06/05/2026
Ohne Personal keine Apotheke. Ohne faire Vergütung keine Versorgung.
Die Lage in unseren Apotheken ist längst kein leises Problem mehr. Sie ist ein Warnsignal – mitten in unserer Gesundheitsversorgung.
Apotheken vor Ort tragen Verantwortung, halten Notdienste aufrecht, beraten Patientinnen und Patienten, prüfen Rezepte, stellen Rezepturen her und sichern Versorgung auch dann, wenn es kompliziert wird. Doch genau dieses System wird finanziell immer weiter ausgehöhlt.
Seit 2003 lag der Fixzuschlag bei 8,10 € pro Packung. 2013 wurde er einmalig auf 8,35 € erhöht. Seitdem steigen Löhne, Energie, Mieten, Bürokratiekosten und Verantwortung – die Vergütung aber bleibt weit zurück. Die versprochene Anhebung auf 9,50 €? Bislang nicht umgesetzt.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
Die Apothekenvergütung stieg seit 2013 um 12,8 %. Die Tariflöhne in Apotheken dagegen um 35,2 %. Das BIP um 53,6 %. Die Einnahmen der gesetzlichen Krankenkassen sogar um 72,1 %.
Anders gesagt: Alle wachsen. Nur die Apotheken sollen weiter durchhalten.
Gleichzeitig wird es immer schwieriger, gutes Fachpersonal zu finden. Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen und Assistenten werden dringend gebraucht – doch Krankenkassen und Krankenhäuser zahlen oft besser und bieten planbarere Arbeitszeiten. Junge Apothekerinnen und Apotheker zögern, eine Apotheke zu übernehmen, weil wirtschaftliche Perspektiven fehlen. Selbst Banken verweigern Kredite, wenn die Zukunft nicht mehr berechenbar ist.
Das ist dramatisch. Denn ohne Menschen hinter dem Tresen gibt es keine Beratung, keine Rezeptur, keinen Notdienst, keine wohnortnahe Versorgung.
Wer Apotheken retten will, muss über Geld sprechen. Nicht irgendwann. Jetzt.
Faire Vergütung ist keine Gefälligkeit. Sie ist die Grundlage dafür, dass Versorgung im ländlichen Raum bleibt.
Unsere Apotheken brauchen Verlässlichkeit, Respekt und eine Politik, die ihre Versprechen einlöst.
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