03/09/2026
Prof. Hendrik Streeck im Dialog mit der Gesundheitskommission
Prävention als notwendige Lösung im Gesundheitssystem
Der bekannte Arzt und Virologe Prof. Dr. Hendrik Streeck, seit 2025 MdB sowie Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, traf sich zum Dialog mit der Gesundheitskommission des Senat der Wirtschaft über Fragen der großen Herausforderungen im Bereich Gesundheit und Pflege.
In einem gut strukturierten Eingangsimpuls zeigte Streeck plausibel auf, wie wichtig ein Weg aus der systemischen „Reparaturmedizin“ zu einer vorsorgenden und evidenzbasierten Prävention, als regelhafte Normalität sein würde.
Der Politiker bekannte sich zu Schwächen der fehlenden Honorierung bei der Gesunderhaltung der Menschen. Ebenso beschrieb er das Dilemma im politischen Diskurs, denn ausbleibende Krankheit oder vermiedene Schäden seien jeweils komplizierter als Beleg von Erfolgen darstellbar, als eine erfolgte Heilung vorheriger Beeinträchtigung.
Als Wissenschaftler und Arzt kann Streeck jedoch die dramatischen Folgen der mangelnden Vorsorge, zu später Erkennung von Risiken und ebenso falschen Konsum von Tabak oder Drogen zielgenau einschätzen.
Im Dialog mit den Senatorinnen und Senatoren, die mehrheitlich eine gute Expertise im Gesundheitsbereich haben, bestand überwiegend Konsens, die Möglichkeiten der Prävention deutlich über bisherige Angebote ausweiten zu müssen.
Mehrfach genannt wurde
✅ eine Professionalisierung der betrieblichen Gesundheitsvorsorge,
✅ die Schaffung oder Verbesserung von Versicherungsangeboten,
✅ die vorausschauende diagnostische Beratung und Betreuung auch durch private Initiativen, wie Unternehmensvorsorge für Mitarbeitende und
✅ die frühkindliche Bildung zu den Themen der präventiven Gesundheitspflege.
✅ Zudem wurde auch die akademische Lehre als Reformmöglichkeit angesprochen.
MdB Prof. Streeck zeigte sich sehr offen für die praktischen Erfahrungen aus Unternehmen und weitere Impulse zu Möglichkeiten einer evidenzbasierten Prävention.
Er sagte zu, solche Vorschläge auch in die parlamentarischen Gremien mit einzubringen.
Seitens der Gesundheitskommission konnten Senatsvorstand Dr. Christoph Brüssel und Kommissionsvorsitzender Stephan Rotthaus ankündigen, konkrete Regelungsvorschläge und Lösungsimpulse, mit der Expertise mehrerer Senatorinnen und Senatoren ausarbeiten zu können und im weiteren Dialog mit dem Bundestagsabgeordneten und Beauftragten der Bundesregierung vorzustellen.
Dabei ist die besondere Positionierung des Senats der Wirtschaft, als gemeinwohlorientiert und nicht bestimmt durch die Vertretung von Einzelinteressen, als bemerkenswert und hilfreich bezeichnet worden. Streeck hatte auch über die Lobbyarbeit aus Industrie und Interessensvertretungen gesprochen. Er bezeichnete diese als teilweise hilfreich, jedoch in Einzelfällen auch als kritisch. Unabhängige Positionen und Erkenntnisse der praktischen Erfahrung seien willkommen.