25/03/2026
Das DRK in Person – heute:
Ottmar Gregorius – „SAR-Otti“
Eine Legende des Ehrenamts
Manche Menschen engagieren sich.
Andere prägen eine Gemeinschaft für Generationen.
Und dann gibt es Menschen wie Ottmar Gregorius – besser bekannt als „SAR-Otti“. Ein Name, der im Rhein-Lahn-Kreis, im Deutschen Roten Kreuz und weit darüber hinaus für Einsatzbereitschaft, Kameradschaft und unermüdliches Engagement steht. Wer ihn kennt, weiß: Wenn Hilfe gebraucht wird, ist Otti da.
Sein Weg begann 1970 mit dem Ende der Schulzeit und einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Doch schon früh zeigte sich, dass sein Herz für mehr schlug als nur für Technik – nämlich für Menschen. Bereits 1973 trat er dem DRK-Ortsverein Miehlen bei. Ein Schritt, der nicht nur sein eigenes Leben prägen sollte, sondern auch das vieler anderer.
Seit 1980 wird er von allen nur noch „Otti“ genannt – ein Spitzname, der für Kameradschaft, Verlässlichkeit und Zusammenhalt steht. Im engen Freundes- und Bekanntenkreis gibt es sogar ein eigenes „Otti-Lied“ – ein kleines, aber besonderes Zeichen dafür, welchen Eindruck er bei den Menschen hinterlassen hat.
Der Name „SAR-Otti“ ist seit 1985 bekannt. Er entstand durch seinen engen und kameradschaftlichen Kontakt zur Besatzung des damaligen SAR 73 Rettungshubschraubers. Auch hier zeigte sich: Otti war nicht nur Teil eines Teams – er war jemand, der Verbindungen schuf und lebte.
1975 begann seine hauptamtliche Tätigkeit im Rettungsdienst des DRK-Kreisverbandes Koblenz-Stadt als Rettungssanitäter. Von diesem Moment an wurde der Rettungsdienst zu seiner Berufung. Mit großem Engagement, stetiger Weiterbildung und einem außergewöhnlichen Verantwortungsgefühl entwickelte sich Ottmar Gregorius zu einer festen Größe im Katastrophenschutz und im Rettungswesen.
Ein besonders wichtiger Meilenstein war 1984, als er in Mainz die Ausbildung zum Führen einer Rettungsleitstelle absolvierte. Diese Ausbildung war alles andere als einfach. Sie verlangte höchste Konzentration, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, auch in schwierigsten Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Denn in einer Leitstelle werden Entscheidungen getroffen, die über Minuten – manchmal sogar über Leben und Tod – entscheiden können.
Zwischen 1979 und 1997 führte er als 1. Vorsitzender den DRK-Ortsverein Miehlen. In dieser Zeit baute er Strukturen auf, motivierte Menschen zum Mitmachen und prägte das Vereinsleben nachhaltig. Auch die Blutspende in Miehlen, deren Mitgründer er war, ist ein beeindruckendes Beispiel seines Wirkens – eine Tradition, die mittlerweile seit über 54 Jahren besteht und unzähligen Menschen das Leben gerettet hat.
Sein Weg im Rettungsdienst führte ihn durch zahlreiche Ausbildungen und verantwortungsvolle Aufgaben: vom Rettungsassistenten über Funktionen im Führungsdienst bis hin zum Kreisbereitschaftsführer. Er bildete sich kontinuierlich weiter – etwa in Leitstellenarbeit, Einsatzführung oder Großschadenslagen – und übernahm Verantwortung, wo andere zögerten.
Von 1991 bis 1992 übernahm er für acht Monate die Aufgabe als Leiter des Rettungsdienstes im Rhein-Lahn-Kreis. In dieser Zeit trug er eine enorme Verantwortung für Organisation, Einsätze und die Sicherheit der Bevölkerung.
Doch wer so lange im Rettungsdienst tätig ist, erlebt nicht nur Erfolgsgeschichten. Ottmar Gregorius hat in seinem Dienst viele schwere und belastende Einsätze erlebt. Situationen, die kaum jemand sehen möchte – und doch notwendig sind, damit anderen geholfen werden kann. Manche dieser Einsätze bleiben für immer im Kopf. Bilder, die man nicht vergisst. Erinnerungen, die zeigen, welche enorme seelische Stärke Menschen im Rettungsdienst aufbringen müssen.
Gerade dafür verdient er größten Respekt.
Auch bei großen Schadenslagen war auf ihn Verlass – so war er auch im Ahrtal im Einsatz, um dort Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten gebraucht wurde. Ein weiterer Beweis für seinen unermüdlichen Einsatz für andere.
Auch international zeigte er Engagement. 1991 nahm er an einem Hilfseinsatz in Wolgograd in Russland teil und begleitete über viele Jahre hinweg Hilfstransporte nach Königsberg. Hilfe zu leisten, wo sie gebraucht wird – für Otti war das nie nur ein Satz, sondern gelebte Realität.
Im Rhein-Lahn-Kreis engagierte er sich zudem als ehrenamtlicher Notfallseelsorger – ein Dienst, der besonders viel Einfühlungsvermögen und Stärke verlangt. Dort war er für Menschen da, wenn Worte oft schwerfallen – in den schwierigsten Momenten ihres Lebens.
Über viele Jahre arbeitete er als Rettungsassistent auf der DRK-Rettungswache Nastätten und blieb dabei stets jemand, der Erfahrung mit Ruhe, Professionalität und Humor verband. Kollegen schätzten seine Verlässlichkeit, seine Führungsstärke und seinen kameradschaftlichen Geist.
Seit 2018 ist Ottmar Gregorius 1. Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Nastätten. In den Jahren 2018 und 2019 baute er gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden und Bereitschaftsleiter Thomas Hermandung sowie vielen engagierten Helferinnen und Helfern den Ortsverein wieder neu auf. Mit viel Herzblut, Erfahrung und Teamgeist entstand wieder eine starke Gemeinschaft, die heute fest in der Region verankert ist.
Der DRK-Ortsverein Nastätten ist heute wieder hervorragend aufgestellt. Mittlerweile verfügt der Ortsverein über zwei eigene Einsatzfahrzeuge, die bei Sanitätsdiensten, Einsätzen und Veranstaltungen in der Region genutzt werden. Zusätzlich ist in Nastätten ein Katastrophenschutzfahrzeug des Rhein-Lahn-Kreises stationiert – ein Notfallkrankentransportwagen (NKTW). Damit leistet der Ortsverein einen wichtigen Beitrag zur Gefahrenabwehr und zur medizinischen Versorgung in der Region.
Eine besondere Geschichte gehört ebenfalls zu diesem Engagement: Im Rahmen der Corona-Impfaktion lernte Ottmar Gregorius seine heutige Frau Birgit kennen. Auch sie fand durch ihn den Weg zum Deutschen Roten Kreuz und engagiert sich heute ebenfalls im DRK-Ortsverein Nastätten. Ein schönes Beispiel dafür, wie das Ehrenamt Menschen zusammenbringt – manchmal sogar fürs Leben.
Wenn man auf seinen Lebensweg blickt, erkennt man etwas ganz Besonderes:
Ein Zusammenspiel aus Haupt- und Ehrenamt über ein halbes Jahrhundert hinweg.
Über Jahrzehnte hinweg hat Ottmar Gregorius Menschen geholfen, Verantwortung übernommen, Strukturen aufgebaut und Kameradschaft gelebt. Sein Einsatz hat Spuren hinterlassen – im Rettungsdienst, im DRK und in den Herzen vieler Menschen.
Oder anders gesagt:
„SAR-Otti“ ist nicht einfach nur ein Mitglied des DRK –
er ist eine Institution. Eine Legende des Ehrenamts.
Ein halbes Jahrhundert Dienst am Menschen verdient vor allem eines:
Respekt. Anerkennung. Und ein großes, ehrliches Dankeschön.
Vielen Dank für deinen Einsatz, Otti.