30/08/2026
Wochenendschulung 2026 – Großschadenslage Hochwasser
Einmal im Jahr führen die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Bad Düben ihre gemeinsame Wochenendschulung durch. In diesem Jahr fand diese jedoch in einer ganz besonderen Form statt: Gemeinsam mit der Stadtverwaltung Bad Düben wurde eine umfangreiche Großschadenslage geübt.
Die Übung begann dabei nicht erst am Samstag. Bereits Anfang der Woche wurden die ersten Einspieler an die Beteiligten gegeben. Ab Donnerstag konkretisierte sich die angenommene Lage zunehmend für den Verwaltungsstab der Stadt sowie die Führungskräfte der Feuerwehr. Das Übungsszenario entwickelte sich zu einer schweren Hochwasserlage der Mulde, bei der für den Pegel Bad Düben im weiteren Verlauf ein Wasserstand von mehr als 8,50 Metern erwartet wurde.
Am Freitag um 08:00 Uhr nahm schließlich der Verwaltungsstab der Stadt Bad Düben seine Arbeit auf. Ein Verbandsführer der Feuerwehr unterstützte den Verwaltungsstab als externes Mitglied und stellte die Verbindung zu den Belangen der Feuerwehr und Gefahrenabwehr sicher.
Am Freitagnachmittag kamen anschließend die Führungskräfte aller drei Stadtteilfeuerwehren Bad Düben, Schnaditz und Tiefensee zusammen. Nach der Einweisung in die aktuelle Lage wurden erste Planungen und Maßnahmen zur Bewältigung der angenommenen Hochwasserlage erarbeitet. Gleichzeitig wurde die Führungsgruppe der Feuerwehr gebildet und nahm ihre Arbeit auf.
Am Samstag wurde es dann für alle ernst – natürlich weiterhin nur im Rahmen der Übung.
Mit dem Zusammentreffen aller Kameradinnen und Kameraden begann der praktische Teil der Wochenendschulung. Im Laufe des Tages mussten mehrere Einsatzstellen parallel abgearbeitet werden. Dabei wurden sowohl hochwasserbedingte Einsatzlagen als auch Einsatzszenarien aus dem alltäglichen Feuerwehrdienst eingespielt.
Unter anderem galt es:
🔹 ein mobiles Dammsystem aufzubauen,
🔹 eine Türöffnung durchzuführen,
🔹 eine unter einem Pflug eingeklemmte Person zu retten,
🔹 verletzte Kinder aus einem technischen Gerät zu befreien,
🔹 einen Kellerbrand mit mehreren vermissten Personen zu bewältigen sowie
🔹 zahlreiche weitere Lageentwicklungen durch die Führungsgruppe der Feuerwehr und den Verwaltungsstab der Stadt zu bearbeiten.
Doch damit nicht genug: Im weiteren Übungsverlauf kam es zusätzlich zu einem angenommenen flächendeckenden Stromausfall. Damit rückte auch die Notstromversorgung wichtiger Einrichtungen und der eigenen Führungs- und Einsatzstrukturen in den Mittelpunkt. Es galt zu prüfen, welche Bereiche weiterhin versorgt werden müssen, welche technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen und wie die Handlungsfähigkeit auch bei einem länger andauernden Stromausfall aufrechterhalten werden kann.
Damit wurde nicht nur die praktische Arbeit an den einzelnen Einsatzstellen geübt. Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der Führung und Koordinierung einer länger andauernden Großschadenslage: Lageführung, Kräfteplanung, Prioritätensetzung, Kommunikation, Logistik und die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Stadtverwaltung mussten fortlaufend an die Entwicklung der Übungslage angepasst werden.
Auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit war Bestandteil der Übung. Im Rahmen einer fiktiven Pressekonferenz musste die aktuelle Lage verständlich zusammengefasst und über getroffene sowie geplante Maßnahmen informiert werden. Denn gerade bei einer Großschadenslage ist neben der eigentlichen Gefahrenabwehr auch eine abgestimmte und verlässliche Information der Öffentlichkeit von großer Bedeutung.
Eine solche Übung funktioniert nur gemeinsam.
Unser Dank gilt zunächst allen Kameradinnen und Kameraden der drei Stadtteilfeuerwehren für ihre engagierte und realitätsnahe Mitwirkung und die Bereitschaft, sich auf dieses umfangreiche Übungsszenario einzulassen.
Ein ganz besonderer Dank gilt unserer Übungsleitung. Hinter einer solchen Wochenendschulung steckt deutlich mehr Arbeit, als an den eigentlichen Übungstagen sichtbar wird. Ein kleiner Kreis aus nur einer Handvoll Kameraden hat die Übung über viele Monate hinweg vorbereitet. In zahlreichen gemeinsamen Stunden wurden Szenarien entwickelt, Einsatzstellen geplant, Einspieler vorbereitet, Abläufe abgestimmt und immer wieder neue Details ausgearbeitet. Mit viel Zeit, Ideenreichtum und persönlichem Engagement haben sie letztlich dafür gesorgt, dass eine Übung dieser Größenordnung überhaupt möglich wurde.
Ein ebenso großes Dankeschön geht an die zahlreichen Bad Dübener Unternehmen und Einzelpersonen, die uns unterstützt haben. Einige wirkten unmittelbar an den Einsatzstellen mit, stellten Technik und Gerät zur Verfügung oder sorgten durch telefonische Einspieler dafür, dass unsere Führungsgruppe immer wieder vor neue Aufgaben gestellt wurde.
Nicht zuletzt bedanken wir uns bei den Mitgliedern des Verwaltungsstabes der Stadt Bad Düben und unserer Bürgermeisterin für die intensive Zusammenarbeit und die gemeinsame Durchführung dieser besonderen Wochenendschulung.
Die Übung hat gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur einzelne Einsatzszenarien zu trainieren, sondern auch die Zusammenarbeit und Führungsstrukturen für eine komplexe und länger andauernde Großschadenslage gemeinsam vorzubereiten.