08/09/2026
Wer beim Wohngeld kürzt, kürzt soziale Sicherheit!
Wohnen wird immer teurer. Ausgerechnet CDU und SPD kürzen beim Wohngeld.
Für die Linke Celle passt das kaum zu den Versprechen, die beide Parteien derzeit im Kommunalwahlkampf zum bezahlbaren Wohnen machen.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
Niedersächsische Haushalte mussten 2023 durchschnittlich 1.163 Euro monatlich für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung ausgeben. Zehn Jahre zuvor waren es noch 883 Euro. Ein Anstieg um fast 32 Prozent. Bei Haushalten mit einem Nettoeinkommen unter 3.600 Euro liegt der Wohnkostenanteil inzwischen bei über 40 Prozent.
„CDU und SPD entdecken im Kommunalwahlkampf plötzlich das bezahlbare Wohnen. Gleichzeitig will ihre Bundesregierung ausgerechnet beim Wohngeld den Rotstift ansetzen. Beides zusammen passt überhaupt nicht“, erklärt Stephan Ohl, Kreisvorsitzender der Linken in Celle. „Wer bezahlbares Wohnen auf seine Plakate und in seine Programme schreibt, muss sich auch daran messen lassen, was die eigene Partei macht, wenn sie tatsächlich regiert.“
Für Ohl geht es dabei um mehr als eine einzelne Sozialleistung. „Über soziale Gerechtigkeit lässt sich wunderbar reden. Entscheidend wird es dort, wo Menschen keine Wahl haben. Niemand kann auf Wohnen verzichten. Wenn bei kleinen und mittleren Einkommen mehr als 40 Prozent allein fürs Wohnen draufgehen, läuft etwas grundsätzlich schief. Dann beim Wohngeld zu kürzen, ist keine Sparpolitik; es ist eine Entscheidung darüber, wer die Rechnung bezahlt.“
CDU und SPD wollen unter anderem die vorgesehene Dynamisierung des Wohngeldes aussetzen und die Heizkostenkomponente halbieren. „Die Mieten werden nicht niedriger, weil CDU und SPD beim Wohngeld sparen. Die Heizkosten sinken davon auch nicht. Es bleibt schlicht weniger Unterstützung für diejenigen, die sie brauchen.“ Dabei gehe es längst nicht nur um Menschen am Existenzminimum. Hohe Wohnkosten treffen zunehmend Beschäftigte, Familien sowie Rentnerinnen und Rentner. „Wer arbeitet oder sein Leben lang gearbeitet hat, darf nicht irgendwann vor der Frage stehen, ob die eigene Wohnung noch bezahlbar ist. Wohnen ist ein Grundbedürfnis. Genau hier entscheidet sich die soziale Frage.“ Für die Linke reicht es deshalb nicht, die geplanten Wohngeldkürzungen zu stoppen. Gleichzeitig müsse der Anstieg der Mieten begrenzt werden. Ein von der Linken in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zeige Möglichkeiten für einen bundesweiten Mietendeckel auf.
„Wohngeld ist notwendig, solange Menschen vor den Preisen auf dem Wohnungsmarkt geschützt werden müssen. Aber es kann doch nicht die dauerhafte Lösung sein, dass der Staat mit Steuergeld immer höheren Mieten hinterherläuft. Wir müssen an die Mieten ran.“
Ohl richtet deshalb eine klare Forderung an CDU und SPD:
„Soziale Gerechtigkeit entscheidet sich bei den Dingen, auf die niemand verzichten kann: beim Wohnen, bei Energie, Lebensmitteln und Mobilität. Wer hier in Celle bezahlbares Wohnen verspricht und in Berlin beim Wohngeld kürzt, muss diesen Widerspruch erklären. Bezahlbares Wohnen ist kein Wahlkampfversprechen. Es ist eine soziale Verpflichtung.“