23/12/2024
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Bayerisches Rotes Kreuz Bereitschaft Hörstein
Ringmauerstraße
Alzenau
63755
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Im April 1908 wurde der zweite Zug der Sanitätskolonne Alzenau und Umgebung gegründet. Ihm schlossen sich Mitglieder aus Hörstein und Wasserlos an. Organisatorische Richtlinien und unumstößliche Bedingungen der bayerischen Sanitätskolonnen waren bereits 1906 festgelegt worden, so beispielsweise im Kriegsfall das notwendige Personal für Transport und Begleitdienst bei Kranken und Verwundeten zu stellen. Für alle Mitglieder gab es theoretischen und praktischen Unterricht; zudem musste der Rettungsdienst im Heimatbezirk in vollem Umfang übernommen werden. Leider sind, wie bei vielen anderen Organisationen, für die Zeit während des Dritten Reiches und davor keine Aufzeichnungen über das Vereinsleben mehr vorhanden. So gibt es lediglich einige Eintragungen im Beratungsbuch des Marktes Hörstein. In den Kriegsjahren wusste der Staat jedoch genau, dass das Sanitätswesen gut organisiert war. Der erste Hörsteiner Kolonnenführer hieß Alfred Adrian, dem nach beachtlichen 32 Jahren Kasimir Wissel folgte. Anschließend stand Heinrich Stolzenberger zwölf Jahre an der Spitze der Kolonne. An die Amtszeit von Kolonnenführer Holger Hegermark erinnert ein Antrag vom 13. April 1964 an die Marktgemeinde Hörstein auf Materialbeschaffung. Im Jahr 1970 gründete sich nach kurzer Zeit der Auflösung eine RK-Gemeinschaft als Abteilung der Kolonne Alzenau unter dem damaligen Kolonnenführer Franz Thoma. 1973 rief Rudi Neumeier eine Rotkreuz-Gruppe ins Leben, die er bis 1977 leitete. Von den Frauen wurde als erste Leiterin Erna Vogelwaid bestellt, die dieses Amt ebenfalls vier Jahre innehatte und heute noch Mitglied der BRK-Bereitschaft Hörstein ist. Anschließend wurden gewählt: Kolonnenführer Hans Reinisch, Frauenbereitschaftsleiterin Katharina Walter und Jugendleiter Joachim Kemmerer. Nachdem das 75-jährige Bestehen 1983 gefeiert worden war, wurde ein Jahr später die von der Stadt Alzenau errichtete und dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellte Garage neben der Schulturnhalle in der Ringmauerstraße bezogen. So konnte das 1977 in Eigenleistung umgebaute Zugfahrzeug vom Typ Hanomag dort untergestellt werden, darüber hinaus noch zwei Feldkochherde (Gulaschkanonen), ein Krankentransportwagen samt Katastrophenschutz-Anhänger. Diese Fahrzeuge und Geräte werden für den Einsatz in der Schnelleinsatzgruppe Nord, bestehend aus den Bereitschaften Alzenau, Großwelzheim, Kahl, Kleinostheim und Hörstein benötigt. Erwähnenswert ist hier auch der Großbrand in den 90er Jahren auf dem Gelände der Firma Cup in Alzenau, der Einsatz dauerte über eine Woche. So konnte nach der Inbetriebnahme des K-Anhängers, der auch in Eigenleistung erstellt wurde, ein Feldkochherd in Empfang genommen werden. Hier wurden größere Einsätze gefahren, so beispielsweise vor einigen Jahren für den Radfahrverein Mömbris beim “Spessart-Rhön-Radmarathon” (dreimal jeweils 1.000 Portionen). Solche Einsätze sind nur mit der RK-eigenen Gulaschkanone möglich. Im Jahr 1987 konnte die Vereinsfahne im Rahmen eines Festes gesegnet werden. 1991 übernahm Stefan Hain das Amt des Bereitschaftsleiters und wurde durch seinen Stellvertreter Alexander Stumpf unterstützt. Über 18 Jahre wurden die Geschicke der Bereitschaft gelenkt. Dem folgten Heiko Witthaut als Bereitschaftsleiter und Oliver Roth als Stellvertreter. Beide haben ihr Amt seit 2009 inne.
Im Oktober 1992 wurde ein Krankentransportwagen 4 in Dienst gestellt, gefördert von Freistaat Bayern, Landkreis und dem Bayerischen Roten Kreuz. Seit 2006 besitzt die RK-Bereitschaft auch einen Betreuungs-LKW (7,5 Tonnen). Als “Hochwasser-Helden” waren Mitglieder der Alzenauer Rotkreuz-Gemeinschaft, darunter sechs Hörsteiner, im August 2002 in Sachsen im Einsatz. Trauriger Anlass: die überflutete Elbe. mit ihren Fahrzeugen halfen sie in der Region um Dresden bei der Evakuierung von Hochwasseropfern. lautete im Jahr 2005 der Einsatzbefehl von Landesverband Bayern und DRK-Generalsekretariat: 40 Sanitäter aus den Kreisverbänden Aschaffenburg und Miltenberg rückten mit zwölf Fahrzeugen im Konvoi zum Weltjugendtag nach Köln aus. Am Bahnhof Horrem in Kerpen war ein Behandlungsplatz einzurichten, um dort die heimkehrenden Pilger medizinisch zu versorgen, etwa 50 mal wurde Hilfe geleistet. Der Helfer vor Ort: Noch eine Aktivität soll nicht unerwähnt bleiben. Der Helfer vor Ort, kurz HVO genannt. Seit der Genehmigung durch den Rettungszweckverband im Jahr 2003 gibt es den HVO in Hörstein. Dieser überbrückt die Zeit zwischen Alarmierung und Eintreffen des Rettungsdienstes, wenn dieser beispielsweise von Aschaffenburg kommt. Dazu steht ein separates Fahrzeug, ein ehemaliges Notarzteinsatzfahrzeug, zur Verfügung. Etwa 25 Helfer haben die geforderte Ausbildung, um zum Beispiel den Defibrillator bedienen zu können. Auch in der Jugendarbeit hat sich in all den Jahren viel getan. So fährt man seit über 40 Jahren regelmäßig ins Zeltlager und bietet in einer Jugendgruppe sinnvolle Freizeitbeschäftigung an.
Im August 2019 war die Bereitschaft Hörstein beim verheerenden Sturm im Einsatz und konnte so zur Verpflegung der Helfer beitragen. 2020 ist bereits jetzt durch die Corona-Krise geprägt. Die BRK-Gruppe aus Hörstein unterstützt die Teststation in der Räuschberghalle.