03/09/2026
++ Wohnraum statt ideologischer Debatten ++
Bei der gestrigen Sitzung des Wirtschafts- Planungs- und Bauausschusses mit Andreas Breitner (SPD), dem ehemaligen Innenminister Schleswig-Holsteins und heutigen Vorsitzenden des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen, stand vor allem das Thema Mietwohnungsbau im Mittelpunkt.
Über selbst genutztes Wohneigentum und private Immobilienbesitzer wurde dagegen kaum gesprochen. Bereits nach wenigen Minuten drehte sich die Diskussion überwiegend um Klimawandel, energetische Vorgaben und die Sanierung von Wohngebäuden. Selbst Breitner räumte ein, dass die derzeit vorgesehenen Maßnahmen innerhalb des geplanten Zeitraums weder umsetzbar noch finanzierbar seien.
Auch als Vertreter der privaten Haus- und Wohnungseigentümer habe ich deshalb mehrere Punkte angesprochen:
- Schleswig-Holstein möchte in Kürze auf 30 Jahre Klimaschutzpolitik zurückblicken. Doch trotz vieler ausgegebener Millionen ist nicht erkennbar, dass die angestrebten Ziele erreicht wurden. Deshalb habe ich gefragt: Soll diese Politik weitere 30 Jahre unverändert fortgesetzt werden, obwohl die bisherigen Ergebnisse nicht überzeugen?
- Käufer von Immobilien müssen in Schleswig-Holstein mit 6,5 Prozent weiterhin einen der höchsten Grunderwerbsteuersätze Deutschlands zahlen. Dies verteuert den Erwerb von Wohneigentum erheblich und erschwert insbesondere Familien den Einstieg in die eigenen vier Wände.
- Vermieter müssen bereits heute – abhängig von der energetischen Qualität eines Gebäudes – einen Teil der CO₂-Kosten ihrer Mieter übernehmen. Bei besonders emissionsintensiven Wohngebäuden kann der Vermieteranteil bis zu 95 Prozent betragen.
- Viele ältere Eigentümer können die politisch vorgegebenen energetischen Sanierungen finanziell nicht mehr stemmen. Aus Gesprächen mit privaten Vermietern wissen wir, dass immer mehr darüber nachdenken, ihre Wohnungen nicht mehr zu vermieten oder sich von ihrem Eigentum zu trennen. Der bürokratische, finanzielle und rechtliche Druck wächst stetig.
Ich habe deutlich gemacht: Wer bezahlbaren Wohnraum erhalten und schaffen will, darf private Eigentümer nicht als Gegner behandeln. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Wohnraumversorgung, gerade im ländlich geprägten Raum und auch im Kreis Stormarn.
Auf meine diversen Fragen erhielt ich leider keine konkreten Antworten.
Die AfD-Fraktion Stormarn fordert deshalb:
- keine weiteren unbezahlbaren Zwangssanierungen ohne verlässliche Finanzierung,
- eine deutliche Entlastung bei der Grunderwerbsteuer,
- weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit für private Vermieter,
- eine Wohnungs- und Klimapolitik mit Augenmaß,
- und mehr Anerkennung für diejenigen, die mit ihrem privaten Eigentum Wohnraum bereitstellen.
Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch immer neue Belastungen, sondern durch Eigentum, Investitionen und verlässliche Rahmenbedingungen.
Karl-Heinz Lenz
Fraktionsvorsitzender