15/02/2025
Die Kölner Freien Demokraten trauern um Gerhart Baum.
Gerhart Baum war über 70 Jahre Mitglied der FDP. Er hat sie entscheidend mitgeprägt. Eingetreten ist er in Köln, wo er auch als Partei- und Fraktionsvorsitzender (1969-1973) gewirkt hat. Er ist der Kölner FDP immer eng verbunden geblieben und hatte stets ein offenes Ohr für uns.
Als Streiter für die Bürgerrechte warb er unermüdlich für einen ganzheitlichen Liberalismus. Geprägt von der Kriegs- und Nachkriegserfahrung stand für ihn die Würde des Menschen im Zentrum alles Politischen. Dies war der Fluchtpunkt seines Engagements für den freiheitlichen Rechtsstaat und die gesellschaftliche Toleranz.
Lorenz Deutsch, Vorsitzender der Kölner FDP, erklärt:
„Der Verlust von Gerhart Baum trifft uns Freie Demokraten in Köln tief! Wir verlieren ein großes Vorbild und eine wichtige Inspiration. Sein Eintreten für die Freiheit war stets mit der Mahnung verbunden, wachsam zu sein für ihre Bedrohungen. Die sah er auf beiden Seiten des politischen Spektrums, zuletzt trieb ihn aber besonders die Gefährdung durch die völkisch-nationalistische Rechte und den erstarkenden Autoritarismus um. Jeder Tendenz in dieser Richtung sofort entschlossen entgegenzutreten, war sein leidenschaftlich vorgetragenes Credo. Wo immer er Gefährdungen sah, war er zur Stelle: mit öffentlichen Stellungnahmen oder mit Klagen beim Verfassungsgericht.
Schließlich war Gerhart Baum ein überzeugter und überzeugender Kulturpolitiker. Eine freiheitliche Gesellschaft war für ihn ohne Kunst und Kultur nicht denkbar. Immer wieder betonte er, dass Kunst Freiheitsräume öffnet und dass sie dabei selbst auf solche angewiesen ist. Eine Einschränkung der Kunst und ihrer Freiheit war für ihn immer ein sicheres Zeichen für den Verlust gesellschaftlicher Freiheit insgesamt.
In vielen persönlichen Gesprächen dürfte ich Gerhart Baums Leidenschaft für die offene, liberale Gesellschaft erleben. Sein Rat, sein Humor und seine beeindruckende Klarheit im Urteil werden mir ganz persönlich fehlen. Sie werden aber auch in den aufgeregten Debatten unserer Zeit fehlen. Gerhart Baum hinterlässt eine große Lücke!“