Ehemalige Fraktion in der Büdinger Stadtverordnetenversammlung 2021-2026

Ehemalige Fraktion in der Büdinger Stadtverordnetenversammlung 2021-2026 Analysen und Kommentare zur Politik in Büdingen. Informationen zur lokalen Politik.

Büdingen blüht abDie Diskussion um Bäume und Parkplätze in der Bahnhofstraße nimmt skurrile Züge an.  Da manche sich bei...
26/08/2026

Büdingen blüht ab

Die Diskussion um Bäume und Parkplätze in der Bahnhofstraße nimmt skurrile Züge an. Da manche sich beim Einparken in der Bahnhofstraße schwer tun. sollten die Granitsteine der Baumumfassung ursprünglich nicht abgesenkt, sondern vielmehr abgeschnitten werden. Das Ergebnis dieser völlig verunglückten Aktion ist der Tod vieler Bäume. Es war ein abstruser Gedanke gewesen, die Bäume tiefer zu legen und in Beton zu setzen. Einen derartigen Schwachsinn hätte der Büdinger Bauhof nicht geschafft.

Es hilft auch nichts, nur neue Bäume zu pflanzen. Das wäre nichts außer eine weitere organisierte Misshandlung. Genug Platz, Licht und Luft müssen sein. Anders geht es nicht. Wenn dadurch zwei Parkplätze entfallen, ist das eben so. Eine Alternative wäre eine 1 m hohe Stahlummantelung, um die Bäume vor unfähigen Autofahrern zu schützen.

Wie wenig Bedeutung Bäume in Büdingen haben, sieht man auch auf der gegenüberliegenden Seite, siehe Foto.

24/08/2026

Regengarten statt Kakteenhain: Büdingens Gartenschau läuft an der Realität vorbei

Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 gab es in Deutschland noch nie so viele Hitze- und Wüstentage wie in diesem Sommer. Ausgerechnet jetzt setzt Büdingen zur Landesgartenschau auf das Thema Regengärten. Das grenzt an schwarzen Humor und geht an künftigen klimatischen Realitäten völlig vorbei – ein Kakteenhain wäre treffender gewesen.

Ähnlich fragwürdig präsentiert sich der Hochwasserschutz: Das Areal des Bonsai-Parks ist ein ausgewiesener Retentionsraum. Wenn nun manche dafür das Modewort „Schwammstadt“ bemühen, ist das eine hochtrabende Beschönigung. Unter Hochwassergesichtspunkten war der ursprüngliche Zustand weitaus sinnvoller – eine bloße Kuhle im Gelände auszuheben, hat mit einem durchdachten Schwammstadt-Konzept nichts zu tun.

19/08/2026

Sozialpolitischer Verrat: Wie die Hessen-Koalition die Schwächsten opfert

Der Beschluss der schwarz-roten Landesregierung, die hessischen Sprach-Kitas abzuwickeln, ist kein „Paradigmenwechsel“. Es ist ein bildungspolitischer Offenbarungseid und ein zynischer Verrat an den verletzlichsten Mitgliedern unserer Gesellschaft.

Besonders schäbig ist dabei die Rolle der SPD. Wer sich gestern noch auf Marktplätzen als Schutzpatron der Sprach-Kitas aufspielte und der Vorgängerregierung lautstark die Leviten las, vollzieht nun als Regierungspartei den kalten Kahlschlag. Dass ausgerechnet eine SPD-geführte Sozialbehörde 500 spezialisierten Sprachförderkräften den Stuhl vor die Tür setzt, ist an Heuchelei kaum zu überbieten. Die sozialdemokratische Maske ist gefallen; dahinter zeigt sich die unbarmherzige Fr**ze profaner Sparpolitik.

Den Wegfall dieser überlebenswichtigen Strukturen nun als Erfolg und „flächendeckende“ Lösung verkaufen zu wollen, grenzt an Wählerverhöhnung. Die geplante Erhöhung der Betriebskostenpauschale ist ein durchsichtiger Etikettenschwindel. Jeder, der auch nur einen Tag in der pädagogischen Praxis verbracht hat, weiß: Das Gießkannenprinzip hilft denen am wenigsten, die den größten Durst haben. Ein übergeordnetes „Kompetenzzentrum“ tröstet kein einziges Kind, das in einer Brennpunkt-Kita ohne die dringend benötigte individuelle Zuwendung zurückbleibt. Papierne Konzepte ersetzen keine Menschen aus Fleisch und Blut an der Basis.

Ungleiches muss ungleich behandelt werden – das ist das kleine Einmaleins der Gerechtigkeit. Wer ausgerechnet dort den Rotstift ansetzt, wo Kinder ohnehin schon mit massiven Startnachteilen kämpfen, betreibt Politik auf dem Rücken derer, die sich nicht wehren können. Diese Entscheidung ist kein bloßer Einschnitt. Sie ist ein unentschuldbares Armutszeugnis, dessen gesellschaftliche Zeche wir in den kommenden Jahren noch bitter bezahlen werden.

18/08/2026
12/08/2026

Gedenktafel vor der Synagoge: Was nicht umgesetzt wird, wird einfach neu beantragt

Bereits im September 2022 beantragten Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und Pro Vernunft gemeinsam eine Gedenktafel vor der ehemaligen Synagoge in der Mühltorstraße 12. Sie sollte an die Synagoge und die jüdische Schulen und damit einen wichtigen Ort jüdischen Lebens in Büdingen sichtbar machen.

Der Antrag stand am 29. September 2022 im zuständigen Ausschuss für Jugend, Kultur und Soziales zur Beratung. Bemerkenswert: Noch am 1. Februar 2024, rund eineinhalb Jahre später, tauchte derselbe Antrag erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses auf. Nur die Gedenktafel selbst tauchte bis heute nicht auf.

Nun haben mehrere Fraktionen erneut einen Antrag zur Anbringung einer solchen Tafel gestellt. Das ist kommunalpolitisch durchaus bemerkenswert: Was 2022 beantragt, 2024 wieder aufgerufen und bis 2026 nicht umgesetzt wurde, wird kurzerhand noch einmal beantragt.

Vielleicht ist das die neue Büdinger Form der Beschleunigung: Statt nachzufragen, warum ein bestehender Antrag jahrelang liegen bleibt, stellt man ihn einfach noch einmal.

Bei aller Ironie ist der Anlass ernst. Die ehemalige Synagoge ist ein zentraler Ort jüdischer Geschichte in Büdingen. Eine würdige Informationstafel ist seit Jahren überfällig.

Es wäre deshalb zu wünschen, dass der neue Antrag diesmal nicht wieder nur den Weg in Ausschüsse und Aktenordner findet, sondern endlich auch den kurzen Weg bis vor die ehemalige Synagoge.

Tja . .
01/08/2026

Tja . .

In dubio pro DenkmalSeit Jahrhunderten spannt sich der alte Lohsteg aus Stein über das Wasser. Er ist ein stummer Zeuge ...
01/08/2026

In dubio pro Denkmal

Seit Jahrhunderten spannt sich der alte Lohsteg aus Stein über das Wasser. Er ist ein stummer Zeuge unzähliger Generationen, die ihn täglich und sicher überquert haben. Über all diese Jahrhunderte hinweg stand die niedrige Bauweise seiner Brüstung nicht ein einziges Mal infrage. Sie galt unseren Vorfahren niemals als fehlerhafter Makel, den es zwingend zu korrigieren galt, sondern entsprach schlicht der architektonischen und gesellschaftlichen Realität ihrer Epoche. Man bewegte sich mit Achtsamkeit durch die Welt – der eigene, wache Blick und ein gesundes Maß an Vorsicht waren der beste Schutz.

Heute jedoch, da der alte Steg baustellenbedingt als Umleitung für den Schulweg dient, trifft ihn mit voller Wucht der Zeitgeist unserer modernen Vollkaskomentalität. Aus der Sorge um die Kinder – die unbestritten unser höchstes Gut sind und Sensibilität erfordern – wird das historische Bauwerk kurzerhand mit massiven Absperrungen optisch verschandelt. Es drängt sich der Eindruck auf, als hätten wir das Vertrauen in die grundlegendsten menschlichen Fähigkeiten gänzlich verloren.

Darf oder muss ein Denkmal wirklich um jeden ästhetischen Preis den neuesten DIN-Normen und den absoluten Sicherheitsbedürfnissen einer überbehüteten Gesellschaft angepasst werden? Die klare Antwort lautet: Nein. Ein historisches Bauwerk ist kein beliebig formbares Requisit der Gegenwart, das wir nach Gutdünken zurechtstutzen dürfen. Es ist ein manifestiertes Stück Geschichte und besitzt das eindeutige Recht, genau so auszusehen, wie es seiner historischen Bauart entspricht.
Wenn wir beginnen, jede historische Ecke und Kante aus Angst vor potenziellen Risiken mit modernen Schutzwällen auszukleiden, berauben wir unsere Denkmäler ihrer Seele und ihrer architektonischen Wahrhaftigkeit. Wir müssen als Gesellschaft wieder den Mut aufbringen, Eigenverantwortung einzufordern. Anstatt unsere Geschichte hinter normgerechten Gittern zu verstecken und eine trügerische Sicherheit zu suggerieren, sollten wir unseren Kindern lieber wieder beibringen, wie man sich mit offenen Augen, gesundem Menschenverstand und der nötigen Vorsicht in der realen Welt bewegt.

Nicht das Denkmal muss sich unseren Ängsten anpassen, wir müssen lernen, seiner historischen Gestalt wieder mit Respekt zu begegnen. In dubio pro Denkmal!

Foto Roland Schlick

15/07/2026

Die Rückkehr zur staatlichen Geheimniskrämerei

Es zeugt von bemerkenswerter politischer Chuzpe, wenn CDU und SPD die massive Beschneidung unserer Informationsfreiheit als bloßen "Bürokratieabbau" tarnen. Die geplante Neufassung des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) ist kein administratives Feintuning, sondern ein handfester demokratischer Rückfall in obrigkeitsstaatliches Denken.

Das historische Prinzip des IFG – Transparenz ist die Regel, Geheimhaltung die ausnahmebedürftige Ausnahme – wird faktisch umgekehrt. Die durchgesickerten Pläne sind ein gezielter Angriff auf die zivilgesellschaftliche Kontrolle:

Ausschluss von NGOs:
Wenn künftig nur noch Privatpersonen anfragen dürfen, wird zivilgesellschaftlichen Organisationen und Rechercheverbünden ihr wichtigstes Werkzeug entzogen.

Begründungszwang
Die Wiedereinführung des "berechtigten Interesses" macht aus einem demokratischen Grundrecht eine behördliche Ermessenssache.

Kostenexplosion:
Horrende Gebühren machen Transparenz zu einem elitären Luxusgut und schrecken normale Bürger ab.

Die von der Regierung vorgeschobenen Argumente – Überlastung der Verwaltung und Sicherheitsbedenken – sind reine Nebelkerzen. Für sensible Daten gibt es längst weitreichende Ausnahmeregelungen.

Das wahre Motiv liegt auf der Hand: In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche politische Skandale – von Maskendeals bis hin zu fragwürdigen Lobby-Verstrickungen – erst durch hartnäckige IFG-Anfragen aufgedeckt. Dass jene politischen Kreise, die durch Transparenz in Bedrängnis gerieten, das Gesetz nun entkernen wollen, ist durchschaubar. Besonders für die SPD ist die Demontage dieses einst rot-grünen Vorzeigeprojekts ein historisches Armutszeugnis. In Zeiten wachsender Politikverdrossenheit ist staatliche Transparenz die härteste Währung der Demokratie; wer sie abschafft, sät aktiv Misstrauen.

13/07/2026

Das goldene Schotter-Filet von Büdingen
Man muss der neuen Koalition aus CDU und FWG im Büdinger Rathaus eines lassen: Sie verstehen es, echte Meilensteine zu setzen. Ein „Impuls“ für die Innenstadt soll es werden, ein waschechter „Mobilitätsknotenpunkt“, wie das Papier der Koalition verheißungsvoll flötet. Klingt nach Zukunft, nach Metropole, nach der großen weiten Welt. In der Büdinger Realität ist es dann aber doch nur: ein Schotterplatz. Für fast eine Million Euro.
Wenn man die rund 892.500 Euro Gesamtkosten auf die 40 geplanten Stellplätze umlegt, kostet ein einziger neuer Parkplatz schlappe 22.300 Euro. Die unfassbaren Kosten stehen jedenfalls in absolut keinem Verhältnis zu den erhofften Vorteilen. Aber hey, wer braucht schon eine sanierte Brücke in Rinderbügen, wenn man in der Kernstadt sein Auto standesgemäß auf einem städtischen Premium-Schotterbett abstellen kann?
Das Timing dieses Geniestreichs spricht derweil Bände. In neun Monaten, im April 2027, öffnet die Landesgartenschau ihre Tore. Und plötzlich – welch Blitzgedanke! – fällt manchen im Rathaus auf, dass die erwarteten Gäste ihre Fahrzeuge vielleicht nicht einfach am Stadtrand in Luft auflösen können. Dass man das Parkplatzproblem erst neun Monate vor der Eröffnung mit einer panischen Kaufaktion angeht, entbehrt nicht einer gewissen Tragikomik. Vom ominösen Shuttle-Betrieb, der eigentlich von zentraler, geradezu überlebenswichtiger Bedeutung für eine funktionierende LGS wäre, redet merkwürdigerweise kaum noch jemand.
Dabei bräuchte es für die Lenkung der LGS-Touristen zu diesem hochmodernen „Mobilitätsknoten“ zwingend ein funktionierendes digitales Verkehrsleitsystem. Ohne ein solches wird niemand das versteckte Millionen-Filetstück finden. Doch seien wir ehrlich: Die Wahrscheinlichkeit, dass ein solches System pünktlich zur LGS installiert, geschweige denn fehlerfrei nutzbar sein wird, geht in unserer schönen Stadt verlässlich gegen null. Bis die Schilder digital blinken, ist die Gartenschau längst verblüht.
Der absolute Treppenwitz dieser städtebaulichen Meisterleistung offenbart sich jedoch erst am Schluss, wenn man sich die reale Belegung der Fläche vor Augen führt. 40 Plätze sollen es werden. Ein Segen für den Einzelhandel? Von wegen. Die neuen Parkplätze werden nämlich zielsicher von der neuen Gastronomie der SG Büdingen aufgefressen werden. Um überhaupt an den Start gehen zu dürfen, benötigt diese bekanntermaßen mindestens 20 Stellplätze.
Damit ist die Hälfte des sündhaft teuren Areals quasi schon exklusiv für Schnitzel- und Bierkonsumenten des Vereins reserviert. Die Schildbürger, man muss es der Opposition an dieser Stelle lassen, hätten es wirklich nicht schöner planen können.

Den Artikel der zuständigeb Forschungsministerin lesen Sie im SPIEGEL vom 1.6.2026
01/06/2026

Den Artikel der zuständigeb Forschungsministerin lesen Sie im SPIEGEL vom 1.6.2026

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