16/06/2026
"Ich kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einfach so im Wald war."
Das fragte Markus gestern in die Runde – mitten im Wald, mit Laub unter den Schuhen und Vogelgezwitscher statt Mail-Benachrichtigungen.
Und ehrlich: Vielen von uns geht es genau so.
Dabei geht es um mehr als den Wald. Wir sind in unseren Gedanken kaum noch dort, wo wir gerade sind.
Eine Harvard-Studie zeigt: Wir verbringen fast die Hälfte unserer wachen Zeit mit den Gedanken woanders – in der Vergangenheit, in der Zukunft, überall, nur nicht im Hier und Jetzt.
Gestern war ich mit dem Team von insieme Zürich im Wald. Als Waldachtsamkeits-Trainer durfte ich die Gruppe zwei Stunden lang nicht mit Kopf sondern über ihre Sinne durch den Wald begleiten.
Eintauchen – ankommen, durchatmen, den Kopf langsam leiser werden lassen.
Vertrauen – uns gegenseitig stützen, wo der Weg uneben wurde.
Neue Perspektiven – die vertraute Welt durch einen anderen Blickwinkel sehen.
Geniessen – einfach da sein. Ohne Ziel, ohne To-do-Liste.
Was im Wald passiert, ist kein Eso-Zauber, sondern messbar:
Der Cortisolspiegel sinkt, das Immunsystem wird gestärkt, das Wohlbefinden steigt. Das Schönste daran – es braucht kein Ziel. Genau dieses „ziellose" Verweilen ist das Wertvolle.
Wie viel sich verändert, wenn man der Natur nur ein bisschen Zeit schenkt.
Und du – wann warst du das letzte Mal einfach so im Wald?