26/02/2026
120 Jahre. 120 Jahre Vertrauen. 120 Jahre Heimat
Es gibt Dinge in einem Ort, die so selbstverständlich sind, dass man sie manchmal fast vergisst – bis man sie wirklich braucht. Dann, in der schlimmsten Nacht des Lebens, wenn der Alarm ertönt und das Herz rast, kommen sie. Mit Blaulicht. Mit ruhigen Händen. Mit dem festen Willen zu helfen:
Die Freiwillige Feuerwehr Caputh.
Heute feiern wir gemeinsam ein Jubiläum, das uns allen gehört: 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Caputh. Seit dem Jahr 1906 wachen Männer und Frauen aus unserer Mitte über diesen Ort, über unsere Nachbarn, über uns.
Stell dir einmal vor, was diese 120 Jahre bedeuten. 1906 – da gab es weder Funk noch Handy, keine modernen Fahrzeuge, keine Schutzausrüstung wie heute. Eine Handvoll entschlossener Caputher Männer gründete dennoch eine Wehr, bewaffnet mit Handspritzen, Eimern, Mut und dem unbedingten Willen, füreinander einzustehen. Sie wussten: Wenn es brennt, darf keiner allein sein.
Dieser Gedanke hat alles überlebt. Zwei Weltkriege. Die Entbehrungen der Nachkriegszeit. Die DDR-Jahre. Die Wendezeit mit ihren Umbrüchen und Neuanfängen. Und er lebt bis heute – in jedem Kameraden, jeder Kameradin, die mitten in der Nacht aus dem Bett springt, wenn das Telefon klingelt.
Denn das ist das Wesen dieser Feuerwehr: Es sind keine Helden aus Filmen. Es sind deine Nachbarn. Der Vater, der gerade seinen Kindern beim Hausaufgaben hilft. Die junge Frau, die nach der Arbeit noch zum Dienst kommt. Der Rentner, der seit Jahrzehnten dabei ist und sein Wissen an die Jungen weitergibt. Menschen, die einen normalen Alltag haben – und trotzdem immer bereit sind, alles stehen und liegen zu lassen, wenn Caputh sie braucht.
Heute schützen unsere Kameradinnen und Kameraden als Ortswehr der Freiwilligen Feuerwehr Schwielowsee rund 4.600 Menschen in Caputh. Sie löschen Brände, befreien Menschen aus Unfallfahrzeugen, pumpen Keller aus, sichern Sturmschäden. Einige von ihnen sind darüber hinaus in der IuK-Einheit und der Höhenrettungseinheit des Landkreises Potsdam-Mittelmark tätig – weil ihr Engagement weit über Caputh hinausgeht. Das alles tun sie freiwillig. Ohne Gehalt. Ohne Ruhm. Einfach, weil es richtig ist.
Vielen Dank für die Arbeit!