13/08/2026
Kinder und Jugendliche mit Behinderungen haben ein Recht auf Bildung – keine Einschnitte bei der Kita- und Schulassistenz
Medienberichten zufolge hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf für die erste Stufe einer Reform der Kinder- und Jugendhilfe beschlossen, um die Kosten zu senken, die Hilfen leichter zugänglich zu machen und die Effizienz des Systems zu verbessern. Die dabei vorgesehenen Einschnitte bei der Schulassistenz von Kindern und Jugendlichen sieht die AG Selbst Aktiv – Menschen mit Behinderungen in der SPD jedoch kritisch. Kita- und Schulassistenz soll künftig bevorzugt in Gruppenform geschehen; eine Betreuungsperson soll den für mehrere Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen zuständig sein.
„Um Kosten zu sparen, sollen individuelle Hilfen durch pauschale Angebote ersetzt werden. Wenn ausgerechnet an der Bildung gespart werden soll, gefährdet das langfristig die selbstbestimmte Teilhabe dieser Kinder und Jugendlichen an der Arbeitswelt und am sozialen Leben!“, erklärt dazu Karl Finke, Co-Bundesvorsitzender der AG Selbst Aktiv. Auch wenn Einzelfallhilfe als Ausnahme weiterhin möglich sein soll, sieht Co-Bundesvorsitzende Katrin Gensecke das Menschenrecht auf Bildung und Teilhabe gefährdet: „Die Kostensteuerung darf nicht zu Lasten der individuellen Bedürfnisse und der Teilhaberechten von Kindern und Jugendlichen gehen. Denn bei hohem oder komplexem Unterstützungsbedarf sind sie auf individuelle Hilfen angewiesen. Wenn sie das erst im Einzelfall erstreiten müssen, bedeutet das für die Eltern mehr bürokratischen Aufwand und einen erschwerten Zugang zu den dringend nötigen Hilfsangeboten.“, stellt Katrin Gensecke dazu fest.
Die AG Selbst Aktiv teilt daher die Bedenken und Einwände zahlreicher Verbände und des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel. Der Vorstand der AG Selbst Aktiv bittet die Bundestagsfraktion der SPD, die individuellen Teilhaberechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und die vorgesehenen Maßnahmen in den parlamentarischen Beratungen entsprechend zu verändern. Wir begrüßen eine entsprechende Erklärung der SPD Familienpolitikerin Jasmina Hostert MdB.