12/05/2026
Das berichtete der General-Anzeiger Bonn am 29. April 2026 über unsere Bürgerdialogs-Veranstaltung in Mehlem.
BAD GODESBERG · WACHTBERG
Sorgen um die Verkehrssicherheit
Bei einer Dialog-Veranstaltung geht es vor allem um gefährliche Punkte auf Bad Godesberger Straßen
Von Kerstin Sievert
Bad Godesberg.Beim Dialogformat Herzenssprechstunde gingfür Mehlem und Lannesdorf ging es vor allem um Verkehrsthemen. Bevor die Bürger ihre Anliegen vorbringen und mit den Vertretern der Politik, der Polizei, der Stadt und verschiedener Institutionen darüber diskutieren konnten, wurden sie zunächst von Birgit Möllerke begrüßt. Sie ist Leiterin der Städtischen Begegnungsstätte Mehlem an der Utestraße, wo die Veranstaltung stattfand.
Journalistin Ebba Hagenberg-Miliu moderierte den Bürgerdialog und erklärte zu Beginn die Spielregeln: Die Bürger können sich bei dieser Veranstaltungsreihe direkt mit ihren Anliegen an die Zuständigen wenden und häufig finden sich sofort Lösungen oder die Kommunalpolitiker setzen die Themen auf ihre Agenda.
Zunächst steuerte Klaus Kosack, der ehemalige Chefstatistiker der Stadt Bonn, ein paar Zahlen bei. Sowohl in Lannesdorf als auch in Mehlem seien die Einwohnerzahlen im zurückliegenden Jahr leicht gestiegen, insgesamt sei Bad Godesberg ein aufstrebender Stadtteil. In Lannesdorf gebe es mit 12,5 Prozent eine relativ hohe Arbeitslosenquote, im statistischen Bezirk Mehlem-Rheinaue läge sie bei 7,5 Prozent, in Obermehlem bei 13 Prozent. Der Anteil von Einwohnern mit Migrationshintergrund liegt in Lannesdorf bei 44 Prozent, in Mehlem bei 39 Prozent.
Das erste Bürgeranliegen bezog sich auf eine unübersichtliche Straßeneinmündung in Lannesdorf, Ecke Kirchberg und Hoverstraße. Aus Sicht der Polizei sei dies kein Unfallschwerpunkt, mittels der vorhandenen Straßenverkehrsschilder sei eindeutig geklärt, in welcher Reihenfolge die Verkehrsteilnehmer fahren dürfen. Und ganz generell, bemerkte Polizeihauptkommissarin Petra Link, verlange Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme. Damit bilde er eine gute Grundlage für das Verhalten, nicht nur im Straßenverkehr. Der Rat an die Bürgerin lautete, sie möge einen Bürgerantrag stellen.
Weitere gefährliche Punkte sind aus Sicht der Bürger die Einmündung der Ließemer Straße auf „Am Noßbacher Weg sowie die Ampelkreuzung an der Ellesdorfer Straße zur Mehlemer Straße. Zwischen den Ampeln an der Ellesdorfer Straße befindet sich die Ausfahrt eines Supermarktes, dort kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen, da die Ausfahrenden die Ampelschaltung nicht sehen können. Das sieht auch die Polizei so und regte an, dass dort die Beschilderung geändert werden könne.
Einige Bürger wünschten sich mehr Kontrollen an der großen Kreuzung der B9 mit der Drachenburgstraße, denn aus ihrer Sicht werde dort gerast und es komme zur Gefährdung von Fußgängern, teils mit tödlichem Ausgang. Es entspann sich eine kontroverse Diskussion, in der unter anderem gefordert wurde, dass im innerstädtischen Bereich generell eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde gelten solle. Hierzu hieß es aus den Reihen der Verwaltung und Politik, dass bereits seit den 1980er Jahren in Bonn zahlreiche 30er Zonen eingerichtet wurden und die Erfahrung lehre, dass ohne Achsen, in denen 50 Kilometer pro Stunde erlaubt seien, die Autos vermehrt durch die Wohnstraßen fahren und die Belastung dort zunähme.
Als zweite negative Folge wurde erwähnt, dass sich natürlich auch die Transportzeiten in den Bussen verlängern. Von Seiten der Polizei hieß es, dass an der B9 regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen stattfänden und es zudem an der Strecke fest installierte Blitzer gibt. Weitere Nachfragen der Bürger betrafen die verschwundenen Textilsammelcontainer in Lannesdorf.
Dazu hieß es, sie sollen in den kommenden Wochen wieder an andere Stelle aufgestellt werden. Der schadhafte Belag der Deutschherrenstraße wurde von Radfahrern kritisiert. Nicht abgesenkte Bordsteine monierten Rollstuhlfahrer und andere Gehbehinderte. Eine Bürgerin wollte wissen, ob Bonnorange die Biotonnen auch mal reinige. Markus Krupp vom städtischen Entsorgungsunternehmen wies darauf hin, dass die Bürger das in Eigenregie regeln müssen. Mehrere Hausmeisterdienste bieten diese Dienstleistung kostenpflichtig an.
Die nächste Herzenssprechstunde findet am 18. Juni um 18 Uhr im Nachbarschaftszentrum der AWO in Friesdorf statt.