Stell Dich Auf

Stell Dich Auf Wie können wir in Zeiten von Corona Forderungen Ausdruck verleihen, wenn das Versammlungsrecht faktisch ausgesetzt ist?

Wir haben uns ein paar Gedanken gemacht, wie wir unsere Rechte auch unter den geltenden Beschränkungen wahrnehmen können.

Ihr seid der Hammer!
21/05/2020

Ihr seid der Hammer!

Unser leider erfolglos gebliebener Eilantrag beim Verwaltungsgericht hat 162€ gekostet. Hinzu kamen Ausgaben für Material in Höhe von ca. 60€. Wir würden uns freuen, wenn wir diese Kosten ein wenig aufteilen könnten. Jeder Euro hilft! Sollte mehr Geld als erwartet zusammenkommen, spenden wir...

Ihr Lieben!Wenn ihr euch an unseren Kosten beteiligen wollt, könnt ihr das hier tun. Der Antrag beim Verwaltungsgericht ...
19/05/2020

Ihr Lieben!

Wenn ihr euch an unseren Kosten beteiligen wollt, könnt ihr das hier tun. Der Antrag beim Verwaltungsgericht hat 162€ gekostet. Für Material haben wir etwa 60€ ausgegeben.

Wir freuen uns über jede Unterstützung!

Sollte mehr Geld als benötigt zusammenkommen, spenden wir den überschüssigen Betrag an die Seebrücke Köln.

Danke!

Unser leider erfolglos gebliebener Eilantrag beim Verwaltungsgericht hat 162€ gekostet. Hinzu kamen Ausgaben für Material in Höhe von ca. 60€. Wir würden uns freuen, wenn wir diese Kosten ein wenig aufteilen könnten. Jeder Euro hilft! Sollte mehr Geld als erwartet zusammenkommen, spenden wir...

Nachdem alles wieder abgebaut ist, wollen wir uns bei den zahlreichen Unterstützer*innen bedanken. Wir hatten anfangs So...
18/05/2020

Nachdem alles wieder abgebaut ist, wollen wir uns bei den zahlreichen Unterstützer*innen bedanken. Wir hatten anfangs Sorge, dass die Energie seit dem damaligen Verbot und nach der langen Zeit komplett verpufft sei. Am Ende haben dann aber nahezu 50 Schilder, Aufsteller und sogar ein Roboter ihren Weg zu uns in den Grüngürtel gefunden. Zusammen mit der durchweg positiven Resonanz der Passant*innen und auch der Polizei hat uns das gezeigt, dass der erneute Versuch die richtige Entscheidung war.

An dieser Stelle muss jedoch auch noch auf eine andere Sache hingewiesen werden. Am Sonntagmorgen sprach uns ein Künstler an, der unsere Aktion toll fand und deshalb gerne ein paar seiner Figuren dazustellen wollte. Am Nachmittag wurden wir dann darauf hingewiesen, dass die gleichen Figuren vor ein paar Tagen auch bei einer „Hygiene-Demo“ prominent zur Schau gestellt wurden. Als wir den anwesenden Künstler damit konfrontierten, versicherte er glaubhaft, dass er die Inhalte von Gruppierungen wie „Widerstand2020“ nicht teilt. Vielmehr hatte er auch damals spontan entschieden seine Figuren aufzustellen, nachdem er eine Yoga-Performance gesehen hatte. Mit den dort verbreiteten Inhalten hatte er sich wenig bis gar nicht auseinandergesetzt. Es folgte ein langes Gespräch über die Frage, ob Kunst neutral sein kann und über die Verantwortung von uns allen, sich aktiv von rechtem oder ähnlichem Gedankengut zu distanzieren.

Politische Neutralität gibt es nicht. Wenn Rechte heute von Freiheit sprechen, dann meinen sie damit nicht die Freiheit aller Menschen. Der rechte Freiheitsbegriff entspricht nicht dem unsrigen und egal wie berechtigt manche Kritik gegenüber einzelnen politischen Entscheidungen sein kann: Sobald diese Kritik geübt wird, um damit ein intolerantes und hasserfülltes Weltbild zu verbreiten, verliert sie jede Legitimation. In Zeiten, in denen unser Leben ohnehin schon von großer Unsicherheit geprägt ist, ist es deshalb umso wichtiger genau hinzusehen. Wir dürfen der Intoleranz nicht das Feld überlassen, indem wir solche Botschaften schweigend hinnehmen oder uns gar einer Aktion anschließen, auf der sie verbreitet werden. Selbst wenn der eigene Protest nichts mit dem der anderen gemein hat, wird rechtes Gedankengut schon durch die bloße Anwesenheit bei einer solchen Veranstaltung aufgewertet. Hier trägt jede*r die Verantwortung.

Die Aufsteller und Schilder könnt ihr heute ab 18 Uhr wieder abholen. Wir bleiben bis ca 21 Uhr vor Ort.Bitte achtet dab...
17/05/2020

Die Aufsteller und Schilder könnt ihr heute ab 18 Uhr wieder abholen. Wir bleiben bis ca 21 Uhr vor Ort.
Bitte achtet dabei auf die Abstandsregeln!

Morgen kann unsere Aktion endlich durchgeführt werden!Zwischen 10 und 18 Uhr könnt ihr eure Stellvertreter*innen in Form...
15/05/2020

Morgen kann unsere Aktion endlich durchgeführt werden!

Zwischen 10 und 18 Uhr könnt ihr eure Stellvertreter*innen in Form eines Plakats oder Pappaufstellers im Kölner Grüngürtel auf Höhe des Gymnasium Kreuzgasse (siehe Foto) aufstellen. Die genaue Zeit entnehmt ihr dem Aufbauschlüssel. Bis einschließlich Sonntag bleiben die Pappaufsteller dort stehen und können auch online betrachtet werden – begleitet von einem Programm mit verschiedenen Redner*innen. Ein umfassendes Sicherheitskonzept stellt sicher, dass die geltenden Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vor Ort jederzeit eingehalten werden können.

Unsere Forderungen:

Wir fordern eine deutliche Reaktion der europäischen Staaten auf das Notstandsgesetz des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán.

Wir fordern, die Demokratie auch in diesen schwierigen Zeiten zu verteidigen, damit sie auch nach der Krise noch als solche erkennbar ist.

Wir fordern gerade jetzt ein solidarisches Handeln und eine schnelle gemeinschaftliche Lösung, um die unmenschlichen Zustände in den Flüchtlingslagern an der europäischen Außengrenze zu beenden. Allein in Moria harren weiterhin gut 18.300 Migranten zu teils menschenunwürdigen Bedingungen aus.

Wir fordern eine umfassende Aufklärung des Todes des Pakistaners Muhammad Gulzar, der den Recherchen renommierter Medien zufolge an der griechisch-türkischen Grenze von griechischen Soldaten erschossen wurde.

Wir fordern solidarisches Handeln gegenüber Staaten, die das Virus sowie die wirtschaftlichen, gesundheitlichen und sozialen Folgen nicht oder nur unzureichend aus eigenen Mitteln eindämmen können.

Stell dich auf!

14/05/2020

Die Aktionsfläche liegt rechts von der Vogelsangerstraße, am Gymnasium Kreuzgasse.

12/05/2020

"Stell dich auf" ist für das kommende Wochenende angemeldet und darf in der ursprünglich geplanten Form stattfinden!

Mal abgesehen davon, was dies über die Rechtmäßigkeit der damaligen Ablehnung aussagt, freuen wir uns jetzt einfach darüber, dass die Aktion doch noch stattfinden kann. Es ist uns bewusst, dass es schwierig wird, die anfängliche Begeisterung nach der ganzen Zeit wieder zu aktivieren. Wir sind jedoch der Ansicht, dass unsere Form des Protests mehr denn je erforderlich ist.

Die Lage in Ungarn ist unverändert. Viktor Orbán regiert inzwischen ohne parlamentarische Kontrolle. Trotzdem sieht die EU-Justizkommissarin Věra Jourová entgegen der Ansicht zahlreicher Verfassungsrechtler keine Anhaltspunkte dafür, dass Ungarns umstrittenes Notstandsgesetz demokratische Grundrechte verletzte.

In Polen wurde die Präsidentschaftswahl zwar inzwischen verschoben, jedoch wird auch die nun angekündigte reine Briefwahl von mehreren ehemaligen Staats- und Regierungschefs Polens kritisiert, da sie weder allgemein noch fair sei.

Allein in Moria harren weiterhin gut 18.300 Migranten zu teils menschenunwürdigen Bedingungen aus. Das Lager ist nur für gut 2700 Menschen gebaut. Zurzeit leben in und um die Lager der Inseln Le**os, Chios, Samos, Leros und Kos insgesamt mehr als 39.000 Migrant*innen.

Im März wurde der Pakistaner Muhammad Gulzar von griechischen Soldaten an der Grenze zur Türkei erschossen und viele weitere verletzt. Damit wurde die Forderung der damaligen AfD-Chefin Frauke Petry aus dem Jahr 2016, dass Polizisten an der Grenze im Notfall Schusswaffen gegen Geflüchtete einsetzen sollen, traurige Wirklichkeit.

In den letzten Tagen wurde der politische Diskurs zunehmend von Gruppen vereinnahmt, die unter Verweis auf den angeblichen Angriff auf ihre Grundrechte Demonstrationen organisieren, auf denen sie dann ihre hanebüchenen Verschwörungstheorien verbreiten, dabei nicht selten offen rechtsnationale Parolen brüllen und keinerlei Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen. Viele schrecken dabei auch vor Gewalt nicht zurück.

Mit unserer AKtion wollen wir uns diesen Menschen und ihrem hasserfüllten Denken entgegenstellen! Wir wollen zeigen, dass Corona unsere Grundrechte nicht bedroht, solange wir nur kreative neue Formen des Protests entwickeln (und diese dann auch zugelassen werden).

Stell dich auf!

Hier die Pressemitteilung des VG Köln.Die volle Entscheidung samt Begründung liegt uns noch heute Abend vor und wir werd...
09/04/2020

Hier die Pressemitteilung des VG Köln.

Die volle Entscheidung samt Begründung liegt uns noch heute Abend vor und wir werden bis morgen eine Stellungnahme dazu veröffentlichen.

Behördeninternet: Verwaltungsgericht Köln

09/04/2020

Ihr Lieben,
wir haben leider keine guten Nachrichten. Das Verwaltungsgericht Köln hat unseren Antrag soeben abgelehnt.

Der Beschluss des Gerichts liegt uns noch nicht vor, sodass wir auch die Entscheidungsgründe nicht kennen. In einem vorausgegangenen Telefonat mit dem Vorsitzenden Richter der Kammer Andreas Fleischfresser wurden uns gegenüber aber insbesondere die folgenden Bedenken geäußert:

1.) Zeitliche Komponente: Warum ist eine Aktion gerade jetzt erforderlich, wo doch die CoronaSchVO eine zeitliche Begrenzung hat und „die Lage in Ungarn vermutlich auch noch in ein paar Wochen die gleiche wäre“

2.) Juristischer Versammlungsbegriff: Ist unsere Aktion überhaupt eine Versammlung i.S.d. VersG? Falls nicht, würde die Öffnungsklausel des § 11 Abs.2 CoronaSchVO keine Anwendung finden, da es sich um eine Sondernutzung handeln würde, die zurzeit ohnehin nicht zulässig sei.

3.) Gefahrenlage; Störerhaftung als Zweckveranlasser: Am Osterwochenende schafft unserer Aktion die Gefahr von Menschenansammlungen.

Wenn dies wirklich die tragenden Gründe sind, teilen wir die darin geäußerten Bedenken nicht.

zu 1.) Wir sehen diese Aussage höchst kritisch, da die Maßnahmen auch nach dem 20.04. wohl noch in anderer Form fortdauern werden und man die Menschen in der Ausübung von Grundrechten nicht auf unbestimmte Zeit vertrösten kann. Ein Ende der Maßnahmen ist derzeit nicht absehbar.
Zudem richtet sich unser Protest auch gegen die Situation der Menschen in den Flüchtlingslagern an der europäischen Außengrenze. Hier kann jeder weitere Tag Menschenleben kosten.

zu 2.) Hierbei handelt es sich in unseren Augen um einen juristischen Winkelzug. Eine Versammlung im juristischen Sinne könnte man zudem schnell herbeiführen, indem man mit drei Personen (und 1,5m Abstand) vor Ort wäre, was ohnehin wohl der Fall gewesen wäre. Es geht uns gerade darum, dass wir die vom Gesetzgeber durch die Öffnungsklausel bewusst geschaffene Möglichkeit alternativer (Corona-kompatibler) Protestformen in Anspruch nehmen wollen – in Kooperation mit den Behörden. Da momentan das Versammlungsrecht in einer bisher nie dagewesenen Form eingeschränkt ist, sehen wir die Behörden sogar in der Pflicht, kreative Formen des Protests zu ermöglichen. Stattdessen sehen wir eine pauschale Abwehrhaltung, die diesen Passus der Verordnung ad absurdum führt.

Zu 3.) Wir wirken bewusst darauf hin, dass unsere Aktion nicht vor Ort, sondern von zu Hause aus erlebt werden soll. Hierzu sind Live-Streams und ähnliche Aktionen geplant. Unserer Ansicht nach werden mal abgesehen vom zeitlich und räumlich klar begenzten Aufbau nicht mehr Personen den Ort besuchen, als dies ohnehin am Osterwochenende der Fall wäre. Wir haben ein Sicherheitskonzept geplant, das den Zugang zur Fläche begrenzen und Besucheransammlungen vermeiden würde. Im Vergleich zum Normalzustand wäre die Gefahr von Menschenansammlungen nicht in einem erheblichen Maße gesteigert.

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass unser Protest nicht gegen geltendes Recht verstößt.

Nun steht von unserer Seite die Überlegung im Raum, weitere Rechtsmittel einzulegen. Es handelt sich um grundsätzliche Fragen zur Wahrnehmung von Grundrechten in Zeiten von Corona, deren höchstrichterliche Klärung wohl in unser aller Interesse liegt.

Gleichzeitig haben wir uns an verschiedene Medien gewandt, denn wir glauben, dass die mit unserem Protest verbundenen Fragen noch viele andere Menschen interessieren:

Wie ist politischer Protest zu Zeiten wie diesen überhaupt möglich? Sind pauschale Einschränkungen vieler Grundrechte noch verhältnismäßig?

Wir unterstützen die Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung voll und ganz, sehen es aber dennoch sehr kritisch, dass selbst kreative Protestformen wie unsere, die nicht gegen die geltenden Beschränkungen verstoßen würden, nicht zugelassen werden. Andere Städte zeigen derweil, dass Protest auch in Corona-Zeiten möglich ist:
So wurde in Münster eine Aktion von Anti-Atomkraft-Gegner durch das örtliche Verwaltungsgericht erlaubt und auch Hamburg zeigt sich neuerdings kooperativ.
Was uns besonders freut, ist dass ein Ableger unserer Aktion in Wiesbaden angemeldet wurde und auf das Wohlwollen der dortigen Behörden trifft.

Wir halten euch natürlich auf dem Laufenden!

Weil die Stadt Köln auch nach mehreren Anfragen und der förmlichen Anmeldung bei Polizei, Stadt und Ordnungsamt bis heut...
08/04/2020

Weil die Stadt Köln auch nach mehreren Anfragen und der förmlichen Anmeldung bei Polizei, Stadt und Ordnungsamt bis heute nicht reagiert hat, haben wir heute Mittag einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht Köln auf Zulassung unserer Aktion gestellt.
Wir hoffen, dass das Gericht ebenso wie wir der Ansicht ist, dass politischer Protest auch unter den aktuellen Bedingungen möglich ist!

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Cologne

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