08/05/2026
Am 8. Mai 1945 um 23:01 Uhr endete der Zweite Weltkrieg in Europa mit der bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht. Generaloberst Alfred Jodl hatte die Generalkapitulation am Vortrag im US-Hauptquartier in Reims unterzeichnet; am Folgetag trat sie in Kraft. In der Nacht zum 9. Mai wiederholten hochrangige Wehrmachtsvertreter den Akt der Kapitulation gegenüber der Sowjetunion in Berlin-Karlshorst.
Das Kriegsende, das gleichbedeutend war mit dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, beschrieb eine tiefe Zäsur in der Geschichte des deutschen Staates, ja, der Menschheit insgesamt. Denn der Zweite Weltkrieg war kein herkömmlicher Krieg, wie es vor ihm schon viele gegeben hatte. Der Zweite Weltkrieg wurde von Anfang an als Weltanschauungs- und Rassekrieg geführt. Er war gekennzeichnet durch Kriegs- und Gewaltverbrechen und mündete in den Holocaust, den Völkermord an den europäischen Juden. Die nationalsozialistische Führung um Adolf Hi**er hat diesen Krieg von langer Hand vorbereitet und mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 entfesselt. Hi**er und den Seinen ging es um Eroberung von Lebensraum im Osten, wie der Diktator vor den militärischen Befehlshabern Ende Mai 1939 offenbart hatte. Am Ende des Krieges waren nach heutigem Kenntnisstand über 60 Millionen Tote zu beklagen, darunter knapp sechs Millionen Jüdinnen und Juden, deren systematische Vernichtung das Deutsche Reich seit dem Winter 1941/42 betrieb.
Der Zeitungsartikel zeigt den Einmarsch der Amerikaner in Jüchen am 28. Februar 1945. Alle Menschen sollten sich auf dem Marktplatz versammeln. Mit Panzern und Kanonen standen die Amerikaner aufgestellt um die Deutschen herum, die darauf warteten, erschossen zu werden. Die Kampftruppe zieht aber am nächsten Tag weiter und Jüchen wird von Besatzungstruppen besetzt. Mit dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai blieb die Besatzung in Jüchen bestehen.
Die Erinnerung an das Kriegsende hat sich in der Bundesrepublik Deutschland im Laufe der Zeit gewandelt. Sprach Theodor Heuss, der große Freidemokrat und spätere erste Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, vier Jahre nach der Kapitulation noch davon, der 8. Mai 1945 bleibe „die tragischste und fragwürdigste Paradoxie der Geschichte für jeden von uns …[,] [w]eil wir erlöst und vernichtet in einem gewesen sind“, so rückt seit der viel beachteten Rede Richard von Weizsäckers im Jahre 1985 der Aspekt der Befreiung verstärkt in den Fokus: „Der 8. Mai [1945]“, so führte der damalige Bundespräsident anlässlich der offiziellen Gedenkstunde im Plenarsaal des Deutschen Bundestags aus, „war ein Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“.
Gerade weil der Nationalsozialismus so ungeheuerliche Schrecken über die Welt gebracht hat, sehen wir es als Archiv als unsere Aufgabe an, die Erinnerung an diesen Krieg einschließlich der zu ihm führenden nationalsozialistischen Herrschaft wachzuhalten.