27/05/2026
Zwischen Alarm und Schreibtisch – Brandamtmann Rainer Zeller kennt keinen Stillstand
Als Soldat ist Rainer Zeller viel herumgekommen, hat viel gesehen, viel erlebt. Heute ist er als Brandamtmann stellvertretender Leiter der Bundeswehrfeuerwehr in Landsberg am L**h, kümmert sich aber hauptsächlich im Personalrat um die Belange der Feuerwehrleute.
Veteranen erzählen
Angefangen hat es für ihn mit der Uniform. Von 1996 bis 2000 leistet Rainer Zeller seinen Dienst als Soldat auf Zeit bei der Luftwaffe: „Ich bin zwischen Reservisten aufgewachsen und schon als ganz kleiner Junge mit zum ehemaligen Lufttransportgeschwader 61 nach Penzing gefahren. Die Frage nicht zur Bundeswehr zu gehen, die stellte sich gar nicht.“, sprudelt es aus dem Feuerwehrmann heraus. In Hagenheim in Bayern geboren, liest sich seine aktive Bundeswehrzeit wie eine Landkarte seiner Heimat: das Luftwaffenversorgungsregiment 3 in Landsberg, das Lufttransportgeschwader 61 in Penzing. Dann der Wechsel – nicht raus aus der Bundeswehr, sondern tiefer hinein, in eine andere Rolle. Ab 2001 ist er Beamter im feuerwehrtechnischen Dienst, als ziviler Angehöriger des Brandschutzes der Bundeswehr.
Was folgt, ist eine Laufbahn, die ihn quer durch Deutschland, an einige der bekanntesten Bundeswehrstandorte führt. Die Luftlande- und Transportschule in Altenstadt, das Jagdbombergeschwader 32 auf dem Fliegerhorst L**hfeld, das Jagdgeschwader 73 „S“ in Laage, das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in Sonthofen. Jede Station ein neues Umfeld, andere Strukturen, andere Risikoprofile – doch immer dieselbe Grundfrage: Wie schützt man Menschen und Infrastruktur im Ernstfall? An seinen Afghanistan-Einsatz bei ISAF 2013 erinnert sich Rainer Zeller bis heute: „Ich bin öfter mit rausgefahren als Feuerwehrmann. Bei Ausfahrten nahe Kunduz hat man sich immer vorher Gedanken gemacht, die Anspannung war groß. Bei Handwaffenbeschuss hat es sich angehört, als würde man auf Metall klopfen, ein helles Klingeln.
Heute ist Zeller Beamter im feuerwehrtechnischen Dienst, Amtsbezeichnung Brandamtmann. Sein militärischer Dienstgrad daneben: Leutnant der Reserve. Zwei Identitäten, die er trägt – die zivile des Beamten, die militärische des Reservisten: „Zum Volkstrauertag trage ich die Uniform noch. Erst war ich nur zur Ehrenwache dabei, jetzt bin ich der, der auch die Reden hält. Da habe ich meinen Vater beerbt.“
Was ihn antreibt, formuliert er klar: das Richtige tun. Für sein Land, für seine Familie, für sich selbst. Dass dabei bürokratische Vorgaben manchmal bremsen, nimmt er in Kauf. Die Bundeswehr, sagt er, müsse wieder als das wahrgenommen werden, was sie ist – verwurzelt in der Gesellschaft, mitten drin. Und so engagiert er sich mit unendlicher Energie in Beruf, Berufung, Familie, Ehrenamt, Vereinswesen, Fernstudium – und zwar mit der ruhigen Selbstverständlichkeit eines Mannes, der gelernt hat, dass Haltung keine Frage der verfügbaren Zeit ist.