24/06/2026
Liebe SPD, liebe Grüne/Bündnis 90 und liebe Linke,
wieder einmal stellen wir die Realitätsferne Ihrer Parteien fest. In einem Objekt sollte man nicht mietpreis- und belegungsgebundenen sowie frei finanzierten Wohnraum anbieten, da dies den Hausfrieden und das soziale Miteinander stören kann.
Stellen Sie sich einfach einmal vor, Sie wohnen in einem Haus mit gleichen Wohnungen und gleicher Ausstattung. Sie zahlen 10 € pro Quadratmeter und Ihr Nachbar nur 7,50 €. Ist das gerecht und sozial?
Des Weiteren stellt sich die Frage: Wie erhält ein Eigentümer eine Förderung, ohne dass der Hausfrieden gestört wird?
Die Bundesregierungen der letzten Jahrzehnte haben die Förderung des sozialen Wohnungsbaus kontinuierlich eingeschränkt bzw. abgebaut. So wurden steuerliche Vorteile, die für Investoren in der Anfangszeit lukrativ waren, rigoros gestrichen. In Städten mit denkmalgeschützten Altbauten und entsprechenden Neubauten rechnet es sich für Investoren, sozialen Wohnungsbau vorzusehen, da es sich um getrennte Objekte handelt und die Mischkalkulation aus beiden Objekten noch eine vertretbare Rendite abwirft (siehe unter anderem VEBOWAG, deren Anteilseigner zu 93 % die Stadt Bonn ist).
Warum und woran ist damals das Gewerkschaftsunternehmen „Neue Heimat“ mit seinen Objekten und Projekten gescheitert? Hat sich der soziale Wohnungsbau damals schon nicht gerechnet, obwohl dort eine besondere soziale Verantwortung bestand?
Warum haben gerade SPD- und linksorientierte Kommunen ihre eigenen Wohnungsbauunternehmen an sogenannte „Heuschrecken“ verkauft? Wollten sie nur Geld einnehmen und die sozial Schwachen im Regen stehen lassen?
Sozialer Wohnungsbau ist unserer Meinung nach nur über steuerliche Vergünstigungen und direkte staatliche Zuschüsse – in welcher Form auch immer – möglich. Der Staat bietet dies zurzeit über seine Förderbanken mit verlorenen Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen an.
In sozialistischen und kommunistischen Staaten wird der Wohnungsbau nur über staatliche Beteiligungen, also über Steuergelder, finanziert. Dies wollen wir jedoch nicht.
Die hiesigen CDU, FWG BN-AW e. V., FDP sowie die AfD waren schon immer für sozialen Wohnungsbau. Aus diesem Grund haben sie die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft unterstützt, weil sozialer und damit für sozial Schwächere bezahlbarer Wohnraum in unserer Heimatstadt nur über eine solche Gesellschaft geschaffen werden kann.
Ferner hat die FWG den angenommenen Vorschlag eingebracht, die beschlossenen Punkte zum städtischen Bauturbo nach zwei bis drei Jahren zu hinterfragen und zu prüfen, ob sie sinnvoll sind oder nicht.
Noch eine kleine Anmerkung: In unserer Stadt gibt es tatsächlich auch private Investoren, die bezahlbaren Wohnraum schaffen möchten. Diesen werden jedoch immer neue Restriktionen auferlegt. Dann wundert man sich, dass sie irgendwann die Lust verlieren, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Auf dem Bild von links nach rechts: Die FWG-Stadtratsmitglieder Serkan Başar, Klaus Beu, Alfred Förner und Regina Eckert nach der Ratssitzung zum städtischen Bauturbo. Urlaubs- bzw. krankheitsbedingt fehlen Gregor Sebastian und Rainer Jakobs.