21/04/2026
Fasnacht hautnah: Ein Prinz zum Anfassen. Ein letzter Rückblick auf die Fasnacht 2026.
Die Andermatter Fasnacht lebt vom unkomplizierten Zusammenhalt im Dorf. Während der Prinz volksnah und pragmatisch durch die Festtage führt, verbindet das traditionelle Biräweggärennen Generationen und Kulturen.
Der Prinz Elvelinus fungiert während der närrischen Tage als der wichtigste Repräsentant der Fasnachtsgesellschaft. Zu seinen ausdrücklichen Pflichten gehört es, allen Hauptsponsoren sowie sämtlichen Restaurants im Dorf einen persönlichen Besuch abzustatten. Um das Amt für Kandidaten zugänglicher zu machen, hat der Verein pragmatische Wege eingeschlagen. Während man sich früher zwingend für fünf Jahre im Vorstand verpflichten musste, kann man heute Prinz werden, ohne diese jahrelange Pflicht eingehen zu müssen. Der abtretende Prinz steht seinem Nachfolger im Folgejahr zudem als Begleiter zur Seite. Für ein optisch einheitliches Bild auf der Strasse sorgen die Altprinzen: Sie alle treten zukünftig traditionell mit grauen Zylindern und einem roten Band auf.
Die Bodenständigkeit der Zunft zeigt sich auch in der unkomplizierten Vereinsarbeit über die närrischen Tage hinaus. Während früher traditionell die Trachtengruppe den Verkauf der Fasnachtsplaketten im Dorf übernahm, wird diese wichtige Aufgabe in der heutigen Zeit von den Schülern erledigt. Auch im Sommer wird die Geselligkeit gepflegt: Jeweils am Sonntag nach dem 15. August trifft sich der Verein zum gemütlichen «Elvelinus-Grill». Bei schönem Wetter findet dieser in der Unteralp statt, bei schlechtem Wetter weicht die Gesellschaft in das Clubhaus des Tennisclubs aus. Dort werden auch vereinsinterne Traditionen zelebriert, wie etwa die feierliche Übergabe der hölzernen «Pot-Glocke», die beispielsweise am 15. August 2021 von Alex Renner an Rolf Albertin weitergegeben wurde.
Wie tief verankert und volksnah die Elvelinus-Zunft ist, beweist zudem das traditionelle Biräweggärennen, das bereits seit den 1950er-Jahren durchgeführt wird. Mitten im Tristel, direkt gegenüber der Gemsstockbahn, folgten am Sonntag, 15. Februar 2026, wieder unzählige Familien der Einladung des Prinzen. Bei strahlendem Sonnenschein und lauter Partymusik traten Kinder bis sieben Jahre auf Skiern oder auf dem Schlitten an – Letztere oftmals gezogen von hoch motivierten Eltern. Der klassische Wettkampfgedanke rückt dabei völlig in den Hintergrund, denn bei diesem Volksrennen sind alle Teilnehmenden Gewinner.
Im Ziel empfing Prinz Elvelinus LXIII., in diesem Jahr René Zgraggen, zusammen mit seinem Narren und der Prinzessin die Kleinsten und belohnte jedes Kind persönlich mit einer der legendären Biräweggä. Der von Marcel Wenger professionell moderierte Anlass schlägt zudem wunderbare Brücken: Neben Einheimischen, die sich über drei Generationen hinweg an ihre eigenen Teilnahmen erinnern, mischten sich auch fremdsprachige Touristen unter die jubelnden Schlittenzieher und feierten ein unkompliziertes Stück lokaler Kultur mit.