14/11/2025
Heute, Freitag 14. November 2025, stehen die Baustellen in Zürich, der Zentral- und Ostschweiz still. Die Bauarbeiter:innen streiken für bessere Arbeit und ein besseres Leben. Genauer: Der Streiktag passiert im Kontext der Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag. Die Gewerkschaften der Bauarbeiter:innen (UNIA und SYNA) verhandeln mit dem Schweizer Baumeisterverband (SBV) über den sogenannten Landesmantelvertrag (LMV), da der bisherige auf Ende Jahr ausläuft. Der LMV regelt seit 1938 die Mindestanforderungen für die Arbeitsverträge im Bauhauptgewerbe wie Löhne, Arbeitszeiten, Pausen, aber auch Pensionsalter und Kündigungsschutz. Er wird periodisch neu verhandelt. Der aktuelle LMV ist eine der grössten Errungenschaften der Gewerkschaftsbewegung in der Schweiz - und die Arbeitskämpfe der Baubranche die bedeutendsten hierzulande. Aufgrund des hohen Organisierungsgrades (laut UNIA seien 7 von 10 Bauarbeiter:innen in der Gewerkschaft) und nicht zuletzt wohl aufgrund der konfrontativen Aktionen, wie der spektakulären Blockade des Baregg-Tunnels der Autobahn A1, erkämpften sich die Bauarbeitenden 2002 die Frühpensionierung mit 60 Jahren. Ohne Bauarbeiter:innen gäbe es keine Stadt, keine Häuser und keine Strassen. Die Arbeit ist hart - und verdient Respekt. Doch stattdessen arbeiten sie zu schlechten Löhnen elend lange Tage, meist im Freien - egal ob bei Eiseskälte oder Hitzewellen. Es ist schwere körperliche Arbeit, mit lautem Maschinenlärm und schädlichen Abgasen. Dazu steigen der Zeitdruck und Stress auf dem Bau. Ab einer gewissen Zeit im Beruf sind viele Bauarbeiter:innen mehrfach und schwer körperlich (oder psychisch) geschädigt. Die Unternehmen verlangen, dass mehr und immer schneller gebaut wird – mit weniger Bauarbeiter:innen. Dabei führt all das Bauen nicht dazu, dass mehr günstige Wohnungen entstehen. Stattdessen veranlasst die profitorientierte Immobilienbranche gerade den Abriss von Wohnhäusern mit tieferen Mieten und erstellt teurere und grössere Wohnungen, um die höchste Rendite zu erzielen. Die Vorgehensweise ist ökologisch und sozial verheerend. (weiter in Kommentaren)