02/08/2026
Der heutige 2. August ist der Internationale Tag des Gedenkens an den Genozids an Sinti*zze und Rom*nja.
Der Gedenkstein am Bananenradweg erinnert an die Opfer des NS-Regimes und mahnt uns, Verantwortung zu übernehmen.
Denn das nationalsozialistische Terrorregime kannte viele Opfer: Sinti*zze und Rom*nja, Jüdinnen, politische Gegnerinnen, Kommunist*innen, queere Menschen, Menschen mit Behinderungen und viele weitere. Sie alle verdienen unser Gedenken – ohne ihre Schicksale gegeneinander auszuspielen.
Während am 9. November zu Recht vielerorts an die Novemberpogrome erinnert wird, findet der 2. August oft kaum öffentliche Aufmerksamkeit. Umso wichtiger ist es, dass wir in Dortmund bewusst erinnern – an einem historischen Ort und sichtbar im öffentlichen Raum. Erinnerung gehört nicht hinter verschlossene Türen, sondern mitten in unsere Stadt.
Doch Gedenken allein reicht nicht.
Der Kampf gegen Antiziganismus ist kein Termin im Kalender, sondern eine tägliche Aufgabe. Dass wir das Z-Wort heute ächten, liegt nicht daran, dass es plötzlich verschwunden wäre, sondern daran, dass Diskriminierung von Sinti*zze und Rom*nja bis heute Realität ist. Sie werden noch immer ausgegrenzt, mit Vorurteilen konfrontiert oder gefragt, wo sie „eigentlich“ herkommen – unabhängig davon, wie lange sie und ihre Familien hier leben. Und wenn über diskriminierende Worte auf Karnevalswägen wochenlang diskutiert wird, statt Fehler einzugestehen und daraus zu lernen, zeigt das, wie viel noch zu tun ist.
Erinnerung bedeutet deshalb mehr als Kränze niederzulegen. Sie bedeutet, Haltung zu zeigen – gegen Antiziganismus, gegen Antisemitismus und gegen jede andere Form von Menschenfeindlichkeit. Nicht nur heute, sondern jeden Tag.