Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Köln

Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Köln Die Deutsch-Israelische Gesellschaft (DIG) AG Köln ist eine Arbeitsgemeinschaft des Bundesverbandes der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e. V.

In der Deutsch-Israelischen Gesellschaft AG Köln engagieren sich Freundinnen und Freunde Israels in überparteilicher Zusammenarbeit, die für die Solidarität mit den Menschen in Israel für eintreten. Wir wünschen Israel Frieden und treten ein für die Verständigung zwischen den Völkern in der Region und wenden uns entschieden gegen all diejenigen, die Israels Recht als jüdischer Staat bestreiten. In

Kulturveranstaltungen, Veranstaltungen zur politischen Bildung und in politischen Aktionen vermitteln und vertiefen wir Kenntnisse über Israel, die Geschichte des Landes und die Situation im Nahen Osten. Wir bekämpfen entschieden alle Formen von Antisemitismus, Antizionismus und Israelfeindlichkeit. Es würde uns freuen, wenn Sie uns in diesem Bemühen unterstützen. Kontakt: [email protected]

01/09/2026

Heute ist der 87. Jahrestag des deutschen Überfalls auf Polen und des Beginns des Zweiten Weltkriegs:

Ein Memento an den blutigsten Krieg der Menschheitsgeschichte, an das Scheitern des Appeasements gegenüber totalitären Regimen und an historische Erinnerungslücken, die weiterhin geschlossen werden müssen.

„Hallo, hallo, hier ist Warschau und alle Sender des Polnischen Rundfunks. Heute Morgen um 5.40 Uhr haben deutsche Truppen unter Bruch des Nichtangriffspakts die polnische Grenze überschritten. Mehrere Städte wurden bombardiert.“ Kurz darauf folgten die Worte: „Nun also Krieg!“ So verkündete der polnische Rundfunk vor 87 Jahren den deutschen Überfall auf Polen.

Er markierte den Beginn des tödlichsten Krieges der Menschheitsgeschichte, des Zivilisationsbruchs der Shoah und einer Epoche totalitärer Gewalt. Mehr als 60 Millionen Menschen kamen ums Leben, darunter deutlich mehr als fünf Millionen polnische Staatsbürger, ungefähr drei Millionen von ihnen polnische Juden.

Für Polen bedeutete der Krieg mehr als fünf Jahre brutalster Unterdrückung: Zerstörung und Massenerschießungen, den Angriff des nationalsozialistischen Deutschlands und der Sowjetunion, gezielte Vernichtungsaktionen beider totalitärer Besatzungsregime gegen die polnischen Eliten und die polnische Kultur, Deportationen und Zwangsarbeit. Im Generalgouvernement konnten selbst kleinste Formen der Hilfe für verfolgte Juden, bis hin zur Versorgung mit Lebensmitteln wie Brot, mit dem Tod bestraft werden.

Zugleich zeigte sich ein unerschütterlicher Freiheitswille. Der polnische Widerstand nahm oftmals ebenso heroische wie tragische Formen an. Die Hoffnung auf ein freies, unabhängiges und prowestlich orientiertes Polen erfüllte sich 1945 nicht. Stattdessen geriet das Land unter sowjetische Vorherrschaft. Zurück blieb das bis heute tief verankerte Gefühl, von den westlichen Alliierten in Jalta preisgegeben worden zu sein.

Im kommunistischen Nachkriegspolen wurden zahlreiche Angehörige des nichtkommunistischen Widerstands nicht geehrt, sondern verfolgt, inhaftiert und ermordet. Witold Pilecki, der einzige Mensch von dem bekannt, dass er freiwillig nach Auschwitz ging, um dort ein Widerstandsnetzwerk aufzubauen und die Weltöffentlichkeit zu informieren, wurde 1948 nach einem stalinistischen Schauprozess hingerichtet.

Traditionell wurde der Beginn des deutschen Überfalls auf Polen vor allem mit der Beschießung der polnischen Garnison auf der Westerplatte bei Danzig durch die „Schleswig-Holstein“ verbunden. Später trat das Bombardement der unverteidigten Stadt Wieluń stärker in das öffentliche Bewusstsein. Beide Orte stehen heute sowohl für den polnischen Widerstand als auch für das Leid der Zivilbevölkerung. An ihnen zeigt sich zugleich der Wandel der Erinnerungskultur: Die Westerplatte, lange vor allem ein Symbol militärischer Tapferkeit, wird zunehmend in einen europäischen Zusammenhang gestellt. Wieluń, erst viel stärker historische Bewusstsein gerückt, ist heute ein wichtiges Symbol für den gegen die Zivilbevölkerung gerichteten Charakter des deutschen Vernichtungskrieges.

Doch gerade im deutsch-polnischen Kontext bleiben zahlreiche Erinnerungslücken zu schließen. Einer davon widmet sich heute Abend Dr. habil. Tomasz Ceran vom Pilecki-Institut. In seinem Vortrag in der Topographie des Terrors spricht er über das sogenannte Pommernverbrechen: die systematischen Massenmorde, die deutsche Besatzer im Herbst 1939 an der polnischen Zivilbevölkerung in Pommern und Kujawien verübten. Diese Verbrechen stehen in Deutschland bis heute häufig im Schatten anderer deutscher Gewaltverbrechen im besetzten Polen. Topographie des Terrors

Dabei bilden sie nur eine Station in einer weit größeren Geschichte: Dazu gehören die Massenmorde in Piaśnica und Palmiry, die gezielte Vernichtung der polnischen Eliten im Rahmen der „Intelligenzaktion“ und der AB-Aktion, die „Befriedungsaktionen“ gegen ganze Dörfer wie Michniów, die Vertreibungen und Germanisierungsmaßnahmen in der Region Zamość sowie die Massaker an der Warschauer Zivilbevölkerung.

Das Pilecki-Institut organisiert regelmäßig Weiterbildungsseminare, Workshops, Vorträge, Stipendienprogramme und weitere Veranstaltungen, um diese „nachholende Erinnerung“ zu ermöglichen. Derzeit findet in Polen ein gemeinsam mit dem Museum des Warschauer Aufstands organisiertes Weiterbildungsseminar für mehr als 20 Lehrkräfte statt. Die Teilnehmenden begeben sich auf die Spuren der Warschauer Geschichte und besuchen Erinnerungsorte, die mit der deutschen Besatzung Polens, dem Polnischen Untergrundstaat und dem Warschauer Aufstand verbunden sind. Workshops, Vorträge und Exkursionen ermöglichen es ihnen, ihre historischen Kenntnisse zu vertiefen und zugleich Methoden und Materialien kennenzulernen, die sie später im Schulunterricht und in außerschulischen Bildungsprojekten einsetzen können.

Offene Aufgaben bleiben auch der Umgang mit dem deutschen NS-Kunstraub, die Unterstützung der noch lebenden Opfer der deutschen Besatzung und die Schließung eklatanter Wissenslücken. Eine von Ipsos im Auftrag des Pilecki-Instituts durchgeführte Studie hat erhebliche Defizite im Wissen der deutschen Bevölkerung über Polen und die dort begangenen deutschen Verbrechen offengelegt. Pilecki-Institut

All dies geschieht in einem gesellschaftlichen Klima, in dem Gedenkstätten zunehmend von politischen Angriffen, Geschichtsrevisionismus und Versuchen berichten, ihre Arbeit einzuschränken. Gerade deshalb bleibt historische Aufklärung keine bloße Beschäftigung mit der Vergangenheit. Sie ist eine Aufgabe der Gegenwart.

01/09/2026
01/09/2026

31. August 1947 – Der Teilungsplan, der den Weg zu Israel ebnete

Vor 79 Jahren legte ein Sonderausschuss der United Nations einen Vorschlag vor, der die politische Landkarte des Nahen Ostens grundlegend verändern sollte: Palästina sollte in einen jüdischen und einen arabischen Staat geteilt werden.

Der 31. August 1947 war kein Tag, an dem die Vereinten Nationen bereits über die Gründung Israels entschieden. Das folgte am 29. November 1947. Aber er war ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg dorthin. An diesem Tag schloss das United Nations Special Committee on Palestine (UNSCOP) seine Arbeit ab und unterzeichnete seinen Bericht an die UN-Generalversammlung.

Eine unlösbare Aufgabe

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war die Zukunft des britischen Mandatsgebiets Palästina zu einer der drängendsten internationalen Fragen geworden. Großbritannien, das das Mandatsgebiet seit 1920 verwaltete, sah sich zunehmend außerstande, die gegensätzlichen politischen Forderungen von Arabern und Juden miteinander zu vereinbaren.

Auf der einen Seite stand die arabische Forderung nach einem unabhängigen Staat und dem Ende der britischen Mandatsherrschaft. Auf der anderen Seite stand die jüdische Forderung nach einem eigenen Staat und nach einer sicheren Heimat für Juden, deren Situation nach dem Holocaust dramatisch geworden war.

UNSCOP sollte einen Ausweg finden.

Das Komitee bestand aus Vertretern von elf Staaten und nahm im Mai 1947 seine Arbeit auf. Es reiste nach Europa und in den Nahen Osten, hörte verschiedene Akteure an und untersuchte die politischen, wirtschaftlichen, religiösen und demografischen Verhältnisse. Die arabische Führung boykottierte allerdings die offiziellen Anhörungen des Komitees, während die jüdische Seite mit UNSCOP zusammenarbeitete.

Zwei Völker, zwei nationale Ansprüche

Eine zentrale Erkenntnis des Komitees war bemerkenswert nüchtern: Die Ansprüche der beiden Bevölkerungsgruppen ließen sich nicht einfach miteinander vereinbaren.

UNSCOP stellte ausdrücklich fest, dass sowohl Araber als auch Juden starke Ansprüche auf das Land geltend machten – die Araber aufgrund ihrer jahrhundertelangen Präsenz und Bevölkerungsmehrheit, die Juden aufgrund ihrer historischen Verbindung mit und gewaltsamen Vertreibung aus dem Land, wie auch internationaler Zusagen.

Am 27. August 1947 standen deshalb zwei unterschiedliche Modelle zur Abstimmung:

Die Mehrheit favorisierte eine Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat, verbunden durch eine wirtschaftliche Union. Jerusalem sollte einen internationalen Sonderstatus erhalten.

Eine Minderheit aus Indien, Iran und Jugoslawien schlug dagegen einen föderalen Staat vor, der sowohl einen arabischen als auch einen jüdischen Teilstaat umfassen sollte.

Sieben Mitglieder – Kanada, die Tschechoslowakei, Guatemala, die Niederlande, Peru, Schweden und Uruguay – stimmten für den Teilungsplan. Drei Staaten unterstützten den föderalen Vorschlag; Australien enthielt sich.

Was genau sollte geteilt werden?

Der Mehrheitsvorschlag war keineswegs die einfache Vorstellung zweier sauber voneinander getrennter Gebiete.

Vorgesehen waren ein arabischer Staat, ein jüdischer Staat und Jerusalem unter internationaler Verwaltung. Zwischen den beiden Staaten sollte eine wirtschaftliche Union geschaffen werden. Beide Staaten sollten nach einer Übergangsperiode unabhängig werden und sich zu demokratischen und rechtsstaatlichen Grundsätzen sowie zum Schutz von Minderheiten verpflichten.

Der Vorschlag enthielt außerdem Regelungen zum Schutz der religiösen Stätten und der Rechte religiöser Gemeinschaften. Auch die Notlage der jüdischen Flüchtlinge und Überlebenden des Holocaust wurde ausdrücklich als internationales Problem benannt.

Das ist ein wichtiger Punkt: Der Teilungsplan war nicht als Sieg der einen Seite über die andere gedacht. Er war der Versuch, zwei nationale Bewegungen, deren politische Ziele miteinander kollidierten, in zwei Staaten unterzubringen.

Der Weg zur UN-Resolution 181

Der UNSCOP-Bericht wurde anschließend der Generalversammlung vorgelegt. Dort wurde weiter verhandelt, der Vorschlag verändert und schließlich am 29. November 1947 die Resolution 181 verabschiedet – der sogenannte UN-Teilungsplan.

Die Generalversammlung empfahl darin die Schaffung eines arabischen und eines jüdischen Staates sowie eines international verwalteten Jerusalem.

Für die jüdische Bevölkerung Palästinas war dies ein historischer Durchbruch. Die Jewish Agency akzeptierte den Teilungsplan grundsätzlich, obwohl auch innerhalb der zionistischen Bewegung erhebliche Kritik an den vorgesehenen Grenzen bestand.

Die arabische Seite lehnte die Teilung dagegen ab. Für die arabische Führung war die Vorstellung eines jüdischen Staates in Palästina grundsätzlich nicht akzeptabel. Damit war die politische Lösung, die UNSCOP vorgeschlagen hatte, bereits bei ihrer Umsetzung mit einem grundlegenden Problem konfrontiert.

Von der Resolution zur Staatsgründung

Die Ereignisse entwickelten sich danach dramatisch. Nach der Annahme der Resolution 181 kam es zu zunehmender Gewalt zwischen jüdischen und arabischen Gruppen. Der britische Rückzug stand bevor, und die internationale Gemeinschaft war nicht in der Lage, den Teilungsplan wie vorgesehen umzusetzen.

Am 14. Mai 1948, unmittelbar vor dem Ende des britischen Mandats, erklärte David Ben-Gurion die Gründung des Staates Israel.

Damit wurde aus dem Vorschlag von 1947 Realität – allerdings unter Bedingungen, die weit von der ursprünglich vorgesehenen politischen Ordnung entfernt waren.

Ein arabischer Staat war 1948 nicht entstanden. Die arabische Seite entschied sich gegen eine Staatsgründung und für Krieg mit Israel. Der Krieg resultierte wie viele Andere in Grenzverschiebungen. Das Westjordanland geriet unter jordanische Kontrolle, der Gazastreifen unter ägyptische Verwaltung. Israel hingegen behauptete seine Unabhängigkeit.

Ein Vorschlag, dessen Geschichte bis heute nachwirkt

Der 31. August 1947 ist deshalb mehr als ein historisches Datum. Er erinnert an einen frühen internationalen Versuch, einen Konflikt zu lösen, dessen Grundfrage bis heute nicht verschwunden ist:

Wie können zwei Völker mit nationalen Ansprüchen auf dasselbe Land politische Selbstbestimmung, Sicherheit und gleiche Rechte miteinander vereinbaren?

Bemerkenswert ist, dass UNSCOP bereits 1947 erkannte, dass weder ein ausschließlich arabischer noch ein ausschließlich jüdischer Staat die jeweiligen Ansprüche der anderen Seite einfach beseitigen konnte. Der Teilungsvorschlag war deshalb ein Kompromiss – und Kompromisse funktionieren nur, wenn beide Seiten bereit sind, einen Teil ihrer Maximalforderungen aufzugeben.

79 Jahre später ist diese Erkenntnis keineswegs überholt.

Der 31. August 1947 steht damit für einen Moment, in dem die internationale Gemeinschaft versuchte, jüdische Selbstbestimmung und arabische Selbstbestimmung nicht als Nullsummenspiel, sondern als zwei miteinander zu vereinbarende politische Rechte zu verstehen.

Für die Geschichte Israels war dieser Tag ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Staatsgründung.

Für die Geschichte des Nahostkonflikts markiert er zugleich den Beginn eines politischen Lösungsversuchs, dessen Scheitern bis heute nachwirkt.







01/09/2026

Am Ende ist man doch nur ein Jude

Der antisemitische Angriff auf den BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN-Politiker und Berliner Abgeordnetenhauskandidaten Daniel Eliasson in Steglitz ist erschütternd. Während Eliasson Wahlkampf machte, pöbelte ein Mann ihn zunächst wegen der aktuellen Politik an und beschimpfte anschließend Juden als „Scheißjuden“, die „überall Kriege bringen“. Als Eliasson ihm sagte, dass er selbst Jude sei, versuchte der Mann, ihm mit der Faust ins Gesicht zu schlagen.

Wir stehen solidarisch an der Seite von Daniel Eliasson und allen Jüdinnen und Juden, die antisemitischen Hass erleben. Antisemitismus ist niemals eine Meinung und niemals eine legitime Form politischer Auseinandersetzung.

Doch dieser Angriff muss auch ein Weckruf sein.

Denn Eliasson ist politisch keineswegs jemand, der jede Position der israelischen Regierung unterstützt. Im Gegenteil: Er hat sich gegen Waffenlieferungen an Israel ausgesprochen und fordert eine ausgewogene Auseinandersetzung mit dem Krieg in Gaza. Er nennt das israelische Vorgehen in Gaza "Massenmord". Zugleich kritisiert er antisemitische Positionen und fordert eine klare Distanzierung von der Hamas.

Und genau hier zeigt sich die bittere Realität:

Man kann als Jude politisch noch so weit entgegenkommen, sich noch so deutlich von der israelischen Regierung distanzieren und noch so oft die palästinensische Zivilbevölkerung thematisieren – für den Antisemiten bleibt man am Ende trotzdem einfach Jude.

Das ist die eigentliche Warnung dieses Vorfalls.

Wer glaubt, jüdische Menschen müssten sich nur „richtig“ positionieren, um vor Antisemitismus sicher zu sein, hat das Problem nicht verstanden. Antisemitismus sucht sich seine Rechtfertigung selbst. Heute ist es der israelische Staat, morgen der Zionismus, übermorgen „die Juden“, die angeblich „überall Kriege bringen“.

Und deshalb muss die Antwort eindeutig sein:

Wer einem Menschen antisemitisch entgegentritt, weil er Jude ist, greift nicht dessen politische Position an. Er greift einen Menschen wegen seiner jüdischen Identität an.

Dagegen müssen wir alle aufstehen.

Ohne Wenn und Aber.








(Quelle: Daniel3liasson auf Instagram)

01/09/2026

„Entsetzt“ – nach mehreren Warnungen?

Man muss der Die Linke Berlin-Spitzenkandidatin Elif Eralp eines lassen: Sie findet den Auftritt von Dahab Flex mit „Death to the IDF“ plötzlich „entsetzlich“ und fordert Konsequenzen. Nur gibt es da ein kleines Problem: So überraschend war das alles nicht.

Wie die Jüdische Allgemeine jetzt berichtet, wurde der Neuköllner Linke-Bezirksverband bereits vor knapp einem Jahr ausdrücklich vor Dahab Flex und seinen Texten gewarnt. Die damalige Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner machte bereits im September 2025 öffentlich auf den Rapper und sein angekündigtes Auftreten bei der von der Linken beworbenen Veranstaltung „Zusammen für Gaza“ aufmerksam.

Und was singt Dahab Flex?

„Palästina, Intifada, wie die PFLP“
„Leila-Chaled-Style“
„Death, Death, IDF“

Das ist keine unbekannte Liedzeile eines zufällig vorbeigekommenen Straßenmusikers. Das sind politische Botschaften. Und niemand lädt einen Sänger ein, ohne vorher zu wissen, wofür er steht, welche Musik er macht und welche Texte er auf der Bühne präsentiert. Schon gar nicht, wenn genau diese Texte den politischen Charakter seines Auftritts ausmachen.

Deshalb wirkt die jetzige Empörung zunehmend wie das politische Äquivalent zu.„Oh, das haben wir jetzt aber wirklich nicht kommen sehen!“

Doch.

Man konnte es kommen sehen.

Man wurde sogar davor gewarnt.

Und das ist der entscheidende Unterschied zwischen einem bedauerlichen Versehen und politischer Verantwortungslosigkeit.

Noch bemerkenswerter ist, dass es hier nicht um eine einmalige, aus dem Zusammenhang gerissene Provokation geht. Dahab Flex hatte bereits zuvor Texte veröffentlicht, in denen die PFLP und Leila Khaled positiv aufgegriffen werden. Leila Khaled ist nicht irgendeine historische Figur, sondern war an Flugzeugentführungen beteiligt und ist eine führende Figur der PFLP.

Und genau deshalb sollte sich niemand hinter Ignoranz verstecken.

Denn wenn man einen Künstler einlädt, dessen politische Botschaften man angeblich nicht kennt, stellt sich irgendwann die viel unangenehmere Frage: Warum wurde er dann überhaupt eingeladen?

Vielleicht war genau das, was er singt, eben kein Zufall, sondern Teil dessen, was man an ihm interessant fand.

Klaus Lederer, selbst ehemaliger Linken-Kultursenator, bringt es deshalb treffend auf den Punkt: Nichts davon sei neu und nichts davon sei nicht oft genug gesagt worden. Die demonstrative Überraschung und Wut seien „performativ“.

Das ist der eigentliche Skandal: Nicht, dass man einmal nicht aufgepasst hat. Sondern dass man offenbar trotz Warnung nicht hingeschaut hat – und sich jetzt darüber wundert, was auf der eigenen Bühne passiert.

Wer politische Bühnen schafft, trägt Verantwortung für die Botschaften, die von ihnen ausgehen.

Und wer nach einer solchen Vorgeschichte noch behauptet, man habe von nichts wissen können, sollte vielleicht nicht zuerst nach einer Ausrede suchen, sondern nach den eigenen Einladungslisten.










Quelle:
»Yalla Intifada«: Gewaltaufruf bei Veranstaltung der Linken Neukölln | Jüdische Allgemeine https://share.google/jrsqDZSX5KCdSNgGD

01/09/2026
31/08/2026

PRIDE Brühl wirbt mit Vielfalt, Akzeptanz, Austausch und dem Mut zu unbequemen Positionen. Mishpacha Colonia wird dennoch fehlen. Jüdisch-queere Sichtbarkeit darf nicht von anderen definiert werden.

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