25/02/2026
Am 8. März stimmen wir über die Einführung der Individualbesteuerung ab. Was auf den ersten Blick wie eine faire Lösung zur Abschaffung der Heiratsstrafe wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Mogelpackung. Profitieren würden vor allem Doppelverdiener mit hohen Einkommen. Familien mit Kindern, Ehepaare mit nur einem Einkommen oder mit kleineren Löhnen geraten ins Hintertreffen.
Neu müssten verheiratete Paare statt einer gleich zwei Steuererklärungen ausfüllen, einreichen und von der Verwaltung bearbeiten lassen. Das bedeutet nicht nur doppelten Aufwand, sondern auch, dass das Vermögen aufgeteilt werden muss – was zu Konflikten führen kann. Auch Sozialbereiche wie Prämienverbilligungen oder Stipendien wären betroffen, da sie auf gemeinsamen Steuerdaten basieren.
Die Individualbesteuerung ist teuer, kompliziert und ungerecht. Sie zwingt alle Kantone und Gemeinden, ihre Steuergesetze erneut zu überarbeiten – obwohl viele wie der Kanton Schwyz bereits gerechte Lösungen mit dem Splittingmodell eingeführt haben, das die Heiratsstrafe deutlich mindert. Allein im Kanton Schwyz wären etwa 35 neue Vollzeitstellen nötig, um die rund 35’000 zusätzlichen Steuererklärungen zu bewältigen. Diese Kosten tragen am Ende wir Steuerzahler.
Die Befürworter argumentieren mit der Abschaffung der Heiratsstrafe. Doch das stimmt so nicht: Für viele Mittelstandsfamilien bringt die neue Regelung keine Vorteile, im Gegenteil – sie werden sogar stärker belastet. Die Ungerechtigkeit wird nur verlagert, nicht beseitigt. Statt einer echten Lösung erhalten wir ein bürokratisches Monster, das vor allem den Mittelstand und Familien trifft.
Lassen Sie sich nicht täuschen: Die Individualbesteuerung ist keine gerechte Steuerreform, sondern ein teures und kompliziertes Experiment auf dem Rücken der Familien und des Mittelstands. Wer für faire und gerechte Steuern ist, sagt am 8. März wie ich klar Nein zur Individualbesteuerung.
Setzen auch Sie ein Zeichen – für unsere Familien, für den Mittelstand und für ein gerechtes Steuersystem!
Claudia Rickenbacher, Kantonsrätin Die Mitte Reichenburg