05/09/2020
Am letzten Donnerstag, 3. September 2020 waren wir auf dem Lindenhof zu Gast.
Weiter unten findet ihr eine Zusammenfassung des Anlasses:
Am Donnerstag, 3. September 2020 widmete sich die CVP Mels an einem öffentlichen und gut besuchten Anlass der aktuellen Landwirtschaftspolitik. Der Anlass stiess insbesondere auch bei den Landwirten aus der Region auf grosses Interesse. Nach einer kurzen Begrüssung durch den Präsidenten der CVP Mels, Peter Schumacher sowie der Kandidierenden für die Gemeindewahlen in Mels führt Christoph Good die Besucher über den Lindenhof. Zusammen mit seiner Frau Julia betreibt er einen Gemüsebetrieb auf dem zeitweise rund 20 Mitarbeiter beschäftigt werden. Angeboten wird eine grosse Menge an Gemüsesorten, von Salaten, Tomaten, Kartoffeln, Zucchetti, Bohnen, Karotten bis zu Kohl und Lauch, welche direkt ab Hof bezogen werden können. Christoph erklärte wie die verschiedenen Pflanzungen aufeinander abgestimmt werden und welche Schwierigkeiten es bei der Schädlingsbekämpfung geben kann. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum beantworte er mit grossen Fachwissen. Als Wunsch an Bundesbern gab er an, dass wo immer möglich auf neue und unnötige Vorschriften, welche die tägliche Arbeit zusätzlich erschweren würden, verzichtet werde.
Dieses Votum nahm der CVP-Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbandes Markus Ritter im zweiten Teil des Abend gerne in sein Referat auf. Darin behandelte er dossiersicher und rhetorisch gewandt die anstehenden Initiativen aus dem politisch linken Lager, welche voraussichtlich im nächsten Jahr zur Abstimmung gelangen. Die Initiativen «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» würden dein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln praktisch verunmöglichen und gleichzeitig den Futtermittelhandel unter den Landwirten massiv einschränken. Für die Lebensmittel verarbeitenden Betriebe und die Konsumenten seien bei einer Annahme rund 20-40% höhere Preise sowie vermehrte Ernteausfälle zu befürchten. Die Initiativen «Gegen Massentierhaltung» will die bereits festgelegten Höchsttierbestände in der Schweiz massiv reduzieren, während Importe aus dem grenznahen Ausland mit Betrieben mit bis zu 100'000 Tieren weiterhin zulässig seien.
Anschliessend wandte sich Markus Ritter mit deutlichen Worten der sich derzeit in der parlamentarischen Beratung befindlichen Agrarpolitik 22+ (AP22+) zu. Diese Vorlage sei «abvereckt», so Ritter, man könne es nicht anders ausdrücken. Das Bundesamt für Landwirtschaft habe versagt. Als Beispiele nannte er die Umweltvorgaben, welche aufgrund von Zahlen aus dem Jahr 2013 festgelegt worden seien, obwohl bereits aktuellere Zahlen zur Verfügung gestanden hätten, sowie die von Bundesrätin Sommaruga angestrebte Düngemittelreduktion, welche eine Berechnung einer ausgeglichenen Nährstoffbilanz verunmöglichen würden. Nach weiteren Ausführungen zur vom Bundesrat angedachten Revision des Raumplanungsrechts, schloss Nationalrat Ritter sein Referat mit einigen Gedanken zur kommenden Abstimmung über das Jagdgesetz. Angesichts der wachsenden Raubtierpopulation sei es wichtig, am 27. September 2020 mit «JA» zu stimmen, damit die Nutztiere wirksam geschützt werden könnten.
Die aufmerksamen Besucher diskutierten danach noch lange an den Tischen. Unterdessen machte sich Markus Ritter bereits auf den Weg zur Manifestation des Bauernverbandes vor dem Bundeshaus, welche am 4. September 2020 stattfand.