22/06/2026
Du und ich und der Sommer (Katerina Silwanowa, Elena Malisowa)
Als der rebellische sechzehnjährige Jura das Sommerlager in Charkiw betritt, glaubt er ein paar lange, langweilige Wochen vor sich zu haben. Doch dann tritt Wolodja in sein Leben: Der sonst eher nachdenkliche Neunzehnjährige plant, ein Theaterstück auf die Beine zu stellen, und bittet Jura um Hilfe. Während der Vorbereitungen für das Stück merken die Teenager, dass sie weitaus tiefere Gefühle füreinander hegen als nur Freundschaft. Gefühle, die verboten sind und von denen niemand etwas erfahren darf. Nach dem Sommer trennen sich die Wege der beiden. Zwanzig Jahre vergehen – Jahre voller Veränderungen, Jahre, in denen sie einander nie vergessen können. Bis Jura endlich beschließt, seine erste Liebe Wolodja wiederzufinden…
Die Geschichte von Jura und Wolodja hat mich voll und ganz berührt und lässt mich bis heute nicht los. Ich liebe die enge Freundschaft zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Charakteren und wie daraus letztendlich tiefere Gefühle entstehen. Beide Charaktere durchlaufen einen extremen Selbstfindungsprozess, den man intensiv miterlebt, und der im zeitlichen und politischen Kontext der Handlung – die Sowjetunion der 1980er Jahre – alles andere als leicht ist. Für diese sensible und berührende Erzählung einer Liebesgeschichte in einem Land, in dem Q***rsein bis heute unter Strafe steht, mussten beide Autorinnen ihre Heimat verlassen. Juras und Wolodjas Geschichte verdient meiner Meinung nach aus so vielen verschiedenen Gründen so viel mehr Aufmerksamkeit und ist meinerseits eine absolute Leseempfehlung 🏳️🌈
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