23/07/2021
Laschet und die Fakten - ein Spannungsverhältnis
Armin Laschet gibt so manches von sich. Jetzt die steile These zur CO2-Senkung in NRW :
„Wir haben in Nordrhein-Westfalen bereits 45 Prozent erreicht. ... Kein anderes deutsches Bundesland hat so viel CO2 eingespart.“
Der Faktencheck:
Lt. Angaben der Statistischen Ämter (Link unten) betrug der Ausstoß von CO2-Äquivalenzen 1990 in NRW 350 156 000 Tonnen.
2018 lag der Wert für das Bundesland bei 300 672 000 Tonnen.
Jetzt kann jeder selbst nachrechnen:
Der Rückgang beträgt 49 848 000 Tonnen.
In % vom Ausgangswert 1990 ist das für NRW eine Einsparung von 14,2 %, und nicht 45 %.
Es ist Wahlkampf, da nimmt es Laschet mit den Zahlen nicht so genau; aber sich gleich mal um mehr als das Dreifache verschätzen (gerechnet scheint er nicht zu haben), das ist schon toll.
Im Bundesvergleich kann Laschet mit den richtigen Zahlen auch nicht punkten.
Ausstoß CO2-Äquivalente bundesweit 1990: 1 248 577 000 Tonnen
Ausstoß CO2-Äquivalente bundesweit 2018: 855 890 000 Tonnen.
Das ist ein Rückgang um 389 687 000 Tonnen, das macht 31,4 %.
Mit der Senkung um 14,2 % kommt Laschet an die 31,4 % nicht im Entferntesten ran.
Bedenkt man dann noch, das von 2010 bis 2017, also unter der rot-grünen Regierung, eine Einsparung von 12,4 % erreicht wurde, ist Laschets Bilanz einfach nur traurig.
Mal in CO2-Äquivalenten pro Kopf 2018:
NRW: 14.4 t
Deutschland: 10,3 t
Nur der Stadtstaat Bremen und Brandenburg liegen hier bei höheren Zahlen als NRW.
Kann man nur sagen:
Willst Du Laschet vorne seh'n, musst Du die Tabelle dreh'n.
Oder: Wer selbst nicht rechnen kann, sollte wenigstens einen kennen.
Bildquelle: Arnulf Stoffel/dpa
https://www.statistikportal.de/de/ugrdl/ergebnisse/gase/thg #5924
https://taz.de/Fragwuerdige-Zahlen-von-Armin-Laschet/!5787534/