Durch ein finanzielles Arrangement der Gemeide Bad Köstritz gelang es die erneute Versteigerung des Schlosses an private Investoren oder Spekulanten zu verhindern.
Den Zuschlag bekamen zwei Iren,deren wirksamste Aktivität bis heute die für sie erfolgreiche Teilnahme an besagter Auktion war. Deren Konzept der Nutzung des Schlosses,ist dessen sofortiges Angebotes für ein Mehrfaches des gezahlten Preises,auf dem Immobilienmarkt zu entnehmen. Da liegt es,wenn auch „preisgesenkt“ für 630.000,00 Euro,noch immer. Der Verfall der Substanz schreitet zusehends fort und hat schon sehr sichtbar Innenwand und Illusionsmalerei im Festsaal erreicht. Derzeit sind engagierte Bürger von Crossen in der Gründungsphase für einen „Förderverein Schloss Crossen“,um das Schloss retten zu helfen.
1990 - 2007
Mit dem Beitritt zur BRD übernahm diese, und dann das Land Thüringen, das Schloss als Eigentümer. Der Buchwert wurde mit 0,00 DM ausgewiesen. 1992 überschrieb das Land der, zu 100% dem Land gehörenden Landes-Entwicklungsgesellschaft Thüringen ( LEG ) u.a. ,auch die Immobilie Schloss Crossen. Diese ließ den gesamten Bergfried samt dessen Aufbau mit Turmuhren instandsetzen. Das Schlossgebäude erhielt eine umfangreiche Reko des Dachtragwerkes, eine komplett neue Dachdeckung mit Schiefer samt den zugehörigen Dachrinnen,Fallrohren und Schneefang-Gittern. Völlig rekonstruiert wurde auch die mit Gas betriebene Heizungsanlage. Der Gesamtwert dieser Maßnahme wird mit 2,5 Millionen Euro beziffert. Bis auf einige sporadische Konzerte, blieb der gesamte Komplex jedoch ungenutzt. Versuche, einen Käufer für die Gesamtanlage zu finden schlugen fehl. Im April 2001 fand auf dem Schloss schon ein Festakt zur Gründung einer Zweigstelle der „Europäischen-Instandhaltungs-Universität“ statt. Dies unter Teilnahme mehrerer Bundestagsabgeordneter und mit mehreren Wissenschaftlern internationalen Ranges. Vertreter der Regierung des Freistaates fehlten hingegen und .........es fehlte an deren Willen, durch ministerielle Genehmigung mit einer neuen weiteren Universität im Freistaat zugleich das Kulturgut Schloss Crossen wieder voll zu sanieren, nutzbar und dem Land so wieder dienbar zu machen. Eine unwiederbringliche Chance für das Schloss, und für den Ort, wurde so unerklärlich vergeben. In der Folgezeit wurde das Schloss durch die LEG auf mehreren Auktionen zum Verkauf angeboten. Am 24.Juni 2006 für ein Mindestangebot von 850.000,00 Euro. Im Juni 2007 betrug das erwartete Mindestangebot nur noch ganze 200.000,00 Euro. Der rechtliche Passus, dem Landkreis und der Gemeinde das Vorkaufsrecht
zu gewähren, klingt angesichts deren finanzieller Lage nicht dem Erhalt des Schlosses dienlich.
1952 bis 1990 DDR
Am 15.September 1953 nimmt im Schloss das „Institut für Lehrerbildung Krossen seine Tätigkeit auf. Bis zu deren Ende,im Juli 1991,wurden im Direkt- und Fernstudium in den altehrwürdigen Mauern des Schlosses insgesamt über 2400 Unterstufen-Lehrer für die Unterstufen-Kinder des Landes ausgebildet. Auf dem Standort des baufälligen Marstalles wurde in den 60er Jahren ein mehrgeschossiges Internat für die Studenten errichtet. Der Einbau einer kleinen Turnhalle am Ort und im Flächenausmaß der Schlosskirche, über der Schlossgruft, unterstützte die Ausbildung. Zwei der in der Gruft Bestatteten,wurden in ihren Särgen in angrenzende Räume des Kellergeschosses umgebettet.Es waren ,...und sind .........,die sterblichen Überreste der Freifrau Elisabeth von Heyking und die ihres Ehegatten,Baron Dr. Edmund von Heyking.
08.Mai 1945 bis 25.Juli 1952
Das Schloss fiel, nach dem Einmarsch der Roten Armee in Thüringen, in den auch für Crossen zuständigen Entscheidungsbereich der zuständigen Kommandantur für den Bereich Zeitz. Es wurde als Lager für Vertriebene Familien genutzt. In den Neben-Gebäuden wurden Not-Wohnungen für Vertriebene eingerichtet und...es nahm, mit der von der von der SMAD befohlenen Wiederaufnahme den Schulunterrichtes, Ab September 1945 die Schule von Crossen auf. Dem Vorschlag der Thüringer Landesbehörde, das Schloss als „Herrensitz“ abzureißen, entging das Schloss dank Intervention des für den Bereich Zeitz zuständigen sowjetischen Kulturoffiziers, Major Prof.Dr. Jefimow. Er setzte sich für die Nutzung des Ensembles als Ausbildungsstätte von dringend benötigten Lehrern ein.
1937 bis 1945 Familie Zersch
Der Gutsbesitzer und Inhaber der Brauerei in Köstritz,Herr Rudolf Zersch, erwirbt am 13.Mai des Jahres 1937 auf einer Zwangsversteigerung das „Rest-Schloss“ für den Auktionspreis von 30000 Reichsmark. Er ließ das Schloss wieder instandsetzen. Herr Zersch verstarb. Ab 1939 wurde das Schloss an die Wehrmacht vermietet,und als Lager für Bekleidung,Nähmaterial und Lederteilen genutzt.Im Jahr 1945 wurde die Familie Zersch enteignet.
1925 bis 1937 von Bockum-Dollfs.
Neuer Eigentümer wurde ihr Cousin,Herr Edmund von Bockum-Dollfs.
Dieser,in Nordrhein-Westfalen ansässige Gutsbesitzer,ließ Alles von ihm geerbte Inventar,samt der Seidentapeten und Öfen,durch ein Auktionshaus zu Geld wandeln. Das Schloss und seine zugehörenden baulichen Anlagen ließ er verfallen. In diese Zeit fiel auch das Einbrechen des Daches der Schloss-Kirche und damit der Totalverlust der dortigen Illusionsmalerei.
1908 bis 1925 von Heyking
Im Jahr 1908 erbte die Schriftstellerin und Malerin Freifrau Elisabeth von Heyking,geb. von Flemming, das Schloss,mit der sehr wertvollen gesamten Innenausstattung. Sie ließ,aus der Zeit ihres Mannes als Gesandter des Deutschen Reiches, aus China mitgebrachte Seiden-Tapeten.in von ihr ausgewählten Räumen des Schlosses anbringen,bereicherte die Ausstattung von Räumen,Fluren und Treppenaufgängen mit vielen von ihr selbst in vier Kontinenten gefertigten Zeichnungen und Aquarellen.Der umfangreichen und wertvollen Schlossbibliothek widmete sie sich als Schriftstellerin mit Sachkunde. Nach ihren Ableben,im Februar 1925,wurde sie in der Gruft des Schlosses, neben ihren 1915 verstorbenen Ehemann,Baron Dr Edmund von Heyking, beigesetzt.
1724 bis 1908 von Flemming
Im Jahr 1724 kaufte der aus der Pommerschen Linie der Adelsfamilie von Flemming stammende Generalfeldmarschall Jacob Heinrich von Flemming das Schloss als Konkursmasse des völlig verschuldeten Hof- und Justizrates Thomas August von Fletscher. Wenngleich die von Flemmings das Schloss über 200 Jahre besaßen,wurden keine nennenswerten Umbauten an der Bau-Substanz vorgenommen. Das Schloss wurde der Familie von Flemming bis 1777 nicht dauerhaft, sondern nur zeitweise Wohnsitz.Wohl aber wurde es danach saniert und an den Fassaden wurde der noch heute dort zu sehende Wappen-Schmuck angebracht. Ab diesem Zeitpunkt wohnten die Familien von Johann Heinrich, Joseph Georg von Flemming und Karl von Flemming ständig im Schloss. Ersterer veranlasste die Ausstattung des Schlosses mit bemerkenswert kostbaren
Stuckdecken und wertvollen Tapeten.Auch ließ er das Schloss stilvoll mit wert- und prunkvollen Möbeln ausstatten.So entstand auch in seinem
Auftrag das Musikzimmer. Im vorgelagerten Gelände des Schlosses ließ er das Wirtschaftsgebäude und die beiden dieses flankierenden Kavaliershäuser errichten. In den 1780er Jahren wurde das Außengelände umgestaltet.Ein Weinberg wurde angelegt,edle Obstbäume zur Veredlung gepflanzt und eine Zucht für Hopfen wurde angelegt und betrieben. Der Graf Edmund von Flemming,veranlasste die weitere usgestaltung des Schlosses. Er ließ das Uhrwerk und die beiden Turmuhren in den Aufbau des Bergfriedes anbringen. Für die Schlosskirche gab er einen in Frankfurt a. d. Oder ansässigen Orgelbaumeister den Auftrag zum Bau einer neuen Orgel. !892 ließ Edmund von Flemming einen Brunnen bauen und er veranlasste die Verlegung einer eisernen Wasserleitung.
1700 bis 1724 von Fletcher
Im Jahr 1700 kauft der gebürtige Erzgebirgler -mit schottischen Wurzeln-, der Leipziger Kommerzienrat David Fleischer den Schloss-Komplex. Ab 1703 nannte er sich, nach erteilter Genehmigung durch den Kaiser Leopold
zu seiner Namensänderung, und zu dem führen des Clan-Wappens aus Schottland, „David von Fletscher“. In der Zeit zwischen 1701 und 1712 ließ er das alte Schloss, außer dem alten, heute noch bestehenden Bergfried,abbrechen und einen neuen Komplex am Standort des alten Schlosses im Stil des Barock errichten. Bis auf dem späteren neuen Turmaufsatz, ist das derzeitige Schloss völlig identisch, mit der Anlage des im Auftrag von David von Fletcher errichteten Schlosses. Er war es auch, der 1712 den als Meisterwerk des Barock im gesamten Land Thüringen geltenden, zwei Geschosse umfassenden Festsaal im Südflügel des Schlosses einrichten ließ.
Die von ihm in Auftrag gegebene und von dem italienischen Meister der Illusionsmalerei, Giovanni Francesco Marchini aus Como, ausgeführte Ausgestaltung des Inneren des Festsaales täuschte, und täuscht bis heute, einen architektonisch stark gegliederten Raum vor. Dies Illusion wird noch sehr verstärkt, durch die Wahl von dezenten, doch leuchtenden und aufeinander sehr gut abgestimmten Farben. Im Stil des Barock sind Motive aus der Mythologie und Gottesbilder in die Basis der Gesamtkonzeption der räumlichen Illusion eingefügt, die den räumlichen Eindruck des Betrachters noch verstärken. Auch in der kleinen Schloss-Kirche hat dieser Meister mit seiner Kunst wahrhaft Meisterliches geschaffen. Der Betrachter fühlte sich wie in den Peters-Dom nach Rom versetzt, denn der Raum wurde illusionär sehr vergrößert, durch seine ebenfalls illusionäre architektonische Gliederung und der täuschend echt wirkenden Darstellung der Innenansicht einer großen Kuppel, die den Raum wesentlich größer und höher wirken ließ, als dieser in Wirklichkeit war. Dieses Kunstwerk ist leider nicht erhalten, da es ab 1930 verfiel und das Dach der Schloss-Kirche 1937 mitsamt den Resten der Illusionsmalerei einstürzte. Ein vorhandenes Foto vermittelt ein wenig des Eindruckes, welchen der Betrachter vor Ort hatte. Ab 1711 übertrug Herr David von Fletscher den Besitz auf seinen Sohn Thomas August von Fletscher, einem Günstling Augusts des Starken, welcher es so zu hohen Ämtern in Sachsen brachte. Durch zunehmende Geistesverwirrung und bedingter Fehlwirtschaft, die zur Aufnahme von hohen Krediten und Geldleihen zwang, war dieser bald so verschuldet, dass er 1717 das Schloss sogar für drei Jahre an die Oberforstmeisterin Reichel Sophia von Marschall, seine Schwester, für das ihm von ihr geliehene Geld verpfändete.
1662 - 1700 von Stange
„Im Jahr 1700,am Tage Petri,verkaufte der von Stange das Amt Crossen an den Königlich Polnischen und Kurfürstlich Sächsischen Commerzienrat von Fletscher zu Leipzig und Wiederau“,schreibt die Chronik von Crossen. Im Vorfeld dieses Verkaufs stand zu lesen, dass Erbe Heinrich von Wolframsdorf das Anwesen nicht halten konnte. Zumal die „Schwedischen Zündhölzchen“ in den Händen schwedischer Truppen anno 1640,bis auf ganz wenige Gebäude im Amt und Ortschaften, alles wiederholt angezündet und so den Flammen übergaben. Eine Last, welche der Erbe des Wolframsdorf wohl nicht aus eigener Kraft kompensieren konnte. Dies führte 1662 zur ersten Subhastation (Zwangsversteigerung auf richterlichen Beschluss).Auch das deutsche Sprichwort „Undank ist der Welt Lohn“ erfuhr in diesen Tagen eine bemerkenswerte Weiterung. Von dem sich auf sein Gut nach Serba zurückgezogenen,schon geschlagenen,Heinrich von Wolframsdorf forderten die Kirchväter mit erfolgreicher Klage 500 Altschock Kapital an die Kirche zu Crossen zu zahlen.(Zur Erinnerung: Sein Vater hatte das Kirchlein einst auf seine Kosten zur Kirche gemacht!) Die Chronik von Crossen vermerkt nüchtern: „Wann und wo er und seine Frau gestorben sind und wo sich seine Kinder hinzerstreut haben, ist nicht bekannt“. Den Zuschlag erhielt ein Herr Hans Abraham von Stange, der Ehemann einer der Töchter von Wolf Ernst von Wolframsdorf. Dieser starb am 16, 02.1673 in Crossen und wurde in der Kirche des Ortes beigesetzt.
1585 - 1662 Die Wettiner - Wolf Ernst von Wolframsdorf
Nach der Reformation wechselte die Burganlage aus der bischöflichen Hand in die der Wettiner, eine Linie des Adels,zu welcher auch der sächsische Kurfürst August gehörte. Für treue Dienste belehnte dieser 1585 Wolf Ernst von Wolframsdorf mit dem Amt Crossen. Diesen neuen Herrn der Burg verdankte die Burg ihren Umbau in ein Renaissance-Schloss. Dieses hatte jedoch nur rund 100 Jahre Bestand. Über das Bauwerk ist heute so gut wie Nichts bekannt. Nur eines dürfte feststehen,der runde,große Burgfried wird auch in dieser Anlage da gestanden haben,wo er noch heute steht.
995-1585 Bistum Zeitz
Erstmals wurde sie 995 urkundlich erwähnt, als sie von Kaiser Otto III an das Bistum Zeitz übergeben wurde.
155 Jahre später,im Jahr 1150,wurde sie aufgegeben, Eine zweite Burganlage wurde urkundlich am 27.Januar 1272 erwähnt. Sie war der Verwaltungssitz des Burgvogtes für die umliegenden Dörfer und zugleich Gerichtsplatz. Die Ortschronik von Crossen beschreibt sie als enge Burg,umgeben von hohen Mauern mit drei Türmen und einer Burgkapelle. In den Hussitenkriegen um 1452 wurde der Ort verwüstet und die Burg stark beschädigt.
Von den damaligen drei Türmen ist heute nur noch der runde Bergfried erhalten, der nach Durchbruch zweier Tor-Öffnungen am Turmfuß,heute den einzigen Zugang zu dem nur nach oben offenen,von den Baukörpern des Schlosses allseits umschlossenen,Innenhof des Schlosses bildet.