Gewaltwahnsinn von männlichen Artgenossen hingewiesen werden.
Bild: 2023: Hissen der Fahne " 16 Tage gegen Gewalt an Frauen" mit VBgmIn Kathrin Gaál, StR. Jürgen Czernohorszky und Polizeipräsident Gerhard Pürstl.
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