12/05/2026
Am Sonntag den 10. Mai wurde an Billerbecks Bahnhof eine neue Ausstellung eröffnet:
FARBE FORM AUSDRUCK - Gemälde von Annedore Moddenborg
Die Ausstellung läuft bis zum 2. September 2026 und kann während der Öffnungszeiten von Billerbecks Bahnhof besucht werden.
Hier sind einige Impressionen der Vernissage und die einleitende Eröffnungsrede von Annedore Moddenborg:
Liebe Gäste!
Ich begrüße Sie herzlich zur Eröffnung meiner Ausstellung in Billerbecks Bahnhof und möchte mich bei den Organisatoren bedanken, die Möglichkeit dazu erhalten zu haben und auch für die tatkräftige Unterstützung des Teams vor Ort und meiner “Aufbau-Helfer” Martina und Suse.
Es ist für mich schon ein besonderer Moment, einen Teil meiner Bilder, die sonst im Atelier oder aber an den Wänden meiner Wohnung hängen, endlich auch der Öffentlichkeit zeigen zu können.
Ich will ein wenig davon erzählen, wie ich dazu gekommen bin.
Der Ursprung meiner künstlerischen Reise liegt nicht in einer Ausbildung an der Kunstakademie oder dem Betrachten großer Meister in Museen, nein, er liegt in der absoluten Hingabe, mit der Kinder gestalten (wenn man sie denn lässt…) können.
Ich konnte das oft genug beobachten während meiner beruflichen Tätigkeit als Erzieherin. Wenn es gut lief, malten die Kinder nicht, um ein Bild zu haben, sondern es zu erleben…(die Prinzessin, die auf einem Berg steht, der Hase, der auf Wolken liegt etc.) Kinder experimentieren, sie gestalten ohne vorgefertigtes Ziel; es wird wild gemischt, gekritzelt, gedruckt, nass in nass gearbeitet, mit dem Körper gemalt.
Und genau das, dieses phantasievolle Tun der Kinder war meine erste große Inspiration.
Ich spürte, dass etwas wieder entdeckt werden wollte in mir. Die Kinder zeigten mir, dass Malen ein Schöpfungsprozess ist, frei von Urteilen und Ängsten, Spaß machen
kann und nicht als vorderstes Ziel die Perfektion haben sollte.
Kennen Sie den Spruch: Grün und Blau passen der Sau?
Das war einer der Sätze, die in meiner Generation dazu dienten, dass ich als Ewachsene die Fähigkeit des spielerischen Gestaltens verloren hatte. Durch die Möglichkeit, mir ein eigenes kleines Atelier einrichten zu können, begann ich, meine Erfahrungen mit den Kindern in mein eigenes Leben zu übertragen und erste Schritte in die Malerei zu wagen.
Das freie Experimentieren mit allen möglichen Materialien machte mir die meiste Freude und war immer der Motor für meine Neugier. Ich halte immer Ausschau nach geeigneten Dingen, mit denen ich das auch verwirklichen kann: Bürsten, Stoffe, Kratzwerkzeuge, Spachtel, Pinsel, Tortenheber, allerlei Küchenmaterialien, Dinge des alltäglichen Lebens…
Für mich ist das Malen eine Rückkehr zur Neugier. Was passiert, wenn ich diese Dinge anwende?
Acryl ist dafür ein perfektes Medium, denn diese Farbe erlaubt fast alles, sie ist sehr geduldig. Ein Bild entsteht durch ständigen Wandel: ich trage auf, ich nehme weg, ich überdecke, ich lege frei, ich mache Spuren und Linien. Ich lege Schichten auf Schichten und so entsteht das Bild und so sind bei genauerer Betrachtung die unterschiedlichen Strukturen zu erkennen. Und dieser Prozess, dieses Zusammenspiel und Entstehen von immer wieder neuen Farbflächen, Hintergründen, Verläufen, Linien etc., das löst Emotionen aus, sie berühren mich, das ist ungeheuer spannend.
Ich hoffe sehr, dass Sie das beim Betrachten der Bilder nachempfinden können und wünsche viel Freude dabei…
Herzlichen Dank