02/06/2026
Als sich der Rhein am Mülisendli im Langenhag noch trennte und an zwei verschiedenen Orten (der Alte Rhein in Staad und der Vornächtige Rhein, so wie wir es kennen) in den See floss.
Bis 1845 war die Insel Mülisendli auf dem Bild von 1834 noch erhalten.
Bis Mitte des 16. Jhd. zweigte sich hier der Rheinlauf vom Hauptstrom ab, wurde zum Alten Rhein, der dann über das Bauriet, an der Rainstrasse, unterer Rain, hinterer Rain und an der Seglergasse vorbei floss.
Im Bützel, bei der Risegg machte der «Alte Rhein» kehrt und mündete bei Staad in den Bodensee.
Der Vornächtige und der Alte Rhein.
Von Dr. Bernhard Kobler, St.Gallen 1935
«In alten Zeiten mündete der Rhein unterhalb Rheineck, beim heutigen Mülisendli im Langenhag, mit zwei Armen in den Bodensee. Zwischen diesen beiden Flussarmen lag eine Insel.
Der Südlich Rheinarm floss von Rheineck weg durch das Bauriet am Fusse des Buchberges vorbei bis nach Buchen. Dort machte er einen Kehrt und wendete sich wieder dem Bauriet zu, wo er bei den Fuchslöchern vorbei sich gegen die Speck vor Staad hinzog und dort in den See einfloss.
Nach und nach verlandete dieser südliche Rheinarm und sein ganzes breites Bett wurde zu Sumpf und Riet, das man dann den alten Rhein nannte. Heute noch lässt sich dieser ehemalige südliche Rheinarm genau verfolgen. Jetzt noch heisst eine Strasse am hintern Buchberg Segelgasse, weil dort einst die Segelschiffe angebunden wurden, und bis vor Kurzem hiess bei der Altenrheiner Streuegant das Los Nr. 44 «der alte Rhein»
An der Stelle, wo der Rhein vor Buchen kehrte, steht auf einer Anhöhe das Schloss Ris-Egg, dessen Name ohne weiteres für sich spricht.»
Wann genau der Rhein nur noch an einer Stelle in See floss ist nicht genau überliefert, vielleicht änderte sich das bei Hochwasser stetig?
Es muss irgendwann zwischen 1530 und 1550 gewesen sein.
Joachim Vadian von St.Gallen berichtet 1522, dass der Rhein noch in 2 Armen in den See fliesst.: "Der Alte Rhein fliesst so langsam, dass man kaum erkennen kann in welche Richtung er strömt"
Auf der ca 1560 entstandenen Grosskarte der Schweiz von Aegidius Tschudi ist das Mülisendli schon als Insel eingezeichnet, bei der sich das Flussbett wieder vereinigt..
1554 wurde die Hinrichtungsstätte auf der Eggwiese an der Thalerstrasse auf Wunsch der Bürger von Landvogt Grüninger ins Bauriet an das linke Steinlibachufer verlegt, ergo existierte nur noch ein Flusslauf.
1609 wurde das Siechenhaus von der Buechstieggass in Thal an die "Landstrasse" (demnach gab es hier schon eine Strasse) ins Buriet verlegt, weil es dort für die Almosen günstiger gelegen war.