FIR - International Federation of Resistance Fighters

FIR - International Federation of Resistance Fighters International Federation of Resistance Fighters - Association of Anti-fascists
Fédération Internationale des Résistants - Association antifasciste

The International Federation of the Resistance Fighters (FIR) - association of the anti-fascists is the umbrella organisation of federations of former resistance fighters, partisans, members of the anti-Hitler coalition, pursued of the Nazi-regime and anti-fascist of today's generations from over twenty countries of Europe and Israel.

04/09/2026

Widerstand gegen Kolonialismus und westliche Dominanz – 125 Jahre Boxeraufstand

Ein Blick in die Geschichte der antikolonialen Bewegung hilft beim Verständnis heutiger Entwicklungen und Konfliktursachen. Daher erinnern wir diesmal an das Ende des „Boxeraufstandes“ (Bewegung der Verbände für Gerechtigkeit und Harmonie“) vor 125 Jahren. Damals gelang es erst einer Allianz von acht westlichen Staaten, einen bewaffneten Aufstand aus der chinesischen Bevölkerung niederzuschlagen.
Lange Jahre prägte das Bild dieser antikolonialen Bewegung die mediale Darstellung durch die USA und Europa, wo hervorgehoben wurde, dass die „Boxer“ sich gegen christliche Missionare und Vertreter von westlichen Staaten erhoben hätten. Heute weiß man, dass die „Boxer“ eine soziale Bewegung waren, die Ende des 19. Jahrhunderts als Reaktion auf Krisen, insbesondere in der nördlichen Küstenprovinz Shandong entstand. Diese Konflikte verbanden sich mit dem Vordringen von westlichen Akteuren, die – von der chinesischen Qing-Regierung mit Privilegien ausgestattet – versuchten, ihren ökonomischen und politischen Einfluss zu stärken. Vor dem Hintergrund von Naturkatastrophen, für die die westlichen Akteure verantwortlich gemacht wurden, gab es blutige Auseinandersetzungen mit zahlreichen Toten.
Die Ereignisse spitzten sich im Jahr 1900 zu, als Boxer-Kämpfer unter der Parole „Unterstützt die Qing-Regierung und vernichtet die Ausländer“ Peking angriffen. Diplomaten, Missionare, Soldaten und einige chinesische Christen flüchteten in das Diplomatenviertel und wurden knapp zwei Monate von der Kaiserlichen Armee Chinas und den Boxern belagert. Eine Acht-Nationen-Allianz aus amerikanischen, österreichisch-ungarischen, britischen, französischen, deutschen, italienischen, japanischen und russischen Truppen rückte daraufhin in China ein. Die Kaiserin-Witwe Cixi, die zunächst gezögert hatte, unterstützte nun die Boxer und erklärte am 21. Juni den Invasionsmächten den Krieg.
Kaiser Wilhelm II., der Deutschlands „Platz an der Sonne“ sichern wollte, sagte sofort ein militärisches Kontingent zum Einsatz in China zu. Bei der Verabschiedung eines Teils der deutschen Truppen am 27. Juli 1900 in Bremerhaven hielt er seine berüchtigte „Hunnenrede“:
„Die Chinesen haben das Völkerrecht umgeworfen, sie haben in einer in der Weltgeschichte nicht erhörten Weise der Heiligkeit des Gesandten, den Pflichten des Gastrechts Hohn gesprochen. […] Kommt ihr vor den Feind, so wird er geschlagen. Pardon wird nicht gegeben, Gefangene nicht gemacht. Wer euch in die Hände fällt, sei in eurer Hand. Wie vor tausend Jahren die Hunnen unter ihrem König Etzel sich einen Namen gemacht, der sie noch jetzt in der Überlieferung gewaltig erscheinen lässt, so möge der Name Deutschlands in China in einer solchen Weise bekannt werden, dass niemals wieder ein Chinese es wagt, etwa einen Deutschen auch nur scheel anzusehen!“
Zwar gab es Versuche, die Veröffentlichung dieser Rede in Deutschland zu verhindern, aber der Satz „Pardon wird nicht gegeben“ prägte von da an das Bild Deutschlands in militärischen Angelegenheiten. Gleichzeitig übernahm es die militärische Führung der von acht Alliierten entsandten Truppen. Tatsächlich dauerte es bis Mitte August 1900, dass die Armeen der acht Staaten Peking erreichten und den Aufstand der Boxer niederschlugen.
Was man in den wenigsten Medien liest, ist die Tatsache, dass anschließend Plünderungen und Massenhinrichtungen von Personen stattfanden, die verdächtigt wurden, Boxer zu sein.
Ein amerikanischer Diplomat verschiffte mehrere Eisenbahnwaggons mit Beutegut. Die britische Botschaft veranstaltete in den folgenden Monaten täglich vor dem Haupttor der Gesandtschaft Plünderungsversteigerungen. Die meisten der geplünderten Gegenstände gelangten nach Europa. Das Berliner Völkerkundemuseum entsandte sogar extra einen Direktionsassistenten nach Peking, um dort Einkäufe zu tätigen.
Am 7. September 1901, vor 125 Jahren, stimmte der kaiserliche Hof der Unterzeichnung des „Boxer-Protokolls“ zu, das auch als „Friedensabkommen zwischen den Vereinigten acht Staaten und China“ bezeichnet wird. Es war faktisch eine Kapitulationsurkunde und die nachträgliche Legitimation von Plünderungen und Hinrichtungen. Das chinesische Territorium wurde in Einflusszonen unterteilt, in denen ausländische Truppen stationiert werden konnten. Deutschland baute seinen Einfluss in Kiautschou mit der Hafenstadt Qingdao aus, das bereits wenige Jahre zuvor als „Pachtgebiet“ der chinesischen Regierung abgepresst worden war.
Außerdem sollte China im Laufe der nächsten 39 Jahre eine erhebliche Summe als Entschädigung an die acht beteiligten Nationen zahlen. Ein Frieden war damit natürlich nicht erreicht. Mit dem Sturz der Qing, der Abschaffung des Kaisertums und dem Aufstieg der nationalistischen Kuomintang wurde die europäische Herrschaft in China auf einen symbolischen Status reduziert. Nach der Eroberung der Mandschurei im Jahr 1905 dominierte Japan die asiatischen Angelegenheiten militärisch und kulturell.

04/09/2026

Resistance to Colonialism and Western Dominance – 125 Years since the Boxer Rebellion

A look back at the history of the anti-colonial movement helps us understand current developments and the causes of conflict. That is why, on this occasion, we are commemorating the end of the “Boxer Rebellion” (“Society of Righteousness and Harmony”) 125 years ago. At that time, it took an alliance of eight Western nations to quell an armed uprising by the Chinese people.
For many years, the image of this anti-colonial movement shaped media coverage in the U.S. and Europe, where it was emphasized that the “Boxers” had risen up against Christian missionaries and representatives of Western nations. Today we know that the “Boxers” were a social movement that emerged in the late 19th century in response to crises, particularly in the northern coastal province of Shandong. These conflicts were linked to the encroachment of Western powers, which—granted privileges by the Chinese Qing government—sought to strengthen their economic and political influence. Against the backdrop of natural disasters for which the Western powers were blamed, bloody clashes ensued, resulting in numerous deaths.
The situation came to a head in 1900 when Boxer fighters, under the slogan “Support the Qing government and destroy the foreigners,” attacked Beijing. Diplomats, missionaries, soldiers, and some Chinese Christians fled to the diplomatic quarter and were besieged for nearly two months by the Imperial Chinese Army and the Boxers. An Eight-Nation Alliance consisting of American, Austro-Hungarian, British, French, German, Italian, Japanese, and Russian troops subsequently invaded China. The Empress Dowager Cixi, who had initially hesitated, now supported the Boxers and declared war on the invading powers on June 21.
Emperor Wilhelm II, who wanted to secure Germany’s “place in the sun,” immediately pledged a military contingent for deployment in China. At the send-off for part of the German troops on July 27, 1900, in Bremerhaven, he delivered his infamous “Hun Speech”:
“The Chinese have overturned international law; in a manner unheard of in world history, they have mocked the sanctity of the envoy and the duties of hospitality. […] If you encounter the enemy, he shall be defeated. No mercy will be shown; no prisoners will be taken. Whoever falls into your hands is at your mercy. Just as the Huns under their king Etzel made a name for themselves a thousand years ago—a name that still makes them seem formidable in tradition—so may the name of Germany become known in China in such a way that never again will a Chinese dare to even look askance at a German!”
Although there were attempts to prevent the publication of this speech in Germany, the phrase “No mercy will be shown” came to define Germany’s image in military affairs from that point on. At the same time, it took command of the troops dispatched by the eight Allied nations. In fact, it was not until mid-August 1900 that the armies of the eight nations reached Beijing and crushed the Boxer Rebellion.
What is rarely reported in the media is the fact that looting and mass executions of people suspected of being Boxers took place afterward. An American diplomat shipped several railroad cars full of looted goods. In the months that followed, the British Embassy held daily auctions of looted items in front of the main gate of the legation. Most of the looted items found their way to Europe. The Ethnological Museum in Berlin even sent an assistant director to Beijing specifically to make purchases there.
On September 7, 1901—125 years ago—the imperial court agreed to sign the “Boxer Protocol,” also known as the “Treaty of Peace between the Eight United Powers and China.” It was, in effect, an act of capitulation and a retroactive legitimization of the looting and executions. Chinese territory was divided into spheres of influence in which foreign troops could be stationed. Germany expanded its influence in Kiautschou with the port city of Qingdao, which had been extorted from the Chinese government just a few years earlier as a “leased territory.”
In addition, China was to pay a substantial sum in reparations to the eight participating nations over the next 39 years. Of course, this did not bring about peace. With the fall of the Qing dynasty, the abolition of the empire, and the rise of the Nationalist Kuomintang, European rule in China was reduced to a symbolic status. After the war of Manchuria in 1905, Japan dominated Asian affairs both militarily and culturally.

28/08/2026

Historisches Erinnern unter politischem Druck

Aus verschiedenen europäischen Ländern erreichten uns in den letzten Wochen Meldungen über Angriffe auf die historische Erinnerung an die NS-Verfolgung und Erinnerungsorte.
Hatten die Internationalen Lagerkomitees im März 2026 bei einer Konferenz in Den Haag bereits gefordert, die Gedenkorte aller großen Konzentrations- und Vernichtungslager unter den Schutz der UNESCO zu stellen, mahnten die Vertreter von über 30 Gedenkorten an den Lagern und Haftstätten in Europa vor zunehmendem politischem Druck. Dabei geht es nicht nur um direkte Einflussnahme, sondern insbesondere durch die Einschränkung der Finanzierung de Behinderung der Handlungsfähigkeit und der pädagogischen Aufgabe in der Weitergabe des historischen Wissens an die heutigen Generationen. Aus verschiedenen Gedenkorte sind solche Klagen zu hören. Selbst die Ankündigung der deutschen Bundesregierung, weitere Gelder für verschiedene Gedenkorte zur Verfügung zu stellen, ändert daran nichts. Diese Mittel stehen grundsätzlich für Sicherheitskonzepte der Einrichtungen zur Verfügung, weniger für pädagogische oder Vermittlungsarbeit.
Wie wenig Empathie für die historischen Erinnerungsorte in Teilen Europas vorhanden ist, zeigt ein aktuelles Beispiel aus Österreich. Das Internationale Mauthausen Komitee (CIM) verbreitete in diesen Tagen eine Erklärung gegen die kommerzielle Nutzung des Areals des Außenlagers des KZ Mauthausen in Leobersdorf, südlich von Wien. In diesem Außenlager waren etwa 400 Frauen, die aus dem KZ Ravenbrück zur Zwangsarbeit nach Österreich deportiert wurden, untergebracht, darunter etwa 200 Fraue aus der Sowjetunion. Sie wurden vom September 1944 bis April 1945 als Zwangsarbeiterinnen in der Hirtenberger Munitionsfabrik unter schlimmen Arbeitsbedingungen eingesetzt. Nachdem die alliierten Befreier näher kamen, wurde das Lager geschlossen und die Frauen zu Fuß zum Lager Mauthausen transportiert. Auf diesem Todesmarsch wurden weitere Frauen getötet.
Alle Bestrebungen, einen angemessenen Gedenkort an diesem noch erhaltenen Areal zu schaffen, scheiterten in der Vergangenheit. Nun soll sogar dieser historische Ort im Interesse eines deutschen Lebensmittelkonzerns überbaut werden. Kritische Anfragen an den Bürgermeister des Ortes Ramharter zu diesem Projekt kommentierte dieser – wie französische Medien berichteten – mit der Bemerkung: „Wir haben in Mauthausen eine große, sehr gut ausgestattete Gedenkstätte; wir sollten zwar Gedenkstätten schaffen, aber wir brauchen keine 2.000 davon in Österreich.“
Im Gegensatz zu dieser Behauptung betont das Internationales Mauthausen-Komitee, dass bislang nur für einen Bruchteil der fast 50 Außenlager des Konzentrationslagers Mauthausen angemessene Gedenkstätten errichtet wurden. Die von Ramharter genannte Zahl von 2.000 ist eine Unterstellung und kommt einer Verhöhnung aller Opfer des grausamen Mauthausen-KZ-Systems gleich. Ein Angebot des Bürgermeisters und des Investors, am Westrand des Geländes einen Grünstreifen, der nicht gewerblich genutzt werden darf, als Ort der Erinnerung an das NS-Lager (Kriegsgefangenen-, Zwangsarbeits- und Frauenkonzentrationslager) zu nutzen, betrachtet das CIM als unzureichend, solange nicht jener Teil des Frauenlagers, der bislang unbebaut ist, freigehalten wird. Natürlich unterstützt die FIR dieses Anliegen des CIM.
Aus Thüringen (Deutschland) erhielten wir die Nachricht, wie die dortigen Regierungsparteien mit einem Antrag unter dem wohlklingenden Titel „Erinnerungskultur in Thüringen und Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft aller Völker dauerhaft pflegen – den Erhalt von Gräbern und Denkmalen unterstützen“ Geschichtsrevision und Umschreibung von Erinnerungskultur unterstützen, die die realen Gedenkorte ausblendet und antifaschistische Erinnerung zugunsten deutscher Kriegstoten und Betroffenen der Umsiedlung nach dem Zweiten Weltkrieg ausblendet. Man wolle „der Soldaten, die in den beiden Weltkriegen und anderen Kriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren haben“, gedenken, heißt es in dem Text. Zurecht kritisieren die antifaschistischen Verbände und Erinnerungsinitiativen in einem offenen Brief, dass in dieser Erklärung kein Wort über die faschistischen Verbrechen und die politisch Verantwortlichen zu finden ist. Stattdessen wird von „Krieg und Gewaltherrschaft“ gesprochen, worunter dann gleichermaßen die NS-Barbarei und die DDR-Zeit sowie alle sozialistischen Staaten verstanden werden. Dies wird als Rückfall in eine westdeutsche Erinnerungspolitik vor mehr als 50 Jahren kritisiert. Die FIR unterstützt auch diese Proteste gegen alle Formen von Geschichtsvergessenheit.

28/08/2026

Historical Remembrance under political pressure

In recent weeks, we have received reports from various European countries of attacks on the historical memory of N**i persecution and memorial sites.
While the International Camp Committees had already called for the memorial sites of all major concentration and extermination camps to be placed under UNESCO protection at a conference in The Hague in March 2026, representatives from over 30 memorial sites at camps and places of detention across Europe have now warned of increasing political pressure. This issue involves not only direct influence but, in particular, the restriction of funding—which hinders the ability to act and the educational mission of passing on historical knowledge to today’s generations. Such complaints are being heard from various memorial sites. Even the German federal government’s announcement that it will provide additional funds for various memorial sites does nothing to change this. These funds are primarily earmarked for the facilities’ security measures, rather than for educational or outreach work.
A recent example from Austria illustrates just how little empathy there is for these historical memorial sites in parts of Europe. The International Mauthausen Committee (CIM) recently issued a statement opposing the commercial use of the grounds of the Mauthausen concentration camp’s satellite camp in Leobersdorf, south of Vienna. This satellite camp housed approximately 400 women who had been deported from the Ravenbrück concentration camp to Austria for forced labor, including about 200 women from the Soviet Union. From September 1944 to April 1945, they were employed as forced laborers at the Hirtenberg munitions factory under horrific working conditions. As the Allied liberators drew nearer, the camp was closed, and the women were marched on foot to the Mauthausen camp. More women were killed during this death march.
All past efforts to create a fitting memorial site on this still-preserved grounds have failed. Now, even this historic site is slated to be built over in the interest of a German food conglomerate. When asked about this project, the mayor of the town, Ramharter, responded—as reported by French media—with the remark: “We have a large, very well-equipped memorial site in Mauthausen; while we should certainly create memorial sites, we don’t need 2,000 of them in Austria.”
Contrary to this claim, the International Mauthausen Committee emphasizes that, to date, appropriate memorials have been erected for only a fraction of the nearly 50 satellite camps of the Mauthausen concentration camp. The figure of 2,000 cited by Ramharter is an insinuation and amounts to a mockery of all the victims of the brutal Mauthausen concentration camp system. The CIM considers an offer by the mayor and the investor to use a greenbelt on the western edge of the site—which may not be used for commercial purposes—as a place of remembrance for the N**i camp (prisoner-of-war, forced-labor, and women’s concentration camps) to be insufficient as long as the part of the women’s camp that remains undeveloped is not kept open. Naturally, the FIR supports this concern of the CIM.
We received news from Thuringia (Germany) about how the ruling parties there are submitting a motion under the euphemistic title “Permanently fostering a culture of remembrance in Thuringia and commemorating the victims of war and tyranny among all peoples—supporting the preservation of graves and memorials” are promoting historical revisionism and a rewriting of the culture of remembrance that obscures actual memorial sites and suppresses anti-fascist remembrance in favor of German war dead and those affected by resettlement after World War II. The text states that the intention is to commemorate “the soldiers who died in both world wars and other wars, and the people who lost their lives as a result of acts of war or subsequently in captivity, as displaced persons, and as refugees.” Anti-fascist organizations and remembrance initiatives rightly criticize in an open letter that this declaration contains not a single word about fascist crimes or those politically responsible. Instead, the statement refers to “war and tyranny,” a term that is then interpreted to encompass N**i barbarism, the GDR era, and all socialist states alike. This has been criticized as a regression to West German remembrance policies from more than 50 years ago. The FIR also supports these protests against all forms of historical amnesia.

21/08/2026

70 Years Ago: The Ban on the Communist Party of Germany (KPD)

This time, we commemorate the ban on the KPD issued on August 17, 1956, by the highest court of the Federal Republic of Germany (FRG)—a move that was unprecedented among Western European nations at the time, though it was influenced by the Cold War and political repression in the United States (the McCarthy era).
But first, it is important to recall that the Communists and their supporters—as in most European countries—were among the most important forces in the anti-fascist struggle and among the activists opposing the advance of the NSDAP and its street-fighting organization, the SA. Although German fascism brutally persecuted all organizations of the labor movement, the Communists managed to organize an anti-fascist struggle even within the German Reich during the 12 years of N**i barbarism. In this struggle, which also had to hold its ground against the German “Volksgemeinschaft,” at least 30,000 Communists lost their lives, and a total of 150,000 fell victim to fascist persecution. Given this stance, it was entirely understandable that the liberated and surviving supporters of the KPD became key players in the anti-fascist and democratic renewal following liberation 1945.
However, this social recognition was incompatible with the political objectives of the political restoration in the Federal Republic of Germany (FRG), founded in 1949, as pursued by the Western Allies and the federal government of the time. Although the KPD won only a few seats in the German Bundestag during those years, communists and their allied forces were active in the extra-parliamentary movement against renazification and remilitarization. As a result, the Adenauer government began to outlaw the KPD. As early as 1950, efforts began to remove supporters of “KPD-affiliated organizations” from public service. Distinguished anti-fascists lost their positions in government agencies and the judiciary. This was followed in 1951 by the banning of the “Referendum against Remilitarization” and, in June, of the Free German Youth (FDJ). Even regional organizations of the Association of Victims of the N**i Regime (VVN) were banned. In August 1951, criminal provisions against high treason, endangering the state, and treason were introduced, and special political criminal chambers were established; through these, over 200,000 investigations were initiated between 1951 and 1958, and approximately 10,000 West Germans were sentenced to prison terms. In November 1951, the federal government filed a motion to ban the KPD.
Former N**i lawyers, such as Willi Geiger, served on the Federal Constitutional Court. Geiger was a member of the SA and the NSDAP; from 1941 to 1943, he worked as a prosecutor at the Bamberg Special Court, where he was responsible for several death sentences. After 1945, he was classified as “exonerated” and, beginning in 1951, was among the first judges at the newly established Federal Constitutional Court. It later came to light how this judge continuously informed the Adenauer government about internal decision-making processes at the Federal Court of Justice and the Federal Constitutional Court.
Hans Ritter von Lex, State Secretary in the Federal Ministry of the Interior, acted as the federal government’s representative for this motion to ban the party. From 1933 to 1945, he had served as a senior government official in the fascist Ministry of the Interior. Since he was not, nominally, a member of the NSDAP, nothing stood in the way of his career after 1945. At the opening of the court proceedings in 1954, he described the KPD in N**i-style rhetoric as a “dangerous source of infection within the body of our people, sending toxins into the bloodstream of the state and social life of the Federal Republic.” The proceedings yielded the desired result—despite public criticism from both within Germany and abroad. The KPD was banned on August 17, 1956.
On the same day, over 3,000 offices and apartments were searched, KPD officials were arrested, and printing shops, publishing houses, and editorial offices were shut down. The party’s assets, including real estate, printing presses, and cars, were confiscated by the state. A particularly cynical consequence of this ban was the retroactive withdrawal of compensation payments for periods of detention under fascist rule from numerous principled anti-fascists who remained true to their political convictions. At the time, the FIR and many of its member organizations protested against this ideological conviction in the Federal Republic of Germany.
To this day, the ban on the KPD has not been lifted, even though a legal Communist Party has existed in the Federal Republic of Germany again since 1968. Like the Sword of Damocles—which, among other things, provided the basis for the policy of professional bans („Berufsverbote“) and other state reprisals—the ban still exists in reunified Germany and appears to serve as a “bad example” for reprisals against communist parties in Central and Eastern European countries in particular.

21/08/2026

Vor 70 Jahren: Verbot der Kommunistischen Partei Deutschland (KPD)

Wir erinnern diesmal an das KPD-Verbot vom 17. August 1956 durch das höchste Gericht der BRD, das für die westeuropäischen Staaten damals einmalig war, was jedoch durch Kalten Krieg und politische Repression in den Vereinigten Staaten (McCarthy-Ära) beeinflusst wurde.
Doch zuerst gilt es daran zu erinnern, dass die Kommunisten und ihre Anhänger – wie in den meisten europäischen Ländern – zu den wichtigsten Kräften im antifaschistischen Kampf, zu den Aktivisten gegen den Vormarsch der NSDAP und ihrer Straßenkampf-Organisation SA gehörten. Obwohl der deutsche Faschismus alle Organisationen der Arbeiterbewegung brutal verfolgte, vermochten es die Kommunisten in den 12 Jahren der N**ibarbarei selbst im Deutschen Reich einen antifaschistischen Kampf zu organisieren. In diesem Kampf, der sich auch gegen die deutsche „Volksgemeinschaft“ behaupten musste, ließen mindestens 30.000 Kommunisten ihr Leben, insgesamt 150.000 wurden Opfer faschistischer Verfolgung, Mit dieser Haltung war es vollkommen verständlich, dass die befreiten und überlebenden Anhänger der KPD zu wichtigen Akteuren des antifaschistisch- demokratischen Neubeginns nach der Befreiung gehörten.
Doch diese gesellschaftliche Anerkennung vertrug sich nicht mit den politischen Zielsetzungen der politischen Restauration in der 1949 gegründeten BRD, wie sie von den Westalliierten und der damaligen Bundesregierung betrieben wurden. Zwar erreichte die KPD in diesen Jahren nur wenige Mandate im Deutschen Bundestag, jedoch waren Kommunisten und die mit ihnen verbundenen Kräfte aktiv in der außerparlamentarischen Bewegung gegen Renazifizierung und Remilitarisierung. Als Konsequenz begann die Adenauer-Regierung die KPD zu illegalisieren. Bereits 1950 begann man damit, Anhänger „KPD-naher Organisationen“ aus dem öffentlichen Dienst zu entfernen. Verdiente Antifaschisten verloren ihre Anstellungen in Verwaltungen und Justiz. Es folgten 1951 das Verbot der „Volksbefragung gegen die Remilitarisierung“ und im Juni der Freien Deutsche Jugend (FDJ). Selbst Landesorganisationen der Vereinigung der Verfolgten des N**iregimes (VVN) wurden verboten. Im August 1951 wurden Strafvorschriften gegen Hochverrat, Staatsgefährdung und Landesverrat eingeführt und politische Sonderstrafkammern eingerichtet, durch die 1951 bis 1958 über 200.000 Ermittlungen eingeleitet und rund 10.000 Westdeutsche zu Haftstrafen verurteilt wurden. Im November 1951 beantragte die Bundesregierung das KPD-Verbot.
Im Bundesverfassungsgericht saßen ehemalige N**ijuristen wie Willi Geiger. Dieser war Mitglied der SA, der NSDAP, von 1941-1943 arbeitete er als Staatsanwalt beim Sondergericht Bamberg, wo er für mehrere Todesurteile Verantwortung trug. Nach 1945 wurde er als „Entlastet“ eingestuft und gehörte ab 1951 zu den ersten Richtern am neu geschaffenen Bundesverfassungsgericht. Später wurde bekannt, wie dieser Richter kontinuierlich die Regierung Adenauer über interne Entscheidungsfindungen von Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht informierte.
Als Vertreter der Bundesregierung für diesen Verbotsantrag fungierte der Staatssekretär im Bundesinnenministerium Hans Ritter von Lex. Dieser war von 1933 bis 1945 Oberregierungsrat im faschistischen Innenministerium. Da er nominell nicht NSDAP Mitglied war, stand seiner Karriere nach 1945 nichts im Wege. Bei der Eröffnung des Gerichtsverfahrens 1954 bezeichnete er die KPD in N**idiktion als „gefährliche(n) Infektionsherd im Körper unseres Volkes, der Giftstoffe in die Blutbahn des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens der Bundesrepublik“ sende. Das Verfahren brachte – trotz öffentlicher Kritik aus dem In- und Ausland – das gewünschte Ergebnis. Die KPD wurde am 17. August 1956 verboten.
Am gleichen Tag wurden über 3.000 Büros und Wohnungen durchsucht, KPD-Funktionäre verhaftet, Druckereien, Verlage und Redaktionen geschlossen. Das Parteivermögen, darunter Immobilien, Druckmaschinen und Autos wurde vom Staat eingezogen. Eine besonders zynische Konsequenz dieses Verbotes war der rückwirkende Entzug der Entschädigungszahlungen für faschistische Haftzeiten für zahlreiche aufrechte Antifaschisten, die weiterhin ihrer politischen Überzeugung treu blieben. Damals protestierten die FIR und viele Mitgliedsverbände gegen dieses Gesinnungsurteil in der BRD.
Bis heute ist das KPD-Verbot nicht aufgehoben, auch wenn es seit 1968 wieder eine legale kommunistische Partei in der BRD gibt. Als Damokles-Schwert, was u.a. die Grundlage für die Berufsverbotspolitik und andere staatliche Repressalien lieferte, existiert das Verbot auch im wiedervereinigten Deutschland und scheint insbesondere in mittel- und osteuropäischen Ländern „schlechtes Vorbild“ für Repressalien gegen dortige kommunistische Parteien zu sein.

14/08/2026

Fidel Castro – der Repräsentant der antikolonialen Bewegung

Zum 100. Geburtstag von Fidel Castro existieren bereits vielfältige Stimmen, die sein Wirken als Kommunist und Organisator der kubanischen Revolution würdigen. Für die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), in deren Reihen unterschiedliche politische Überzeugung aus der Gemeinschaft des antifaschistischen Kampfes verbunden sind, ist Fidel Castro dennoch eine Persönlichkeit, an von allen Mitgliedsverbände respektiert wurde.
Aus frühen Zeitschriften geht hervor, wie die FIR-Verbände schon Ende der 1950er Jahre den Sturz der Batista-Diktatur durch die „Bewegung des 26. Juli“ begrüßt haben. Insbesondere die soziale Leistung der kubanischen Revolution, die allen Menschen Bildung und medizinische Versorgung garantierte, war zum damaligen Zeitpunkt für viele Teile der Welt vorbildlich. Die Tatsache, wie die US-Regierung mit einer menschenverachtenden Embargo-Politik und im April 1961 auch mit der Organisation einer Söldnerarmee („Schweinebucht“) diese progressive Entwicklung zu stoppen versuchte, brachte Castro und der kubanischen Revolution große Sympathien in der antifaschistische Bewegung.
Mit großer Sorge verfolgten alle Antifaschisten die dramatische Entwicklung in der Kuba-Krise 1962. Sie wurde einmal mehr zur Bestätigung der gemeinsamen Politik gegen die Gefahr eines Atomkrieges und die Notwendigkeit der militärischen Entspannungspolitik zwischen Staaten unterschiedlicher Gesellschaftsordnung.
Vorbildlich aus der Sicht der Mitgliedsverbände der FIR war die internationalistische Haltung Kubas und Fidel Castros für die antikoloniale Bewegung. Auch wenn das Land insbesondere durch die wirtschaftliche und politische Unterstützung der Sowjetunion in seiner Existenz gesichert wurde, war Fidel Castro ein Anhänger der Blockfreiheit. Kuba wurde ein wichtiger Teil der Bewegung der Blockfreien Staaten, die zwischen den RGW-Staaten und den US-dominierten NATO-Staaten ein eigenes politisches Gewicht – insbesondere in der UN-Generalversammlung – entfalteten. Mehrfach trat Fidel Castro mit eindrucksvollen Reden auf den UNO-Generalversammlungen auf, von 1979 bis 1983 als Vorsitzender der Bewegung der Blockfreien Staaten. Aus dieser Verantwortung heraus beteiligte sich Kuba an antikolonialen Befreiungskämpfen und unterstützte insbesondere die „Volksbewegung zur Befreiung Angolas“ (MPLA), die mit ihrem antikolonialen Kampf gegen das portugiesische Salazar-Regime im April 1975 die „Nelken-Revolution“ möglich machte. Wenn die FIR und ihre Verbände den Sturz dieses faschistischen Regimes durch die Volksbewegung feiert, dann bleibt die kubanische Unterstützung des antikolonialen Kampfes unvergessen.
Mit Fidel Castros Namen ist eine weitere Dimension des Internationalismus verbunden, nämlich der Einsatz von Ärzten, Lehrern und Technikern zum Aufbau in den aus der kolonialen Abhängigkeit befreiten Ländern des globalen Südens. Dies ist nicht zuletzt das Ergebnis der Bildungsoffensive in Kuba, mit der eine große Zahl von Fachkräften – auch über den nationalen Bedarf hinaus – ausgebildet wurden. Die Zahlen sind beeindruckend. Bisher wurden über 50.000 Ärzte in über 60 Länder entsandt, die dort humanitäre Unterstützung leisten. Sie gingen nicht in die USA oder andere westliche Staaten, um großes Geld zu verdienen.
Fidel Castro bleibt aus der Sicht der antifaschistischen Verbände untrennbar mit der kubanischen Revolution und dem Streben des Landes nach Unabhängigkeit von dem militärisch übermächtigen Nachbarn USA verbunden. Das Ende des sozialistischen Staatensystems und die Ausweitung der US-Sanktionen machten die Lage auf der Insel zunehmend prekär, trotz der großen internationalen Solidarität, die sich alljährlich in der Abstimmung der Generalversammlung der Vereinten Nationen gegen die US-Sanktionspolitik zeigt. Aufgrund seines Gesundheitszustandes zog Fidel Castro sich 2009 aus der kubanischen Regierungspolitik zurück, dennoch blieb er eine prägende Persönlichkeit, wie die Reaktionen auf seinen Tod im November 2016 zeigten.
Regierungsvertreter aus dem globalen Süden würdigten ihn als Vertreter der antikolonialen und Unabhängigkeitsbewegung, die den Staaten der „Dritten Welt“ ihre internationale Würde zurückgegeben habe. Die FIR und ihre Mitgliedsverbände betonten insbesondere sein Eintreten zur Überwindung der Blockkonfrontation, womit die Losung „Nie wieder Krieg!“ eine große Unterstützung erhalten habe.

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