16/01/2021
Gestern Abend startete der 33. CDU-Parteitag, heute wird dann der neue CDU-Vorsitz gewählt, welcher wiederrum Favorit für die Kanzlerkandidatur der Union ist.
In den Medien nimmt der Dreikampf zwischen Laschet, Merz und Röttgen viel Raum ein. Es wird viel darüber diskutiert, welcher der drei weißen heterosexuellen cis-Typen, der Beste für die CDU ist.
Natürlich werden hierbei Eklats vergessen, rassistische Äußerungen nicht erwähnt und Skandale verschwiegen.
Deswegen stellt sich die "Skatrunde" einmal selber vor...
Laschet, Armin:
2009 gibt es einen kleinen Fauxpas als ich das Buch “Die Aufsteiger-Republik." geschrieben habe. Die Einnahmen habe ich großzügigerweise gespendet, Das Honorar für das Buch hab ich von der Steuer abgesetzt. Dabei habe ich aber leider "vergessen" das Geld als Einkommen anzugeben. Upsi.
2018 lasse ich ein Kopftuchverbot für Mädchen* an Schulen und Kitas prüfen.
2018 leite ich die gewaltsame Rodung des Hambis ein. Ein Rechtsgrund fehlte leider, einfach eben mangelnder Brandschutz als Vorwand ausgedacht und zack- 3.000 Polizist*innen und der größte Polizeieinsatz in der Geschichte Nordrhein-Westfalens. RWE ist bestimmt stolz auf mich.
2020 kaufe ich ohne vorherige Ausschreibung vom Unternehmen "Van Laack" Schutzausrüstung für um die 40 Mio. zur Eindämmung der Corona Pandemie. Mein netter Sohn Johannes Laschet (Modeblogger für Van Laack) hatte den Kontakt hergestellt. Eine tolle Zusammenarbeit!
2020 sage ich:"Das sagt darüber überhaupt nichts aus, weil Rumänen und Bulgaren da eingereist sind und da der Virus herkommt. Das wird überall passieren." Auf die Frage, was der Corona Ausbruch in Schlachtbetrieb Tönnies über die Schutzmaßnahmen in NRW aussagen.
In meinen letzen Jahren habe ich mit Abstand am meisten Abschiebungen vollzogen, denn ich stehe für null Toleranz in der inneren Sicherheit. Ich bin ein Fan von konsequenten Abschiebungen, die Hürden sind mir auch einfach zu hoch. 2018 haben wir in NRW den vermeintlichen Islamisten Sami A. abgschoben, obwohl ein Gericht dies untersagte. Aber wozu warten.
Merz, Friedrich:
1997 stimme ich gegen die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe ab.
2000 präge ich den Begriff "Deutsche Leitkultur" um meiner rassistischen Weltanschauung Ausdruck zu verleihen.
2000 schlage ich ein Renteneintrittsalter ab 70 vor.
2006 klage ich mit acht Kolleg*innen gegen die Transparenzpflicht des Einkommens von Politiker*innen vor dem Bundesverfassungsgericht.
2010 unterzeiche ich als einer der ersten den "Energiepolitischen Appells", eine Lobbyinitative zur Laufzeitverlängerung deutscher Kernkraftwerke.
2010 sage ich bei einer Podiumsdiskussion, dass Bildung, sowie Betreuung kein selbverständliches Angebot des Staates bleiben dürfe: "Da müssen Eltern und Ehemalige eben entsprechend einzahlen, wenn sie die Qualität sichern und erhalten wollen.“
2010 sage ich bei einer Podiumsdiskussion, dass Bildung, sowie Betreuung kein selbverständliches Angebot des Staates bleiben dürfe: "Da müssen Eltern und Ehemalige eben entsprechend einzahlen, wenn sie die Qualität sichern und erhalten wollen.“
2008 spreche ich mich bei einer Klausurtagung für eine Beschränkung der Sozialleistungen aus, anstatt diese weiter auszuweiten und lobe eine Studie in der es heißt, dass für einen gesunden Menschen ein Harz 4 von 132 Euro ausreiche.
Im selben Jahr veröffentliche ich das tolle Buch mit dem Titel "Mehr Kapitalismus wagen".
2018 sage ich bescheiden als Multimilionär: "Ich würde mich zur gehobenen Mittelschicht zählen."
2020 gebe ich meine Lobbytätigkeiten beim Finanzkonzern BlackRock auf. Allerdings lobbyiere ich noch weiter zum Beispiel als Vize-Präsident im Lobby-Verband "Wirtschaftsrat der CDU", welcher sich unteranderem gegen die europäischen Klimaziele und Menschrechte in globalen Lieferketten ausspricht.
2020 beantworte ich auf einer Pressekonferenz nach dem rassistischen Anschlag in Hanau 2020 die Nachfrage eine*r Jornalist*in: "Schließe ich daraus richtig, dass Ihre Antwort auf das Problem des Rechtsradikalismus die stärkere Thematisierung von Clan-Kriminalität, Grenzkontrollen und so weiter ist?" mit "Ja".
2020 machte ich mir inmitten der globalen Coronakrise sorgen darum, dass sich durch Kurzarbeit viele daran gewöhnen ein Leben ohne Arbeit zu führen, oder durch Nebenjobs sogar noch dazuverdienen.
2020 nenne ich die geforderte Vermögenssteuer der SPD eine "Neidsteuer". Pah, mehr Steuern für hohes Vermögen, die anderen sind doch alle nur neidisch
Röttgen, Norbert:
2012 wollte ich Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen werden, verlor aber mit dem historisch schlechtesten Wahlergebnis der CDU NRW. Wollte dann doch lieber in Berlin bleiben, hatte keine Lust auf Opposition.
2017 stimme ich mit "Nein" gegen die Ehe für alle.
2020 stimme ich gegen die Aufnahme von besonders schutzbedürftigen geflüchteten Menschen.
2020 sprach ich mich außerdem dafür aus den Abschiebestopp nach Syrien zu beenden, um auch unabhängig von einer möglichen Gefahrenlage ins Kriegsgebiet Syrien abschieben zu können.
2021 sehe ich mich nun als Vertreter der politischen Mitte an und möchte alle Lager der CDU representieren.
Jens Spahn oder Markus Söder wären für mich geignete Kanzler.
Mit meinen Lenkungskreis zur Modernisierung der Partei möchte ich die Partei "jünger.weiblicher.digitaler" machen.
In dem Arbeitskreis ist auch die homophobe Bremer Abgeordnete Motschmann, die der St. Martini Gemeinde nahesteht und Teil der Anti-Abtreibungs-Stiftung "ja zum Leben" ist. Neben der 68-jährigen Motschmann sind die Kapitalistin Anna Herrhausen (43), die Professorin Christiane Kuhl (55), die einzigen Frauen* neben den Männern Andreas Nick (53), Johann Wadephul (57), Kai Wgittaker (35) und Chris Bollenbach (48).
Garnicht mal so "jung und weiblich".