03/12/2016
An die Öffentlichkeit
In der türkischen Provinz Adana im Süden des Landes sind am vergangenen Dienstag bei einem Brand in einem Wohnheim im Bezirk Aladağ mindestens elf Schülerinnen und ein Lehrer ums Leben gekommen und 22 weitere wurden verletzt.
Wir trauern mit allen Hinterbliebenen der Opfer.
Nach Angaben des Bürgermeisters von Adana, Hüseyin Sözlü, waren die Opfer zwischen 11 und 14 Jahre alt.
Der Brand brach gemäß Sözlu im Eingangsbereich aus und breitete sich schnell aus, weil ein Großteil des Gebäudes aus Holz bestand. Türen zur Feuertreppe seien verschlossen gewesen. Die Schlafräume hätten sich im obersten Stockwerk des Hauses befunden. In Panik seien einige Schülerinnen aus dem Fenster gesprungen, um sich vor den Flammen zu retten.
Die Schülerinnen hatten die Scheiben zerschlagen, viele sind vom einstürzenden Dach erschlagen worden. Die Feuerwehr konnte den Brand erst nach drei Stunden unter Kontrolle bringen.
Wir, der Türkische Jugendbund, fordern die sofortige Schließung, Enteignung und Verstaatlichung aller Derwischorden-Wohnheime, welche jeglicher staatlicher Kontrolle und Aufsicht entbehren und keineswegs die Voraussetzungen eines Wohnheims erfüllen.
Am 30.11.1925 wurde im Rahmen der Revolutionsgesetze unter dem türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk das Verbot und die Schließung der religiösen Gerichtshöfe, Derwischorden und -klöster angeordnet.
Heute nach genau 91 Jahren – am 30.11.2016 – tritt die Bedeutung und Richtigkeit dieser Revolutionsgesetze leider in Form einer großen Katastrophe nochmals in Erscheinung.
Während am Tag der Katastrophe das Amt der religiösen Angelegenheiten in der gleichnamigen Stadt ein Mufti-Gebäude im Wert von Millionenhöhe eröffnete, fehlt es bis heute in unzähligen Städten und Dörfern bis heute an Schulen, Wohnheimen, Krankenhäusern und jeglicher Grundversorgung.
Die Jugend bedarf einer staatlichen Erziehung und Bildung. Ihr Schicksal darf nicht in die Hände von Derwischorden- und klöster gelassen werden. Recht auf Bildung und Wissenschaftsfreiheit ist eines der wichtigsten Grund- und Menschenrechte. Gebetshäuser sind kein Ersatz für Schulen, Universitäten, Hochschulen und Bildungsinstitute – Derwischorden-Wohnheime dagegen keine Alternative zu staatlichen Studentenwohnheimen.
Wir, der Türkische Jungendbung, fordern die Türkische Regierung dazu auf, das Schicksal unserer Kinder und Jugendlichen nicht weiter zu gefährden. Wir sehen uns in der Pflicht, die Türkische Regierung daran zu erinnern, dass es eine der wichtigsten Aufgaben eines Staates ist, die Kinder zu schützen, denn sie sind unsere Zukunft.
Abschließen möchten wir mit den Worten des Türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk:
„Meine Herren, o Nation, wisset, dass die Republik Türkei nicht das Land der Scheichs, Derwische, ihrer Jünger und anderer Angehöriger sein kann. Der wahrste, der richtigste Weg ist der Weg der Zivilisation. Wissenschaft ist der wahrhaftigste Wegweiser im Leben.“