09/05/2024
❗Jungvögelzeit - Vögel nicht einfach mitnehmen!
Wir bekommen derzeit täglich vermehrt Anrufe, in denen junge Vögel gefunden wurden ... viele davon wurden sogar einfach mitgenommen und ein nicht unrelevanter Teil dieser Tiere hätte gar nicht mitgenommen werden dürfen. Warum?
Es gibt zahlreiche Vogelarten, deren Nachwuchs einen Entwicklungsprozess durchlebt, den man auch Ästlingsphase nennt.
Dabei handelt es sich um eine notwendige und völlig natürliche Entwicklungsphase dieser Vögel, in der sie vom Boden aus das Fliegen lernen. In dieser Zeit werden sie jedoch von den Altvögeln weiter versorgt. Sie sehen für Laien oft hilflos aus oder verletzt, sind es aber oftmals gar nicht.
Daher bitten wir Euch eindringlich:
1. Bitte ruft vorher bei uns, bei einem Tierheim oder bei einer NABU-Stelle an und erkundigt euch was zu tun ist, BEVOR ihr das Tier mitnehmt.
2. Folgender Flyer gibt Euch eine grobe Orientierung, ob es sich bei dem von Euch gefundenen Vogel um einen Ästling handeln könnte.
https://www.tierrettung-chemnitz.de/.../TRC_Infoflyer...
3. Typische Vogelarten, bei denen die Jungvögel diese Ästlingsphase durchleben sind z.B.
Amsel, Drossel, Fink, Star, Spatz, Rotkehlchen, Meise, Rotschwanz, Kleiber, Grasmücke, Kernbeißer, Stieglitz, Zaunkönig, Zilpzalp, Schnäpper, Bachstelze, Gimpel, Krähen, Elstern, Eichelhäher, Waldkauz usw.
Nicht dazu zählen z.B. Mauersegler, Tauben, Schwalben
Ebenfalls gesichert werden sollten verletzte oder offensichtlich unterversorgte Ästlinge.
D.h. Sicherung von Ästlingen wenn:
1. er Verletzungen aufweist
2. in der Nähe ein totes Jungtier, Alttier oder Federn zu finden sind
3. er grundsätzlich einen schwachen Eindruck macht (aufgeplustert, Augen trüb und geschlossen bzw. rein grüner oder weißer Kot, gelbe „Punkte“ (Fliegeneier) auf dem Tier zu finden sind)
4. noch deutlich Federspulen zu sehen sind
5. er sich nicht auf den Beinen halten kann, sondern nur auf den Fersen sitzt.
Oftmals gut gemeint, aber leider nicht selten tödlich: Wassergabe. Bitte flößt dem Vogel KEIN Wasser ein! Oft gelangt dieses in die Luftröhre des Vogels, was zu einer Lungenentzündung führt.
Solltet ihr uns anrufen, versucht bitte obige Punkte bereits zu beantworten und macht am besten ein Foto vom Vogel. Wir versuchen zusammen mit externen Pflegestellen eine Lösung zu finden. Bitte helft mit, diese Problematik etwas zu entschärfen und orientiert Euch bitte immer an obigen Punkten oder holt Euch Hilfe, BEVOR ihr ein Tier/Vogel einfach mitnehmt. DANKE!👍