Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V.

Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. Unterstützung für NS-Verfolgte und ihre Nachkommen. ZeitzeugInnenprojekte zur Prävention gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit.

Der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte vertritt die Interessen aller NS-Verfolgten. Dazu zählen neben den jüdischen Überlebenden u.a. Sinti und Roma, Homosexuelle, politisch Verfolgte, Zwangssterilisierte und Opfer der Militärjustiz. Wir beraten die Betroffenen in Entschädigungsfragen und setzen uns mit sozialen Projekten dafür ein, ihre Lebenssituation zu verbessern. Mit unsere

n ZeitzeugInnenprojekten bieten wir jungen Menschen zudem die Möglichkeit, im direkten Austausch mit den ehemals Verfolgten einen ganz persönlichen Zugang zur Geschichte der NS-Zeit zu bekommen. Wir vertreten auch die Interessen der Nachkommen von NS-Verfolgten, die nicht selten unter der transgenerationellen Weitergabe von Traumata leiden.

Erzählcafé mit Markus Reinhardt und Krystiane Vajda Am 8. Oktober 2026 um 15 Uhr werden Markus Reinhardt und Krystiane V...
14/07/2026

Erzählcafé mit Markus Reinhardt und Krystiane Vajda

Am 8. Oktober 2026 um 15 Uhr werden Markus Reinhardt und Krystiane Vajda im Erzählcafé des Bundesverbandes Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. berichten.

Der Violinist Markus Reinhardt stammt aus einer Kölner Sinti-Familie. 1940 wurden seine Großeltern Karl Josef und Katharina Reinhardt mit ihren 12 Kindern und weiteren Familienangehörigen von Köln-Deutz in das besetzte Polen deportiert. Von dort wurde die Familie in verschiedene Lager verschleppt, später auch nach Auschwitz. Bei der Ankunft in Auschwitz schwor Karl Josef Reinhardt seine Familie auf das Überleben ein: „Wer es schafft, hier lebend rauszukommen, der trifft sich in Köln wieder!“ Karl Josef Reinhardt und seine Frau überlebten, doch sechs ihrer Kinder wurden im Lager ermordet. Zu den Überlebenden gehört auch Markus Reinhardts Vater, der die Hölle von Auschwitz als 11-jähriger Junge überstand. Nach dem Krieg kehrten die Überlebenden - wie vereinbart - an den Ort in Köln-Bickendorf zurück, von dem aus sie deportiert worden waren.

Markus Reinhardt wurde dort 1958 geboren. Gemeinsam mit seiner Frau Krystiane Vajda führte er Interviews mit noch lebenden Familienangehörigen. In den eindringlichen Gesprächen berichten sie erstmals von den Verbrechen in den Lagern - von Gewalt, Hunger und medizinischen Versuchen. Erinnerungen, die die Menschen ein Leben lang begleiteten. Auf Grundlage dieser Gespräche schrieb Krystiane Vajda zudem das Kinder- und Erwachsenenbuch „Niemals wegschauen – Der Weg der Sinti-Familie Reinhardt“, das die Verfolgungsgeschichte der Familie für junge Leser:innen verständlich und einfühlsam erzählt.

Das Kölner Erzählcafé findet mehrmals im Jahr statt und steht Schulklassen, Jugendgruppen und anderen Interessierten offen. Bei Interesse an einer Teilnahme bittet der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. um eine kurze Voranmeldung unter 0221-179294-0 bzw. [email protected]

Die Erzähl- und Begegnungscafés Köln werden gefördert durch die Bezirksvertretung Nippes der Stadt Köln.

Einladung zur Buchpräsentation „Blokadniki“Anlässlich des 85. Jahrestags des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion lad...
22/06/2026

Einladung zur Buchpräsentation „Blokadniki“

Anlässlich des 85. Jahrestags des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion laden KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. und der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. gemeinsam zu einer Gedenk- und Gesprächsveranstaltung ein. Im Mittelpunkt des Abends steht die Präsentation des Buches „Blokadniki“, das die Erinnerungen von Überlebenden der Blockade von Leningrad dokumentiert.

Am 22. Juni 1941 begann mit dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion ein beispielloser Vernichtungs- und Eroberungskrieg. Zu seinen schwersten Verbrechen zählt die Belagerung Leningrads, die 872 Tage andauerte. Mehr als eine Million Menschen verloren dabei ihr Leben, die meisten von ihnen verhungerten. Trotz des enormen Ausmaßes dieses Verbrechens ist die Blockade Leningrads in Deutschland bis heute vergleichsweise wenig bekannt. Für die Überlebenden und ihre Familien bedeutet diese mangelnde öffentliche Wahrnehmung häufig eine schmerzhafte Erfahrung.

Mehr als acht Jahrzehnte nach diesen Ereignissen möchten KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. und der Bundesverband die Stimmen derjenigen in den Mittelpunkt stellen, die die Blockade als Kinder und Jugendliche überlebt haben. Katarina Gavrik und Svetlana Fourer vom Bundesverband präsentieren das im Rahmen eines Interviewprojekts entstandene Buch „Blokadniki“. Das Werk versammelt eindringliche Erinnerungsberichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen und gibt Einblicke in Hunger, Kälte, Verlust und Tod, aber auch in menschliche Würde und die lebenslange Last des Erinnerns.

Das Grußwort sowie die Moderation übernimmt Ragna Vogel, Geschäftsführerin von KONTAKTE-KOHTAKTbI e.V. Im Anschluss sind die Gäste zu einem Empfang mit Gelegenheit zum Gespräch und Austausch mit den Referent:innen eingeladen.

Termin und Ort
Freitag, 26. Juni 2026, 19:00 Uhr
Feurigstraße 68, 10827 Berlin-Schöneberg
(S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke)

Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen werden erbeten unter: [email protected] oder Telefon: +49 30 78 70 52 88

Wir feiern Premiere: Animationsfilm „Peter Finkelgruen und die Geschichte der Edelweißpiraten“ wird erstmals gezeigtWir ...
17/06/2026

Wir feiern Premiere: Animationsfilm „Peter Finkelgruen und die Geschichte der Edelweißpiraten“ wird erstmals gezeigt

Wir laden herzlich zur Uraufführung des Animationsfilms „Peter Finkelgruen und die Geschichte der Edelweißpiraten“ (FSK 6 Jahre) ein. Die Premiere findet im Rahmen des Edelweißpiratenfestivals statt und wird von einem Podiumsgespräch mit Peter Finkelgruen sowie den Macher:innen des Films begleitet.

Premiere
Sonntag, 5. Juli 2026, 11:30 Uhr
Kölsche Filmmatinée im Odeon Kino Köln
Severinstraße 81, 50678 Köln
Karten sind unter 0221 / 31 31 10, an der Kinokasse sowie über die Website des Odeon Kinos (www.odeon-koeln.de) erhältlich.

Ein ganzes Schuljahr lang haben junge Menschen im Alter von 10 bis 23 Jahren gemeinsam an diesem Animationsfilm gearbeitet. Unter der Anleitung professioneller Medienschaffender entwickelten sie eine bewegende filmische Auseinandersetzung mit dem Widerstand der Edelweißpiraten gegen den Nationalsozialismus und verknüpften diese mit der Lebensgeschichte von Peter Finkelgruen.

Ausgangspunkt des Projekts war die persönliche Begegnung mit Peter Finkelgruen, der 1942 im Exil in Shanghai geboren wurde. Seine Familiengeschichte ist eng mit den nationalsozialistischen Verbrechen verbunden: Sein Vater starb im Ghetto von Shanghai, seine Großmutter überlebte mehrere Konzentrationslager, sein Großvater wurde von den Nationalsozialist:innen ermordet.

Ein Satz seiner Mutter prägte sein Leben und sein Engagement: „Du musst dich wehren, wehren, wehren!“

Diese Haltung bestimmte auch seinen jahrzehntelangen Einsatz für Aufarbeitung und Gerechtigkeit. Peter Finkelgruen kämpfte dafür, dass der Mörder seines Großvaters juristisch verfolgt wurde, und setzte sich seit den späten 1970er Jahren beharrlich für die Anerkennung der Edelweißpiraten als Widerstandskämpfer:innen ein. Erst 2005 wurden die Edelweißpiraten in Köln offiziell rehabilitiert – Jahrzehnte nach ihrer Verfolgung und der Hinrichtung mehrerer ihrer Mitglieder im Jahr 1944.

Der Animationsfilm verbindet die Geschichte dieses jugendlichen Widerstands mit Peter Finkelgruens eigener Erfahrung von Verfolgung und seinem unermüdlichen Einsatz für Erinnerung und Demokratie.

Der Film entstand im Rahmen des Projekts „Animationsfilme über Flucht und Verfolgung vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart“ des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. Jedes Jahr startet im September ein neuer Animationskurs, in dem Jugendliche gemeinsam einen Film zu ausgewählten Zeitzeug:innen entwickeln und realisieren.

Weitere Einblicke in den Entstehungsprozess der Animationsfilme bietet die Projektwebseite: https://lnkd.in/e_VYjKnx

Das Projekt wird gefördert von Aktion Mensch e.V., RheinEnergieStiftung Jugend/Beruf, Wissenschaft und Fonds Soziokultur.

Bild: Auszug aus dem Animationsfilm „Peter Finkelgruen und die Geschichte der Edelweißpiraten“, © Bundesverband.

Wie erzähle ich meine Geschichte für ein junges Publikum?Geschichten leben auch davon, wie sie präsentiert werden. Gemei...
09/03/2026

Wie erzähle ich meine Geschichte für ein junges Publikum?

Geschichten leben auch davon, wie sie präsentiert werden. Gemeinsam mit euch möchten wir erarbeiten, wie ein Text klingen kann, der sich gut lesen und ebenso gut vortragen lässt. Dabei unterstützen wir euch darin, eure Geschichten so zu gestalten, dass ihr euch auf eure zentrale Botschaft konzentrieren könnt.

Dafür entwickeln wir einen sogenannten Story-Rahmen, der bewusst Spannungsbögen erzeugt, ohne auf Effekthascherei zu setzen. Ziel ist es, euch ein Gerüst an die Hand zu geben, das beim Schreiben Orientierung bietet – für euch ebenso wie für euer Publikum.

Es kommt uns dabei nicht auf literarisches Schreiben an. Wir möchten authentische Geschichten präsentieren, die uns mit der Gegenwart verbinden. Die entstandenen Erinnerungstexte können später in der historisch-politischen Bildungsarbeit und im Schulunterricht eingesetzt werden.

Für wen?
Autobiographische Schreibwerkstatt für Nachkommen von NS-Verfolgten

Wo?
Bürgerhaus Pfersee, Raum Wertach
Stadtberger Str. 17, 86157 Augsburg

Wann?
25. April 2026, 13:00 bis 17:00 Uhr

Referentin
Nora Hespers ist freie Journalistin, Podcasterin und Autorin. 2021 erschien im Suhrkamp Verlag ihr Buch »Mein Opa, sein Widerstand gegen die N***s und ich«. Darin setzt sie sich mit dem Leben ihres Großvaters, seiner Verfolgung und Ermordung durch die Nationalsozialist:innen auseinander und fragt zugleich, welche Bedeutung diese Geschichte für die Gegenwart hat.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Wir bitten um Anmeldung per E-Mail an [email protected]

Der autobiographische Schreibworkshop wird gefördert durch die Gerda-Weber-Fonds der VVN-BdA Bayern: Erinnern für die Zukunft

Am 2. März 2026 um 15 Uhr wird Nora Hespers im Erzählcafé des Bundesverbandes berichten. Sie ist die Enkelin des Widerst...
17/02/2026

Am 2. März 2026 um 15 Uhr wird Nora Hespers im Erzählcafé des Bundesverbandes berichten. Sie ist die Enkelin des Widerstandskämpfers Theo Hespers.

Nora Hespers, geboren 1978 in Mönchengladbach, ist die Enkelin des Widerstandskämpfers Theo Hespers, der sich bereits früh gegen den Nationalsozialismus engagierte. 1933 floh er mit seiner Familie in die Niederlande und später weiter nach Belgien, wo er seinen Widerstand im Exil fortsetzte. 1942 wurde die Familie von der Gestapo verhaftet und nach Deutschland verschleppt. Ein Jahr später wurde Theo Hespers von den Nationalsozialisten hingerichtet.

Seine Frau kam ins Gefängnis, der gemeinsame Sohn Dietrich - Noras Vater - wurde zur Großmutter nach Mönchengladbach gebracht. Die Erfahrungen von Flucht, Verfolgung und der brutalen Ermordung des Vaters erschütterten das Leben von Dietrich „Dirk“ Hespers nachhaltig. Die Traumata dieser Zeit prägten nicht nur seine Biografie, sondern auch das Aufwachsen seiner Tochter Nora. In ihrem Buch „Mein Opa, sein Widerstand gegen die N***s und ich“ erzählt Nora Hespers vom Leben ihres Großvaters im Widerstand, von den Folgen für ihren Vater und davon, wie die Geschichte der Verfolgung ihr eigenes Leben und ihr politisches Bewusstsein geprägt hat.

Das Kölner Erzählcafé findet mehrmals im Jahr statt und steht Schulklassen, Jugendgruppen und anderen Interessierten offen. Bei Interesse an einer Teilnahme bittet der Bundesverband Information & Beratung für NS-Verfolgte e.V. um eine kurze Voranmeldung unter 0221-179294-0 bzw. [email protected].

Kontakt: Vanessa Rex, [email protected], Tel.: 0221-179294-0
Veranstaltungsort: Altenberger Hof, Mauenheimer Straße 92, 50733 Köln
🎥 Parallel als Livestream auf unserem Instagram-Kanal: https://lnkd.in/eAHxZ6Z8

Wer nicht vor Ort teilnehmen kann, ist herzlich eingeladen, den Vortrag digital zu verfolgen und Fragen im Chat zu stellen.

Wir freuen uns auf alle, die einschalten, zuhören und vor Ort dabei sind.

Adresse

Genovevastraße 72
Cologne
51063

Öffnungszeiten

Montag 09:00 - 17:00
Dienstag 09:00 - 17:00
Mittwoch 09:00 - 17:00
Donnerstag 09:00 - 17:00
Freitag 09:00 - 16:00

Telefon

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