28/06/2012
Abschließende Worte zum Kinderfilmfestival GECKO
Potsdam, 27.06.12
Am Samstag, den 23. Juni 2012, wurde das Kinderfilmfestival Gecko erfolgreich durchgeführt. Über 30 Kurzfilme zu den Themen Natur, Umweltschutz und Klimawandel wurden gezeigt – die Einreichungen kamen aus Deutschland, Österreich, Polen und Russland.
Zum Abschluss des Festivals wurden die Gewinner der drei Wettbewerbe verkündet:
Gecko High School (Filmschaffende bis 12 Jahre)
Gewinner: „The Forest“ (Russland 2011, Regie: Studio DA)
Aus der Begründung der Jury:
Lebensstandard definieren wir heute meist anhand von Haben oder Kaufen können. Überflüssigen Luxus aufzugeben, verbinden die meisten nur mit Verzicht und Rückschritt. Welche positiven Auswirkungen es haben kann, wenn man sich fragt, was man wirklich braucht, ist sehr viel schwerer darzustellen.
Der Film „The Forest“ schafft es, dem oft übersehenen Mehrwert, weniger zu besitzen, ein eindrückliches Bild zu geben. Studio DA nimmt den Zuschauer auf eine fantastische Reise mit, die zu Herzen geht.
Mit Liebe zum Detail und aus wunderbaren Zeichnungen ist ein wahres Kunstwerk entstanden, ein fulminantes Plädoyer, sich nicht zu verlieren.
Großer Gecko (Filmschaffende bis 24)
Gewinner: „Olmo – Mein eigener Bauwagen“ (Deutschland 2012, Regie: Jakob Schmidt)
Aus der Begründung der Jury:
Wir leben in einer Zeit, in der die Welt der Jugendlichen zusehends eine Normung erfahren hat. Wer keine Markenkleidung trägt, ist oft 'out'. Wer das neueste Smart Phone nicht besitzt, kann nicht mithalten. Der Film „Olmo - Mein Eigener Bauwagen“ bietet uns Einblicke in eine alternative, weniger konsumorientierte Lebensweise und schafft es, ein Format, in dem man sonst eher künstliche, genormte Geschichten zu sehen bekommt, mit einer ungewöhnlichen und nachhaltig-wirkenden Geschichte zu füllen. Das Besondere an Olmo ist, dass er als sich Teenager durch Eigeninitiative, Kreativität und Hartnäckigkeit seinen eigenen Lebensraum schafft, anstatt etwas Vorgefertigtes serviert zu bekommen. Für diesen Einblick in seine Vorgehensweise, von der man viel lernen kann, bedanken wir uns bei Olmo und den Filmemachern.
Gecko Sonderpreis
Gewinner: „Aufgeheizt und weggespült“ (Deutschland 2011, Regie: Aufgeheizt)
Aus der Begründung der Jury:
Die Welt ist groß und so erscheinen uns manchmal Ereignisse, die weit weg sind, eher unwichtig. Aber trotzdem sind sie da. Und Themen, die wir nur schwer verstehen, weil sie kompliziert und vielschichtig erscheinen, gehören nicht unbedingt zu unseren Lieblingsaufgaben. Da trauen wir uns manchmal nicht heran. Und dennoch sollten sie erledigt bzw. gelöst werden.
Der Klimawandel und seine Folgen ist so ein Thema. Es ist vielschichtig und nicht ganz einfach. Und die Folgen des Klimawandels werden zuerst an Orten auf der Erde sichtbar sein, die für uns sehr weit weg sind, wie zum Beispiel an den Polen der Erde, der Arktis und Antarktis … Da möchte man lieber fast dem Sprichwort folgen: „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ Aber halt, besonders Dinge, die uns berühren, die bleiben im Bewusstsein, egal, wo sie stattfinden oder wie kompliziert sie sind.
Der Film „aufgeheizt und weggespült“ wagt sich nicht nur mutig an ein eher sperriges Thema. Er berührt! Er berührt durch seine anschaulichen Bilder, prägnanten Worte und seinem charmanten Witz. Und er berührt auf so angenehme Weise, dass er bleibt. Witzig und durchdacht wird dem Zuschauer gekonnt vorführt, dass sich mit wenig Mitteln viel erreichen lässt.
Wir danken allen Filmschaffenden, die Workshopleitern und dem Publikum für ein gelungenes Event! Vielleicht bis zum nächsten Mal!