Faire Mobilität

Faire Mobilität Faire Mobilität unterstützt Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa bei der Durchsetzung ihrer Arbeitsrechte in Deutschland.
(1)

Faire Mobilität hilft, gerechte Löhne und faire Arbeitsbedingungen für Beschäftigte aus den mittel- und osteuropäischen EU-Staaten auf dem deutschen Arbeitsmarkt durchzusetzen. Die politische Verantwortung für Faire Mobilität liegt beim DGB-Bundesvorstand. Seit 2011 hat Faire Mobilität bundesweit 12 Beratungsstandorte aufgebaut. Die Berater*innen informieren, beraten und unterstützen mobile Beschä

ftigte in ihren Herkunftssprachen zu arbeits- und sozialrechtlichen Fragen. Die Mitarbeiter*innen von Faire Mobilität kooperieren mit den Gewerkschaften und Beratungsstellen regionaler Träger. Sie sind Teil eines bundesweiten Netzwerks zur arbeitsrechtlichen Beratung von EU-Bürger*innen. Seit August 2020 hat der DGB einen gesetzlichen Anspruch auf Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt, um Faire Mobilität weiterführen und ausbauen zu können. Für diese Seite gelten folgende Netiquette: https://www.faire-mobilitaet.de/service/social-media-netiquette

"Kleintransporter haben Aufträge bekommen, weil sie lange Strecken in kurzer Zeit gefahren sind und billig waren.", sagt...
02/09/2026

"Kleintransporter haben Aufträge bekommen, weil sie lange Strecken in kurzer Zeit gefahren sind und billig waren.", sagt uns ein polnischer Fahrer, als wir ihn nach der neuen Tachopflicht fragen, die seit dem 1.Juli dieses Jahres für Kleintransporter gilt. Ob schnell und billig nun vorbei sei? "Ich bin selbstständig und werde pro Fracht, nicht pro Stunde bezahlt. Aber vorher bin ich 120 Km/h gefahren, jetzt muss ich deutlich schneller fahren, um mehr Frachten einsammeln zu können, sonst lohnt es sich nicht." Einige Arbeitgeber hätten deswegen das ausbeuterische Geschäft schon aufgegeben."
Ein anderer Fahrer berichtet, dass sein Arbeitgeber einen alten Tacho verbaut habe, was rechtswidrig ist. Der Tacho habe nicht alle Daten aufgezeichnet und der Fahrer dafür in Österreich eine Strafe über 900 Euro bekommen. "Ob der Arbeitgeber das zahlt, weiß ich nicht. Aber wenn ich ihn jetzt frage, ob er das übernimmt, macht er mir bestimmt andere Probleme." Er war sehr dankbar, dass wir ihm unsere Kontaktdaten hinterlassen haben.
Bei einer Aktion auf dem Rastplatz Fichtenplan bei Berlin sprachen wir neben Fahrern von Kleintransporter auch mit Lkw-Fahrern. Wie häufig trafen wir neben Fahrern aus Rumänien und Polen auch auf Fahrer aus Ukraine, Belarus und Philippinen. Sie berichteten, dass die Bedingungen schwierig sind, sie aber keinen besseren Job fänden. Ein polnischer Fahrer zeigt Verständnis für die Kollegen: "Ich habe Glück, ich fahre immer die gleiche Tour, bin jede Woche zuhause. Die Bedingungen im internationalen Verkehr werden immer schlechter. Das würde ich mir nicht mehr bieten lassen. Die Fahrer tun mir leid, müssen Monate lang in der Kabine schlafen. Aber einen Job mit meinen Bedingungen gibt es in der Branche kaum noch."

🚛 „Am Anfang wird man häufig ausgenutzt“, berichten LKW-Fahrer bei unserer Aktion an der Raststätte Goldbach bei Verden/...
02/09/2026

🚛 „Am Anfang wird man häufig ausgenutzt“, berichten LKW-Fahrer bei unserer Aktion an der Raststätte Goldbach bei Verden/Aller.

Vergangene Woche waren wir gemeinsam mit ver.di Niedersachsen-Bremen und Faire Integration dort unterwegs. Rund 200 LKW standen auf dem Rastplatz. Viele der Fahrer und Fahrerinnen hielten ihre vorgeschriebene Ruhezeit ein, weshalb wir bewusst nur an die herantraten, die bereits wach und ansprechbar waren. Mit etwa 50 Fahrern aus Polen, Tschechien, der Ukraine und Deutschland konnten wir uns ausführlicher unterhalten.

Dabei ging es um Themen, die wir aus vielen Beratungen kennen: lange Arbeitszeiten, schwierige Kommunikation mit Vorgesetzten und Disponenten und gefährliche Situationen im Straßenverkehr.

Ein Fahrer erzählte, dass er bewusst einen schlechter bezahlten Job angenommen habe, weil dort die Arbeitsatmosphäre deutlich besser sei. Andere berichteten, dass man einige Jahre in der Branche brauche, um zu wissen, welche Arbeitgeber verlässlich sind. Am Anfang, so der Tenor, werde man häufig ausgenutzt. Das bestätigt, warum solche Aktionen wichtig sind.

👉 Unsere mehrsprachigen Informationen und Beratungsangebote wurden offen angenommen. Wer unterwegs arbeitet, braucht nicht nur einen sicheren Parkplatz, sondern auch Informationen über die eigenen Rechte und Unterstützung, wenn es Probleme gibt.

Genau dafür sind wir vor Ort. 💬

🧄Die Erntesaison im Nürnberger Knoblauchsland neigt sich dem Ende zu. Viele der Menschen, die dort unser Gemüse ernten, ...
25/08/2026

🧄Die Erntesaison im Nürnberger Knoblauchsland neigt sich dem Ende zu. Viele der Menschen, die dort unser Gemüse ernten, kommen aus Rumänien. Doch wie sehen ihre Arbeits- und Lebensbedingungen aus?

Der Film „Unser Los, Euer Gewinn“ von Bianca Schwarz zeigt die Realität rumänischer Beschäftigter in Franken: harte Arbeit, niedrige Löhne, beengte Unterkünfte und Fälle von Ausbeutung. Auch unsere Kolleg*innen Marius und Iulia von Faire Mobilität wurden für den Film interviewt und berichten aus ihrer Beratungspraxis.

Der Film zeigt aber auch: Es geht anders. Ein Gemüsebauer aus dem Knoblauchsland zahlt seinen Erntehelfer*innen mindestens den gesetzlichen Mindestlohn und macht damit deutlich, dass faire Arbeitsbedingungen möglich sind.

👉 Zum Film: https://www.frankenfernsehen.tv/amp/mediathek/video/medienwerkstatt-unser-los-euer-gewinn-rumaeninnen-und-rumaenen-in-franken-mitmenschen-oder-billige-arbeitskraefte/

Medienwerkstatt: Unser Los, Euer Gewinn – Rumäninnen und Rumänen in Franken: Mitmenschen oder billige Arbeitskräfte? | Seit Ende 2025 stellen Rumäninnen und Rumänen die größte Gruppe ausländischer Staatsangehöriger in Nürnberg. Mangelnde Perspektiven in Rumänien und höhere …

"Respekt vor unserer Arbeit", das fordern auch die Kolleginnen und Kollegen auf der Baustelle des größten Absenktunnels ...
20/08/2026

"Respekt vor unserer Arbeit", das fordern auch die Kolleginnen und Kollegen auf der Baustelle des größten Absenktunnels der Welt beim -Tunnel. Gemeinsam mit IG BAU Hamburg und EVW haben wir heute Gespräche mit dem Management geführt und Bauarbeiter in den Sozialunterkünften besucht. Hier arbeiten hunderte Beschäftigte aus Polen, Deutschland und anderen Ländern zusammen, damit bald eine direkte Auto - und Zugverbindung nach Dänemark entsteht. Die Informationen zu geltenden Gesetzen und Tarifreglungen wurden dankend angenommen. Wir sehen uns wieder!

🚛 Unterwegs an der A46: LKW-Fahrende über ihre Arbeitsbedingungen📍 Letzte Woche waren wir gemeinsam mit verschiedenen Be...
11/08/2026

🚛 Unterwegs an der A46: LKW-Fahrende über ihre Arbeitsbedingungen

📍 Letzte Woche waren wir gemeinsam mit verschiedenen Beratungsstellen an den Raststätten Vierwinden an der A46 unterwegs. Mit Deutsch, Englisch, Spanisch, Ukrainisch, Russisch, Polnisch, Ungarisch, Rumänisch und ein paar Brocken Georgisch sprachen wir LKW-Fahrende an und informierten über die kostenlose arbeitsrechtlichen Beratungsangebote.

⏱️ Ein rumänischer Fahrer eines Planentransporters, der ausschließlich für Amazon unterwegs sei, berichtete, dass er inzwischen einen digitalen Tacho nutze und die gesetzlichen Lenk- und Ruhezeiten einhalte. Dadurch seien seine Arbeitstage spürbar kürzer geworden. Seine Firma habe die Fahrer*innen zuvor mehrere Wochen intensiv im Umgang mit dem digitalen Tacho schulen lassen.

🚚 Nichts geändert habe sich aber an der Tatsache, dass er zum rumänischen Spesenmodell fahre und zweieinhalb Monate ununterbrochen unterwegs sei, in denen er ausschließlich in der winzigen Fahrerkabine lebe.

🌍 Auch georgische und indische Fahrer berichteten, sie seien mehrere Monate unterwegs und würden nach rumänischen, litauischen oder slowakischen Spesenmodellen bezahlt, obwohl die Unternehmen teilweise in Deutschland oder den Niederlanden ansässig seien.

Rumänische, belarussische und polnische Fahrer berichteten außerdem, dass die Freizeit zwischen den mehrwöchigen Touren nicht als bezahlter Urlaub gewährt werde.

🤝 Die Aktion fand gemeinsam mit den Beratungsstellen Arbeit (Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach), den Beratungsstellen Arbeit in der Transformation, der Betriebsseelsorge in der Region Mönchengladbach, der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in Kooperation mit Amos und Faire Mobilität statt, mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. 🇪🇺

🚛 Niedrigwasser auf dem Rhein = mehr LKW auf den Straßen🚢 Weil aufgrund des Niedrigwassers im Rhein von den Mainhäfen ak...
06/08/2026

🚛 Niedrigwasser auf dem Rhein = mehr LKW auf den Straßen

🚢 Weil aufgrund des Niedrigwassers im Rhein von den Mainhäfen aktuell keine Containerschiffe mehr abgefertigt werden, werden Container stattdessen per LKW in andere Häfen transportiert. Darüber berichtete die FAZ Ende letzter Woche.

Für Faire Mobilität war das Anlass, die LKW-Fahrenden im Frankfurter Osthafen zu besuchen. Dort parken zahlreiche LKW, überwiegend mit Frankfurter und Offenbacher Kennzeichen, aber auch viele Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen. Die Fahrer*innen leben oft wochenlang in den Fahrzeugen und transportieren Container durch ganz Europa.

Die Baustelle in der Franziusstraße verschärft ihre Situation zusätzlich: Viele Parkplätze fallen weg, sodass es schwieriger wird, die gesetzlich vorgeschriebene tägliche Ruhezeit einzuhalten.

🌡 Bei Temperaturen von bis zu 40 Grad wird das Leben im LKW zur besonderen Belastung. Hinzu kommt, dass im Hafengebiet öffentliche Toiletten und fließendes Wasser fehlen, obwohl die Fahrenden dort oft stundenlang warten müssen.

Die Kurier- und Paketbranche entwickelt sich rasant. Unser aktualisiertes Dossier „Informationen zur Branche der Kurier-...
04/08/2026

Die Kurier- und Paketbranche entwickelt sich rasant. Unser aktualisiertes Dossier „Informationen zur Branche der Kurier- und Paketdienste“ greift neue Entwicklungen und Erkenntnisse auf:

🆕 Aktualisierung der Branchenentwicklung: Das Dossier zeigt aktuelle Trends wie die Elektrifizierung der Zustellflotten, den Ausbau von Paketstationen (Out-of-Home-Delivery) sowie den verstärkten Einsatz von KI und Automatisierung in Sortierung und Routenplanung.

🆕 Neuer Abschnitt zur Marktkonsolidierung: Ergänzt wurden Informationen zur aktuellen Entwicklung des europäischen Paketmarkts – unter anderem zum steigenden Konsolidierungsdruck, zu Fusionen und strategischen Partnerschaften sowie zur zunehmenden Konzentration auf wenige große Marktakteure.

🆕 Neues Unterkapitel: „Arbeitsbedingungen aus Beschäftigtensicht: ver.di-Studie 2025“ mit aktuellen Erkenntnissen zu den Arbeitsbedingungen in der Branche.

📄 Das aktualisierte Branchendossier findet ihr hier:
https://www.faire-mobilitaet.de/fachinformationen/brancheninformationen/kurier-und-paketdienste/dossier/

Wir informieren, beraten und unterstützen Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa zu ihren Rechten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

📦 Rund 100 Gespräche direkt dort, wo die Arbeit stattfindet.Vergangene Woche waren wir gemeinsam mit unseren Partner*inn...
03/08/2026

📦 Rund 100 Gespräche direkt dort, wo die Arbeit stattfindet.

Vergangene Woche waren wir gemeinsam mit unseren Partner*innen von Faire Integration sowie Arbeit und Leben NRW bei Amazon in Bochum vor Ort, um Kurierfahrer*innen über ihre Rechte zu informieren.

🤝 Dabei konnten wir mit rund 100 Fahrer*innen sprechen, die bei verschiedenen Subunternehmen beschäftigt sind. Viele von ihnen kommen aus arabischsprachigen Ländern, aber auch aus Rumänien, Polen, der Ukraine und Albanien.

🌡️ Besonders häufig wurde die enorme Belastung durch die aktuelle Hitze angesprochen, vor allem dann, wenn schwere Pakete bis in höhere Etagen getragen werden müssen. Gleichzeitig liegt die tägliche Zustellmenge weiterhin bei etwa 160 bis 200 Paketen pro Fahrer*in.

Mit solchen Aktionen wollen wir informieren, Vertrauen aufbauen und Hemmschwellen abbauen, damit Menschen, die Unterstützung brauchen, auch den Weg in die Beratungsstellen finden.

Vielen Dank an alle Fahrer*innen, die sich Zeit für ein Gespräch genommen haben, sowie an unsere Partner*innen für die gute Zusammenarbeit! 💙

Am 15. Juli war Faire Mobilität Oldenburg gemeinsam mit der IG BAU Weser-Ems und Faire Integration Niedersachsen in der ...
17/07/2026

Am 15. Juli war Faire Mobilität Oldenburg gemeinsam mit der IG BAU Weser-Ems und Faire Integration Niedersachsen in der Region Visbek im Einsatz, um Saisonarbeitskräfte in der Erdbeer-, Himbeer- und Salaternte anzusprechen. Die Beschäftigten kamen überwiegend aus Polen, Ungarn und Rumänien. Viele von ihnen kehren jedes Jahr wieder – die meisten schöpfen die dreimonatige Regelung zur kurzfristigen Beschäftigung voll aus. Zum Zeitpunkt unseres Besuchs standen viele kurz vor dem Ende ihrer Saison und freuten sich sichtlich darauf, wieder nach Hause fahren zu können – die Strapazen der Saison hatten sichtlich ihre Spuren hinterlassen. Der Verdienst ist nicht üppig, fällt im Vergleich zum Heimatland aber deutlich besser aus. Für die Unterkunft werden zwischen 7 und 12 Euro pro Nacht vom Lohn abgezogen – ein Betrag, den wir im Gespräch thematisierten. Wir verteilten Informationsmaterialien, Sonnenschutz und Trinkflaschen und nutzten die Gelegenheit, die Beschäftigten über ihre Rechte aufzuklären. Die Aktion bestätigt einmal mehr, wie wichtig niedrigschwellige Präsenz vor Ort ist.

Am Dienstag standen wir gemeinsam mit der NGG in Ostwestfalen-Lippe und NGG vorbeste romaneste vor Westfleisch in Lübbec...
10/07/2026

Am Dienstag standen wir gemeinsam mit der NGG in Ostwestfalen-Lippe und NGG vorbeste romaneste vor Westfleisch in Lübbecke.
Und ab und zu gibt es auch gute Nachrichten aus der Fleischindustrie.
Zum Beispiel, wenn jemand wie Claudiu Filipciuc mit seiner Liste rund 70 Prozent der Stimmen bei der Betriebsratswahl holt.
Vor dem Arbeitsschutzkontrollgesetz arbeitete er, wie viele Kolleginnen und Kollegen aus Rumänien, Polen oder Bulgarien, jahrelang über Subunternehmen. 2021 wurde er dann direkt eingestellt. Damit war aber noch lange nicht alles gut.
Also hat er es dieses Jahr selbst in die Hand genommen. Er stellte eine Liste zusammen, wie sie eigentlich überall aussehen sollte: verschiedene Abteilungen, verschiedene Nationalitäten, Frauen wie Männer. Vor allem aber Menschen, die etwas ändern wollen und auch vor Konflikten nicht zurückschrecken.
Denn ohne hier ins Detail zu gehen: Einfach wird es ihnen nicht gemacht.
Für uns war deshalb klar, dass wir die Infoaktion unterstützen. Und es war stark zu sehen, wie viele Beschäftigte hinter ihm stehen, ihn offen ansprechen, ihm sagen: Mach weiter.
Viele erleben nach jahrelanger Arbeit im Schlachthof zum ersten Mal, dass Solidarität untereinander entsteht. Das ist keine Kleinigkeit.

Adresse

Alte Jakobsstraße 149
Berlin
10969

Benachrichtigungen

Lassen Sie sich von uns eine E-Mail senden und seien Sie der erste der Neuigkeiten und Aktionen von Faire Mobilität erfährt. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht für andere Zwecke verwendet und Sie können sich jederzeit abmelden.

Verknüpfungen

Teilen