Landesarchäologie Bremen

Landesarchäologie Bremen Die Landesarchäologie Bremen kümmert sich um die Erforschung, die Pflege, den Schutz, sowie den Erhalt von archäologischem Kulturgut.

Die Petition findet ihr im ersten Kommentar.Teilt sie gerne, besonders mit eurem Freundes- und Bekanntenkreis in Nieders...
17/07/2026

Die Petition findet ihr im ersten Kommentar.
Teilt sie gerne, besonders mit eurem Freundes- und Bekanntenkreis in Niedersachsen! Danke :)

Bei Bauarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabeln in der Hoyaer Straße wurde ein außergewöhnlicher Fund gemacht: Ein gut...
03/07/2026

Bei Bauarbeiten zur Verlegung von Glasfaserkabeln in der Hoyaer Straße wurde ein außergewöhnlicher Fund gemacht: Ein gut erhaltener Frauenkopf aus Beton, der einst Teil einer Jugendstilfassade gewesen sein dürfte.

Der Kopf stammt vermutlich aus der Zeit zwischen 1890 und 1910 und zeigt typische Merkmale des Jugendstils wie fließendes Haar, feine Formen und eine schlichte, elegante Gestaltung. Auffällig sind die leeren Augenhöhlen, die darauf hindeuten könnten, dass die Figur hoch oben an einer Hausfassade angebracht war.

Obwohl Jugendstilfassaden für gewöhnlich bunt gestaltert wurden, sind keine Farbrückstände an der Figur zu erkennen. Vermutlich war sie (wie die Fische auf dem 4. Bild) mit einer dünnen weißen Schlämme überzogen, die über die Jahre abgeplatz ist.

Vergleichbare Fassadenfiguren finden sich noch heute an einigen Bremer Gebäuden und geben Hinweise darauf, wo der Frauenkopf einst seinen Platz gehabt haben könnte (siehe Bild 5 und 6).

Das Gräberfeld in Brinkum von Lea Rückert (Schulpraktikanntin)1891 wurden beim Abtragen von Sand und Humus an der Ecke F...
13/03/2026

Das Gräberfeld in Brinkum von Lea Rückert (Schulpraktikanntin)

1891 wurden beim Abtragen von Sand und Humus an der Ecke Feld- und Gartenstraße in Brinkum die ersten Urnen eines Gräberfeldes entdeckt. In den folgenden Jahrzehnten kamen weitere Funde hinzu. Insgesamt wurden bis 1936 rund 80 Urnen geborgen. Es handelt sich überwiegend um Brandbestattungen. Die Verstorbenen wurden verbrannt und der Leichenbrand anschließend zusammen mit Beigaben in Urnen beigesetzt.

Die meisten Funde lassen sich anhand von Gefäßformen, Verzierungen und Beigaben in die späte Kaiserzeit und frühe Völkerwanderungszeit datieren. Typisch sind bauchige Gefäße mit eingezogenem Hals sowie Verzierungen aus Riefen, Linienbändern und Stempelmustern. Zu den Beigaben gehören unter anderem Spinnwirtel, Fibeln, Perlen, Kammreste, Gürtelschnallen und Messergriffe.

Der Ursprung des Gräberfeldes reicht jedoch vermutlich weiter zurück. Einzelne Funde deuten bereits auf das Spätneolithikum hin. Das Ende der Nutzung wird in die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts datiert.

Viele der Urnen wurden vom Brinkumer Sammler Hans Peters geborgen. Durch seinen Gräberplan, ein Inventarbuch und Aquarellzeichnungen der Funde sind wichtige Informationen über das Gräberfeld bis heute erhalten.

Es ist Fundfreitag!„Jacobakannen“ von den Weserarkaden – Greta Bergmann (Schulpraktikantin)2021 wurden bei archäologisch...
06/03/2026

Es ist Fundfreitag!

„Jacobakannen“ von den Weserarkaden – Greta Bergmann (Schulpraktikantin)

2021 wurden bei archäologischen Ausgrabungen unter den Weser-Arkaden der Schlachte nahe der Wilhelm-Kaisen-Brücke zahlreiche Funde geborgen, darunter viele Keramikgefäße. Besonders auffällig sind sogenannte Jakobakannen. Diese Gefäßform wurde im 14. Jahrhundert in Siegburg bei Köln in großen Mengen produziert und über den Rhein- und Weserraum verbreitet – so auch nach Bremen. Vermutlich wurden sie in einem der umliegenden Gasthäuser genutzt.

Die Kannen bestehen aus Steinzeug, das bei etwa 1200 °C gebrannt wird. Dabei sintert der Ton, wodurch das Gefäß nahezu wasserdicht und sehr widerstandsfähig wird. Der heute gebräuchliche Name „Jacobakanne“ entstand allerdings erst im 17. Jahrhundert und geht auf eine spätere Legendenbildung zurück. Es handelt sich somit nicht um einen mittelalterlichen Produktionsbegriff.

Vorgeschichtliche Fußspuren sind keine „Zufallsabdrücke“, sondern direkte Spuren eines konkreten Moments: ein Schritt, e...
27/02/2026

Vorgeschichtliche Fußspuren sind keine „Zufallsabdrücke“, sondern direkte Spuren eines konkreten Moments: ein Schritt, eine Bewegung, ein Mensch an genau diesem Ort.

2019 wurden bei Ausgrabungen in Bremen-Arbergen solche Spuren freigelegt, unter den Resten eines frühmittelalterlichen Langhauses und zweier Grubenhäuser. Die hellen Abdrücke zeichneten sich deutlich im dunkleren Boden ab. Wahrscheinlich markieren sie einen schmalen Trampelpfad von Nord nach Süd.

Mindestens zwei rund 27 cm lange Vertiefungen lassen klar Ferse und Ballen erkennen: eindeutig menschliche Fußspuren. Weitere Abdrücke stammen vermutlich von Tieren. Erhalten blieben sie nur, weil sie kurz nach ihrer Entstehung von hellem Dünensand zugeweht und so versiegelt wurden.

Die rund 1500 Jahre alten Spuren datieren in die Völkerwanderungszeit bzw. ins Frühmittelalter. Damit sind es die bislang ältesten nachgewiesenen menschlichen Fußabdrücke im Stadtgebiet von Bremen. Sie sind unscheinbar, aber ein außergewöhnliches Zeugnis früher Stadtgeschichte.

Archäologie unter der Dionysiuskirche in Bremerhaven-WulsdorfIm Zuge von Bauarbeiten zur Erneuerung der Heizungsanlage a...
22/01/2026

Archäologie unter der Dionysiuskirche in Bremerhaven-Wulsdorf
Im Zuge von Bauarbeiten zur Erneuerung der Heizungsanlage an der Dionysiuskirche in Bremerhaven-Wulsdorf wurden im November und Dezember 2025 archäologische Untersuchungen im Außen- und Innenbereich des Kirchengebäudes durchgeführt. Anlass waren bauliche Eingriffe innerhalb des historischen Kirchhofareals sowie im Kircheninneren, das bereits bei früheren Maßnahmen archäologisch relevante Befunde geliefert hatte.
Im Außenbereich südlich des Kirchturms konnten mächtige Auffüllschichten mit zahlreichen fragmentierten menschlichen Knochen dokumentiert werden, die auf wiederholte Störungen älterer Bestattungen hinweisen. In tieferen Lagen wurden mehrere neuzeitliche Bestattungen in anatomisch korrekter Lage erfasst, darunter mindestens drei übereinanderliegende Belegungshorizonte. Eine Münze von 1838 belegt die Nutzung des Kirchhofs bis ins 19. Jahrhundert. Zudem wurde eine mittelalterliche Feldsteinmauer nachgewiesen, die vermutlich der Umfriedung oder Befestigung des Kirchenareals diente und später durch neuzeitliche Gräber überprägt wurde.
Im Innenraum der Kirche wurden mehrere Fußbodenhorizonte dokumentiert, darunter ein gotischer Ziegelboden, neuzeitliche Reparaturphasen sowie ein mittelalterlicher Lehmboden als früher Nutzungshorizont. Ergänzt werden die Befunde durch Gruben und Fundamentreste, die auf bauliche Veränderungen der Raumgliederung hinweisen, sowie durch Befunde im Bereich des ehemaligen Südeingangs.
Die Untersuchungen belegen die kontinuierliche Nutzung der Dionysiuskirche und ihres Kirchhofs vom Mittelalter bis in die Neuzeit und liefern neue Erkenntnisse zur Bau-, Nutzungs- und Bestattungsgeschichte eines zentralen Sakralstandorts im norddeutschen Raum.

„Abfall, Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft. Sowjetische Kriegsgefangene auf einem Bremer Müllplatz“ ein Vortrag von Josh...
08/01/2026

„Abfall, Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft. Sowjetische Kriegsgefangene auf einem Bremer Müllplatz“ ein Vortrag von Joshua Härtel

Eine Kooperation der Landesarchäologie mit der Landeszentrale für politische Bildung im Rahmen des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar)

Wann? Donnerstag, 26.02.2026 um 19.00 Uhr
Wo? In der Landeszentrale für politische Bildung, Birkenstraße 20/21.

Weitere Informationen: https://www.landeszentrale-bremen.de/blog/gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus-2026

und https://www.politische-bildung-bremen.de/veranstaltung/abfall-zwangsarbeit-

und-kriegswirtschaft-sowjetische-kriegsgefangene-auf-einem-bremer-muellplatz

Am 27. Januar 1945 befreiten sowjetische Soldaten das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Hier hatten die Nationalsozialisten zwischen 1940 und ...

Auszeichnung für Fernsehbeitrag über den ehemaligen Friedhof sowjetischer Kriegsgefangener Ein Sat 1-Reginal-Beitrag am ...
07/01/2026

Auszeichnung für Fernsehbeitrag über den ehemaligen Friedhof sowjetischer Kriegsgefangener
Ein Sat 1-Reginal-Beitrag am 8. Mai 2025 zum Anlass des Kriegsendes vor 80 Jahren hatte das Thema „Gezeichnet vom Nazi-Regime – Schicksale, die mahnen“ und berichtete unter anderem darüber, wie wir im Projekt zum Kriegsgefangenenfriedhof in Oslebshausen Personen identifizieren. Im Dezember wurde dieser Beitrag mit dem Niedersächsischen Medienpreis ausgezeichnet:
https://www.nlm.de/medienpreis/medienpreis-2025/fernsehen-information
Wir haben sehr gerne mit dem Journalist:innen-Team zusammengearbeitet und freuen uns mit ihnen!

In der Begründung der Jury heißt es: „Mit eindrucksvollen Bildern, klug und sensibel geführten Gesprächen und einer herausragenden journalistischen Gestaltung zieht dieser Beitrag sein Publikum unmittelbar in den Bann. Das Thema selbst ist in der Vergangenheit häufig und zurecht bereits beleuchtet worden, doch diese Umsetzung ist außergewöhnlich und besonders preiswürdig. Hier erhalten Menschen eine Stimme, die bislang selten gehört wurden.“

Der Niedersächsische Medienpreis 2025 in der Kategorie Fernsehen Information ging an Johanna Fischer und Jan Stölting mit dem Beitrag „80 Jahre Kriegsende: Gezeichnet vom Nazi-Regime - Schicksale, die mahnen“, gesendet bei Sat.1 Regional 

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An Der Weide 50 A
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