04/09/2026
Wenn ein Kind Unterstützung braucht, darf Bürokratie nicht zur Hürde werden.
Inklusion klingt in politischen Sonntagsreden selbstverständlich. In der Realität erleben Familien jedoch oft etwas anderes.
Ein Kind braucht eine Kita-Assistenz. Der Bedarf ist bekannt, die Kita weiß, welche Unterstützung notwendig ist – und trotzdem beginnt ein Verfahren aus Anträgen, Stellungnahmen, Bedarfsermittlungen und Bewilligungen.
Doch Kinder warten nicht auf Verwaltungsverfahren. Und Familien können ihr Leben nicht nach Aktenordnern organisieren.
Fehlt die notwendige Assistenz, kann es passieren, dass ein Kind nur ein oder zwei Stunden täglich betreut werden kann.
Für das Kind bedeutet das weniger Teilhabe und weniger Bildung.
Für die Kita bedeutet es zusätzliche Belastung.
Und für die Familie kann es dramatische Folgen haben.
Denn noch immer sind es häufig die Mütter, die ihre Berufstätigkeit reduzieren oder ganz aufgeben, wenn die Betreuung des eigenen Kindes nicht verlässlich gewährleistet ist.
Nicht, weil sie das wollen.
Sondern weil die Realität sie dazu zwingt.
Das ist keine echte Wahlfreiheit. Das ist ein strukturelles Problem.
Wir brauchen in Nordrhein-Westfalen deshalb ein Verfahren für Kita-Assistenzen, das einheitlich, bürokratiearm, schnell und vor allem bedarfsgerecht funktioniert.
Nicht der Wohnort und nicht die Komplexität des Verfahrens dürfen darüber entscheiden, wie schnell ein Kind die Unterstützung erhält, die es braucht.
Entscheidend muss sein:
Was braucht dieses Kind – und wie können wir diese Unterstützung schnell ermöglichen?
Klare Kriterien, eine verlässliche Bedarfsermittlung und schnelle Entscheidungen sind möglich. Was fehlt, ist ein konsequenter Blick auf das, worum es eigentlich geht: das Kind und seine Familie.
Inklusion darf nicht auf dem Papier funktionieren und in der Realität dazu führen, dass Mütter ihren Beruf aufgeben müssen.
Bedarf feststellen. Unterstützung ermöglichen. Bürokratie abbauen. Und zwar schnell.
Denn hinter jedem Antrag steht kein Aktenzeichen.
Dahinter steht ein Kind. Und eine Familie.