06/09/2026
der Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt ist für uns alle erschreckend. Er zeigt uns sehr deutlich, wie ernst die politische Lage in Deutschland inzwischen geworden ist. Für uns als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten darf daraus aber eines keinesfalls folgen: Resignation.
Im Gegenteil: Die Sozialdemokratie in Bremerhaven, Bremen und Deutschland muss jetzt erst Recht durchstarten.
Wer geglaubt hat, man könne die AfD dadurch schwächen, dass man ihre Sprache, ihre Themen und ihre Rhetorik übernimmt, ist eines Besseren belehrt worden. Friedrich Merz ist angetreten, die AfD zu halbieren. Tatsächlich hat er die CDU halbiert, während die AfD weiter an Stärke gewonnen hat. Rechte Rhetorik zahlt sich nicht aus. Sie stärkt am Ende das Original und verschiebt die Grenzen des Sagbaren immer weiter nach rechts.
Deshalb braucht es auch im Bund eine klare Kurswende. Wir müssen wieder stärker über das sprechen, was den Alltag der Menschen tatsächlich bestimmt: bezahlbares Wohnen, sichere Arbeitsplätze, gute Schulen und Kitas, funktionierende Quartiere, eine verlässliche Infrastruktur und soziale Sicherheit. Investitionen in den gesellschaftlichen Zusammenhalt dürfen nicht irgendwann kommen. Wir brauchen sie jetzt.
Die Sorgen und Ängste vieler Menschen sind real. Aber wir dürfen niemals zulassen, dass diese Ängste an Minderheiten, Zugewanderten oder den Schwächsten unserer Gesellschaft ausgelassen werden. Unsere Antwort muss eine andere sein: Wir müssen Orte schaffen, an denen Menschen gerne leben. Quartiere, in denen man sich sicher und wohl fühlt. Eine Stadt, in der niemand das Gefühl hat, abgehängt oder vergessen zu werden.