Wahlalternative

Wahlalternative Dokumente zur Geschichte der "Wahlalternative" (später WASG) seit 2004, die mit der PDS 2007 zur Partei DIE LINKE fusionierte

Redaktion: Irina Neszeri, Marc Mulia

13/03/2014

12.3.2004: ZEIT FÜR DEN ERSTEN PRESSESPIEGEL

Ralf Krämers Hoffnung sollte sich nicht erfüllen. Eine “nichtöffentliche Veranstaltung” blieb das Treffen in der Keithstraße nicht lange. Zu naheliegend war die Idee. Zu eklatant war der nicht vorhandene Konflikt unter den etablierten Bundestagsparteien, die sich maximal darüber stritten, wer die weitreichendsten “Reformen” zu Lasten von Löhnen, Sozialstaat und Arbeitsrechten wollten. Und zu verlockend war für viele in den Redaktionsstuben die Aussicht, dem in der Gesellschaft unübersehbaren Konflikt endlich ein Objekt und eine Geschichte zu geben.

Den Anfang machte am 9.3. das “Neue Deutschland”. Unter der Überschrift “Eine Partei für die APO” berichtete Tom Strohschneider, heute Chefredakteur des Blatts, über Ralf Krämers Strategiepapier und ein “lockeres Bündnis aus Gewerkschaftern, Aktiven aus sozialen Bewegungen und frustrierten Genossen”, das über “mögliche Reaktionen auf den sozialdemokratischen Regierungskurs” diskutiere. Der Weg, so Strohschneider, werde wohl trotz der wachsenden Proteste gegen die Agenda 2010 steinig. Nach dem Treffen im Berliner Gewerkschaftshaus sein nun zu erwarten, dass sich “das teils konspirativ anmutende Vorgehen” des Bündnisses ändere. Man suche Vernetzung und Öffentlichkeit.

WEITER LESEN im Blog:
http://www.10jahrewasg.de/

13/03/2014

Zeitreise: Was vor der Gründung der neuen LINKEN geschah

Einleitender Beitrag zur Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung zum 10. Jahrestag der Gründung der Wahlalternative von Heinz Hillebrand. Dokumentation des Vortrags vom 7.3.2014:

Liebe Genossinnen und Genossen, Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, Sehr geehrte Damen und Herren,
herzlich willkommen auf der Veranstaltung von Rosa-Luxemburg-Sifttung und der Wolfgang-Abendroth-Stiftungsgesellschaft zum 10 Jahrestag der Gründung der Wahlalternative. Mein Name ist Heinz Hillebrand, ich bin Mitglied des Vorstandes der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gleichzeitig war ich einer derjenigen, die sich am 5.3.2004 auf Einladung von Ralf Krämer im DGB-Haus in Berlin getroffen habe. Insofern verbindet sich mein persönlicher Lebensweg mit der Entwicklung des politischen Projektes, das schließlich in die Partei DIE LINKE mündete.
Heute wollen wir resümieren, historisch bewerten und diskutieren. Bevor wir damit beginnen, möchte ich versuchen, in die Zeit zu entführen, in der die Wahlalternative entstanden und überhaupt möglich geworden ist.

Die Vorgeschichte der Wahlalternative, soweit man das überhaupt eingrenzen kann, beginnt m.E. nicht zu Beginn der 2000er Jahre sondern bereits 1998. Damals gab es eine politische Initiative, die in Erfurt gegründet wurde, und die sich die Abwahl von Helmut Kohl und einen Politikwechsel zum Ziel gesetzt hatte. Unterzeichner der Erfurter Erklärung waren damals z.B. der Thüringer HBV-Vorsitzende Bodo Ramelow, der IG Metaller Horst Schmitthenner, Prof. Elmar Altvater, von dem noch die Rede sein wird, und viele andere. Nicht wenige, die ich damals – ich war dabei - kennengelernt hatte, waren auch beim Gründungsprozess der WASG dabei, nicht wenige von ihnen gehörten später auch, auf Seiten der PDS, zu den Kräften, die eine LINKE möglich machten. Die Ablösung von Kohl am 27. September 1998 gelang, der Politikwechsel nicht. Im Gegenteil, der Freude folgte bald die große Ernüchterung. Die ersten Maßnahmen: Wiedereinführung von100%iger Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und des Schlechtwettergelds, unter maßgeblichen Einfluss von Oskar Lafontaine, stimmten noch froh, aber dann ging es Schlag auf Schlag.

13.3.1999: Welt online – „Größter Dax-Kurssprung aller Zeiten – Dem Paukenschlag in Bonn, für den der Rücktritt von Finanzminister Oskar Lafontaine gesorgt hatte, folgte zum Ausklang der Woche ein wahres Kursfeuerwerk an der Frankfurter Börse.“

27.3.1999: Der Kosovo-Krieg beginnt, genauer gesagt der Überfall auf Jugoslawien.

13.5.1999: Unter massivem Einsatz von Joschka Fischer stimmt der Bielefelder Parteitag der Grünen mit 444 zu 318 Stimmen der deutschen Beteiligung am Kosovo-Krieg zu.
Nach dem Bielefelder Kriegsparteitag, der medial mit dem Wurf eines Farbeis auf Joschka Fischer in die Geschichte eingegangen ist, erhalten die Grünen einen Brief: „Meine Konsequenz: Ich werde aus der Grünen Partei, der ich seit 1979 (AL) angehöre, nicht sofort austreten, aber meinen Beitrag ab sofort einstellen. Ich werde ihn zur Unterstützung von jugoslawischen Gruppen verwenden, die die schrecklichen Folgen dieser Politik auszubaden haben.“ Der Brief ist von Elmar Altvater. In seiner Begründung bringt er zum Ausdruck, dass er über den Bielefelder Beschluss entsetzt ist. Ich zitiere: „Er enthält nichts anderes als die Unterstützung einer Außenpolitik, die nicht nur für einen illegalen Krieg verantwortlich ist, sondern Verbrechen gegen die Menschlichkeit billigend und unterstützend hinnimmt.“ So wie Elmar handelten tausende Mitglieder der Grünen, im Grunde verloren sie fast alle Aktiven aus der Friedensbewegung.

Am 1. Januar 2001 tritt das Steuersenkungessetz in Kraft, der Sozialabbau und die Umverteilung unter Rot-Grün – den Sozialabbau gab es natürlich schon früher, aber er erreicht jetzt eine neue Qualität – beginnt.
2002 folgt das vierte Finanzmarktförderungsgesetz und die Einführung der Riester-Rente. Im August des Jahres legt die Kommission für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt unter Peter Hartz ihren Bericht vor, die Hartz-Gesetze I-IV gegen in Folge sukzessive an den Start.
2002 gewinnt Schröder mit einer Positionierung gegen den Irak-Krieg noch einmal eine Bundestagwahl. Die PDS scheitert an der 5% Hürde, Gesine Lötzsch und Petra Pau sitzen einsam und allein auf 2 Sitzen hinten im Parlamentssaal.

2003: Der Sozialabbau geht weiter, das Investitionsmodernisierungsgesetz wird verabschiedet. Damit wurden die Hedgefonds in Deutschland eingeführt. Die Zeit reicht nicht aus, um heute Abend alle Maßnahmen aufzuführen, mit denen in dieser Zeit der Sozialstaat zerstört wurde.

14. März 2003: In einer Regierungserklärung verkündet Gerhard Schröder die Agenda 2010. Als Grundlage der „Reform“ diente der „Wirtschaftspolitische Forderungskatalog für die ersten hundert Tage der Regierung“ der Bertelsmann Stiftung, der u. a. im Wirtschaftsmagazin Capital publiziert wurde. Die Inhalte des Forderungskatalogs wurden in weiten Teilen übernommen.

Gegen das Kernstück des Umbaus der Sozialsysteme – die Kürzung des Arbeitslosengeldes auf ein Jahr und die Einführung des Arbeitslosengelds II – Hartz IV – formierte sich Protest in Erklärungen und auf der Straße.
1.11.2003: 100.000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen Sozialabbau, einer der Hauptredner ist der Stuttgarter ver.di-Geschäftsführer Bernd Riexinger. In Folge entwickelte sich eine neue soziale Bewegung gegen die Hartz-Gesetze. Im Jahr 2004 übernimmt diese Bewegung eine Protestform aus der DDR, die Montagsdemonstrationen.

Die Gegenbewegung gegen den Neoliberalismus wurde erst jetzt deutlich sichtbar, über lange Jahre konnte man von einer ungebrochenen neoliberalen Hegemonie sprechen.
Es vollzogen sich aber bedeutende Veränderungen unterhalb der Oberfläche.

Von 1990 bis 1998 sank die Mitgliederzahl der SPD um 168.000 von 943.000 auf 775.000; in den darauf folgenden Jahren von 1998 bis 2006 um 214.000 von 775.000 auf 561.000 – im Jahr nach der Ankündigung der Agenda 2010 verlor die SPD 50.000 Mitglieder (In Klammern: heute hat sie 477.000 Mitglieder, davon sind 16% Arbeiter, in der LINKEN sind es 19%).

Auch die Grünen verloren von 1998 bis 2002 8.000 ihrer 52.000 Mitglieder, was maßgeblich auf den Kosovo-Krieg zurückgeführt wird.

Im November 2003 gründete der Sozialdemokrat Albrecht Müller die Nachdenkseiten, 2004 erscheint sein Buch „Die Reformlüge“. Das Buch erscheint auf den Beststeller-Listen und erzielte hohe Auflagen. Es ist endlich eine antineoliberale Publikation mit größerer Reichweite.

Früher als in Deutschland wurde in Frankreich grundlegende Kritik am Neoliberalismus massenwirksam vertreten. In seiner berühmten Rede vor den streikenden Eisenbahnern am Gare de Lyon in Paris 1995 formulierte Pierre Bourdieu: „Der europäische Sozialstaat und die Zivilisiertheit unserer Städte sind Errungenschaften- so unwahrscheinlich und so kostbar wie Kant, Beethoven, Pascal und Mozart."

Bourdieu arbeitete an einer Internationale der Intellektuellen gegen den Neoliberalismus, was man manchmal auch in der Zeit lesen konnte.
Von vereinzelten Ausnahmen abgesehen, entwickelte sich eine breite intellektuelle Kritik am Neoliberalismus in Deutschland erst später.

In diesen Jahre passierte noch mehr. Es entwickelte sich eine globalisierungskritische Bewegung, als Beispiel seien die Demonstrationen anlässlich der G 8 Gipfel genannt. Attac leistete anti-neoliberale Aufklärungsarbeit.

Aber nach der Einführung der Agenda 2010 und der Entwicklung einer neuen sozialen Bewegung spürten viele, vor allem die „political animals“: Da liegt etwas in der Luft, die bleiernen Jahre für die Linke nach 1989 sind vorbei.

In einem Papier vom 5.2.2004 wird formuliert:
„Die soziale Opposition ist sich einig in der Ablehnung des Sozialabbaus, aber auch jeglicher Kriegspolitik und Aufrüstung, und in der abstrakten Behauptung, eine Alternative sei möglich. Sie ist schwach und uneinig in der Deutung der Krisenprozesse und ihrer Ursachen und in der Darstellung, wie denn eine Alternative aussehen könne, die nicht nur gerechter ist, sondern auch die Probleme besser bewältigt. Um weiter und in die Offensive zu kommen, müssen die Gegner hier, auf dem zentralen Feld ihres Diskurses angegriffen werden.“

Der Verfasser dieser Zeilen, Ralf Krämer, ist hier und ich bitte ihn und andere Gründungsmitglieder der Wahlalternative zur ersten Diskussionsrunde auf die Bühne.

Fotos: Irina Neszeri
10/03/2014

Fotos: Irina Neszeri

10/03/2014

MÄRZ 7, 2014
“DAS WAR EINE WILDE ZEIT” – DREI FRAGEN AN BERND RIEXINGER
F: Was war die wichtigste Voraussetzung für die Gründung der WASG?

BR: Ich glaube, wichtig waren vor allem zwei Dinge. Zum einen waren da die von unten getragenen Proteste gegen die Agenda 2010. Man darf nicht vergessen. Am 1. November2003 war eine Demonstration gegen Sozialabbau spontan auf 100.000 Leute angewachsen. Am 3. April 2004 war eine halbe Million gegen Schröder auf der Straße. Die Menschen hatten eine Mordswut. Überall im Land entstanden Initiativen. Da sind Leute neu oder wieder politisiert worden, die lange nicht aktiv waren. Und zum zweiten war die große Zahl gestandener Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter wichtig. Die waren in der ersten Phase vielerorts das organisatorische Rückgrat. Ich bin denen, die damals die WASG von unten aufgebaut haben, bis heute dankbar.

MEHR:
http://10jahrewasg.de/

ND: Wie auf einem KlassentreffenEinstige Aktivisten der Wahlalternative erinnerten sich gemeinsam an die alten Zeiten. U...
10/03/2014

ND: Wie auf einem Klassentreffen
Einstige Aktivisten der Wahlalternative erinnerten sich gemeinsam an die alten Zeiten. Und reiben sich an den neuen. (...)
Ein Hauch von Revolte weht durch den Salon im ND-Gebäude am Franz-Mehring-Platz, aber auch ein bisschen Wehmut. Die Zeiten sind vorbei, wie es aussieht. Die Menschen haben trotz zunehmender Spaltung der Gesellschaft ihren Frieden mit den Verhältnissen gemacht, im Vergleich zu anderen Ländern steht Deutschland wie ein Flaggschiff der Stabilität in der Krise. Und viele Genossen treibt nicht nur an diesem Abend das Gefühl um, dass sie versagt haben, dass die Chance von damals vergeigt ist.

«Nein, so ist es doch nicht.» Bernd Riexinger, der heutige Parteivorsitzende der LINKEN, steht wie Klaus Ernst für die vielen Gewerkschafter aus der mittleren Funktionärsebene, die damals das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Jammern verstelle nur den Blick, meint er. Die LINKE ist etabliert, die Gewerkschaften, die 2003 gelähmt und ohne tarifliche Verhandlungsmacht waren, sind heute wieder erstarkt. Der Zeitgeist hat sich mehrheitlich vom Glauben an den Neoliberalismus verabschiedet, der Einzelhandel soeben im größten Streik seit Kriegsende die Auflösung der Tarifeinheit verhindert, ist das alles nichts?

Dennoch: Bei aller Begeisterung darüber, dass es gelang, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, ist eine Art Phantomschmerz geblieben. Als Oskar Lafontaine vor der Bundestagswahl 2005 in die WASG eintrat, erhielt diese einen kräftigen Schub, ihre Erfinder verloren zugleich die Kontrolle über das weitere Vorgehen. Nun war die gesamtdeutsche Linke Thema, nicht mehr die linke Familie des Westens. Das war gut. Und es war der Anfang vom Ende des Aufbruchs von unten.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/926318.wie-auf-einem-klassentreffen.html

Was war, was bleibt, wie weiter? In Berlin wurde am Freitagabend auf die Gründung der Wahlalternative vor zehn Jahren zurückgeblickt. Ein Hauch von Revolte war zu spüren. Aber auch ein bisschen Wehmut.

Beginn unserer Jubiläumsveranstaltung. Heinz Hillebrand nimmt uns auf eine Zeitreise mit, die 1999 beginnt. Jugoslawien-...
07/03/2014

Beginn unserer Jubiläumsveranstaltung. Heinz Hillebrand nimmt uns auf eine Zeitreise mit, die 1999 beginnt. Jugoslawien-Überfall und Bruch bei den Grünen. Erfurter Appell. Hartz-Gesetze. Sozialproteste. Ausblicke nach Frankreich...

NEU bei "10 Jahre WASG"Fundstück: Ralf Krämer lädt ein. Mail vom 17. Februar 2004 mit der Einladung zum nicht öffentlich...
07/03/2014

NEU bei "10 Jahre WASG"

Fundstück: Ralf Krämer lädt ein. Mail vom 17. Februar 2004 mit der Einladung zum nicht öffentlichen Vernetzungstreffen am 5. März.

http://10jahrewasg.de/

10 Jahre WASG: Seit dem 5. März 2004 bewegten sich Initiativen und vor allem viele Menschen aus unterschiedlichen politi...
07/03/2014

10 Jahre WASG: Seit dem 5. März 2004 bewegten sich Initiativen und vor allem viele Menschen aus unterschiedlichen politischen Ecken miteinander in Richtung einer neuen Wahlformation für die nächsten Bundestagswahlen. Im Jubiläumsjahr wollen wir die Geschichte nachzeichnen, die 2007 zusammen mit der PDS zur Neugründung der Partei DIE LINKE führte.

Im Netz unter: http://10jahrewasg.de/

und auch hier auf FACEBOOK.

06/03/2014

Aus dem Gründungspapier der Initiative "Wahlalternative", März 2004:

"Viele halten eine Wahlalternative und neue politische Formation für nötig, sind aber skeptisch, ob ein solches Projekt realisierbar ist. Das entscheidet die Praxis, es passiert nicht einfach so oder anders, sondern es muss getan werden. Es erscheint nicht unmöglich, also müssen wir es zumindest versuchen. Wenn sich herausstellen sollte, dass es doch (noch) nicht zu schaffen sei, kann die erreichte Formierung dennoch wichtig sein für Zwischen- schritte und für die Zukunft. Die Chance für eine neue soziale Kraft besteht. Wir wollen versuchen, sie zu nutzen."

https://web.archive.org/web/20040324100528/http://www.wahlalternative.de/downloads/Wahlalternative.pdf

Im BLOG "10 Jahre WASG" gibt es fortlaufend lesenswerte Texte mit vielen bisher unbekannten Informationen zur Entstehung...
06/03/2014

Im BLOG "10 Jahre WASG" gibt es fortlaufend lesenswerte Texte mit vielen bisher unbekannten Informationen zur Entstehung der "neuen Linkspartei":

http://10jahrewasg.blogspot.de/

WASG: Wir haben nicht um Erlaubnis gefragtDer DGB-Chef hielt die Sache »für einen Fehler, geradezu für eine Torheit«. Di...
06/03/2014

WASG: Wir haben nicht um Erlaubnis gefragt

Der DGB-Chef hielt die Sache »für einen Fehler, geradezu für eine Torheit«. Die SPD-Führung drohte mit Parteiausschluss. Doch die Öffentlichkeit war elektrisiert: Vor zehn Jahren begann die kurze Geschichte der Wahlalternative - eine Geschichte mit Folgen.

Ralf Krämer, Jahrgang 1960, war Landeschef der Jusos in Nordrhein-Westfalen und trat 1999 aus der SPD aus. Von 2001 bis 2004 war er Mitglied der PDS, seit 2002 arbeitet er als Gewerkschaftssekretär beim ver.di-Vorstand. Nach der Gründung der WASG gehörte Krämer deren Bundesspitze an, heute ist er im Sprecherkreis der Linkspartei-Strömung Sozialistische Linke aktiv. Mit ihm sprach Tom Strohschneider über die WASG als »Gewerkschaftspartei« mit Segen der Vorstände, über die Initialzündung Neuwahlen 2005, über damalige Linke-Wählerpotenziale zusätzlich zur PDS und über die Traditionen der beiden 2007 fusionierten Parteien.

http://www.neues-deutschland.de/artikel/925682.wasg-wir-haben-nicht-um-erlaubnis-gefragt.html

Der DGB-Chef hielt die Gründung der WASG »für einen Fehler, geradezu für eine Torheit«. Ralf Krämer trat 1999 aus der SPD aus. Nach der Gründung der WASG gehörte Krämer deren Bundesspitze an. Mit ihm sprach Tom Strohschneider.

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