07/09/2026
40 Jahre – 40 Aspekte Teil XVI:
Bewährt und aus Tradition gut: Das Frühstück für Menschen mit HIV
Es ist zweifelsfrei das älteste kontinuierlich bestehende Angebot der Aidshilfe Bochum: Das Frühstück für Menschen mit HIV.
Seine Geschichte reicht weit zurück. Begonnen hat es im St. Josef-Hospital Bochum, in der interdisziplinären immunologischen Ambulanz. Dort entstand ca. 1998 ein Ort, an dem Menschen mit HIV nicht nur medizinisch versorgt wurden, sondern auch miteinander in Kontakt kommen konnten. Und genau das war der ehrenamtlichen Mitarbeiterin, Petra de Oliveira, besonders wichtig.
Und ja: Am Anfang wurde beim Frühstück auch noch geraucht. Die Zeiten haben sich verändert. Das Frühstück ist geblieben. Die Anwesende müssen nun am FLUID draußen rauchen
Bis heute geht es bei diesem Angebot um weit mehr als Essen und Kaffee. Es schafft einen verlässlichen Raum für Begegnung, Austausch und Gemeinschaft. Menschen mit HIV treffen andere, die ähnliche Erfahrungen kennen. Sie können miteinander reden, lachen, diskutieren oder einfach gemeinsam Zeit verbringen – ohne ihre HIV-Infektion erklären oder rechtfertigen zu müssen. Gerade weil HIV noch immer mit Stigmatisierung verbunden sein kann, sind solche Räume wichtig. Sie können Einsamkeit entgegenwirken und soziale Kontakte ermöglichen. Gleichzeitig ist das Frühstück ein niedrigschwelliger Zugang zur Aidshilfe. Viele Gespräche über Gesundheit, Therapie, soziale Fragen oder persönliche Belastungen entstehen ganz selbstverständlich am Frühstückstisch.
Das Frühstück ist damit nicht nur das älteste kontinuierliche Angebot der Aidshilfe Bochum. Es ist auch ein Stück gelebte Aidshilfe-Geschichte.