11/06/2026
[English version below]
Wie viele Täter versuchte Herbert Engelshoven sich 1945 seiner Strafe zu entziehen. Der gebürtige Bonner war zunächst niederländischer Staatsbürger und 25 Jahre alt. Er hatte sich als Deutscher einbürgern lassen und im Krieg als SS-Mann an der Front gekämpft. Ab Sommer 1944 war er Teil des „Sicherheitsdienst“ in Rotterdam.
Am 10. und 11. November 1944 kam es in Schiedam und im benachbarten Rotterdam zu einer großen Razzia. Über 50.000 Männer wurden zur Zwangsarbeit nach Deutschland und in den Osten-des Landes verschleppt. Die Brüder Johannes und Lambertus Eijkenbroek versteckten sich am 10. November bei Nachbarn. Am Folgetag wurden sie denunziert und festgenommen. Auf dem Weg zur SD-Zentrale in Rotterdam baten sie, von zuhause noch einige Dinge zu holen, was gestattet wurde. Sie gingen in die Wohnung, doch bei der Rückkehr eröffnete ein SD-Mann das Feuer auf Lambertus Eijkenbroek. Sein Bruder konnte noch die Tür schließen, wurde dann aber vom hinter ihm stehenden Engelshoven erschossen, der nach Schilderungen sein ganzes Magazin entleerte. Die Morde blieben Stadtgespräch und nicht die einzigen, an denen Engelshoven direkt beteiligt war.
1945 begann die Fahndung nach den Beschuldigten. Nach gründlichen Ermittlungen konnten Engelshoven und der mitangeklagte Dortmunder Bernhard Siebers in Deutschland aufgespürt und mithilfe der Alliierten ausgeliefert werden. Erst bestritten sie die Tat, legten aber ein Geständnis ab, als man sie auf dem Friedhof mit den Leichen der Brüder konfrontierte. Das Strafmaß für Engelshoven ist unbekannt, Siebers wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt und im April 1956 nach Deutschland entlassen.
Foto: Gefangene werden während der Razzia im November 1944 abgeführt (Nationaal Archief, Den Haag)
Like many perpetrators, Herbert Engelshoven attempted to evade punishment in 1945. Born in Bonn, he was initially a Dutch citizen and 25 years old. He became a naturalized German citizen and fought on the front lines as an SS officer during the war. Starting in the summer of 1944, he was part of the “Security Service” in Rotterdam.
On November 10 and 11, 1944, a large-scale roundup took place in Schiedam and neighboring Rotterdam. Over 50,000 men were deported to Germany and the eastern part of the country for forced labor. The brothers Johannes and Lambertus Eijkenbroek hid at a neighbor’s house on November 10. The following day, they were denounced and arrested. On the way to the SD headquarters in Rotterdam, they asked to retrieve a few items from their home, which was permitted. They went into the apartment, but upon their return, an SD officer opened fire on Lambertus Eijkenbroek. His brother managed to close the door, but was then shot by Engelshoven, who was standing behind him and, according to accounts, emptied his entire magazine. The murders became the talk of the town and were not the only ones in which Engelshoven was directly involved.
1945, the search for the accused began. Following a thorough investigation, Engelshoven and his co-defendant, Bernhard Siebers of Dortmund, were tracked down in Germany and extradited with the help of the Allies. At first they denied the crime, but confessed when confronted with the brothers’ bodies at the cemetery. The sentence for Engelshoven is unknown; Siebers was sentenced to 18 years in prison and released to Germany in April 1956.