10/02/2024
Wir sind überwältigt von der heutigen Demo in Einbeck, "AfD stoppen - Jetzt!".
Von jung bis alt waren in der Spitze bis zu 2000 Menschen auf der Straße gegen die AfD. Das war die größte Demo die es je in Einbeck gegeben hat, seitdem es wieder aktive, antifaschistische Strukturen gibt.
Danke Einbeck!
Fotos der Demo folgen in Kürze.
Unser Redebeitrag:
Liebe Alle!
Ich bin ### von der 161 Einbeck. Wir, als eine feministische Gruppe, möchten auf das Frauenbild der sogenannten Alternative für Deutschland eingehen.
Sicher werden sich viele von Euch an folgende Aussage von Bernd Höcke erinnern: „Wir müssen unsere Männlichkeit wieder entdecken. Denn nur wenn wir unsere Männlichkeit wieder entdecken, werden wir mannhaft. Und nur wenn wir mannhaft sind, werden wir wehrhaft und wir müssen wehrhaft werden.“ Was auf den ersten Eindruck verwirrt und verstörend wirkt, ist alles andere als ein rhetorischer Ausrutscher, sondern steht letztlich sinnbildlich für die Sicht der AfD auf die Geschlechterrollen.
Maximilian Krah aus Sachsen wurde von der AfD zum Spitzenkandidat für die Europa-Wahl gewählt. 60% der internen Stimmen fielen auf ihn. Auch er hat widerliche und menschenverachtende Ansichten. So veröffentlichte er ein verstörendes Video, in dem er jungen Männern Tipps gibt, wie sie mehr Erfolg bei Frauen hätten. Laut seiner Aussage habe „jeder 3. Junge Mann“ noch nie eine Freundin gehabt. Dies könne anders laufen, wenn man unter anderem keine Po**os schauen würde. Die jungen Männer sollen sich aber vor allem nicht einreden lassen, lieb, soft, schwach und links sein zu müssen. „Echte Männer sind rechts und Patrioten“, dann klappe es auch mit einer Freundin. Nun ja, das sehen wir anders. Vor allem unterstreicht es die extrem toxische Männlichkeit innerhalb der AfD.
Es ist auch nicht verwunderlich, dass die AfD von allen Parteien im Bundestag die geringste Frauen*quote hat. Die Frauenquote helfe nur den Frauen, die sonst aufgrund geringerer Qualifikationen nicht in diese Positionen kämen. Der natürliche Werdegang ist nach ihrer Ansicht, dass Männer halt mehr drauf haben, absurd!
Die Journalistin Sophia Thiel führte jüngst eine Umfrage bei allen sich weiblich definierenden Menschen im Bundestag durch. Sie fragte ab, ob sie frauenfeindliches Verhalten und/oder Frauenhass im Alltag des Bundestages erlebten. Die Antwort ist wenig überraschend: Ja, es gibt frauenfeindliches Verhalten im Bundestag und surprise: Dieses geht überwiegend von den Männern der AfD aus, um Frauen* die Kompetenz abzusprechen. Männer, die keinen Hehl mehr aus ihrer sexistischen und chauvinistischen Haltung machen. Das kann niemanden wirklich überraschen, schaut man sich mal die alltäglichen Memes an, die in AfD-Kreisen in kursieren. Natürlich bekommt das primäre Feindbild, die Grünen, enormen Hass ab. Frauen* müssen jedoch die meisten Lookism-Beleidigungen über sich ergehen lassen. Da wird sich völlig ungeniert über das Aussehen lustig gemacht und Bodyshaming betrieben. Es ist ekelhAfD! Das neueste Opfer ist Tessa Ganserer, die sich als Frau definiert und für die Grünen im Bundestag sitzt. Warum können die alten weißen Männer nicht einfach alle Menschen so leben und lieben lassen, wie sie möchten? Weil Ihr Bild aus 1933 stammt und nicht aus 2024.
Das betrifft das gesamte Familien- und Frauenbild der AfD. Die Frau soll doch bitte wieder am Herd stehen, die Klappe halten und viele deutsche Kinder gebären, während der Mann der Versorger, der Starke, der Allwissende ist. So wollen sie gerne das Patriarchat verkörpern.
Mit dieser Lebensweise wären Jahrzehnte von Gleichberechtigungskämpfen umsonst gewesen. Emanzipatorische Frauen und Feminist*innen haben sehr hart gekämpft und dieser Kampf ist auch heute noch nicht am Ende, da die Frau* in dieser Gesellschaft nach wie vor schlechter gestellt ist als der Mann. Das einfachste Beispiel ist eben NICHT gleiches Geld für gleiche Arbeit.
Die AfD ist auch gegen Abtreibungen, also gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen. Wir sagen: My body – my choice!
Beängstigend ist: Die Wähler*innen der AfD können schon lange nicht mehr als „Protestwähler*innen“ bezeichnet werden. Die AfD wird nicht mehr trotz ihrer Haltungen und ihrem Rassismus gewählt, sondern wegen. Das ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, an dem wir alle arbeiten müssen. Wir stehen heute hier gemeinsam auf der Straße, ein erster, guter und wichtiger Schritt.
Wir möchten nun gerne nochmal auf die hiesige AfD eingehen: Trotz der Versuche des Kreisverbands Northeim sich „moderat“ zu verkaufen, gehörte er zum heute formal aufgelösten „völkischen Flügel“ der AfD. So besuchten sie mehrfach das Kyffhäuser-Treffen des „Flügels“. Der Kreisvorsitzende Maik Schmitz beteiligte sich 2010 an einem lupenreinen Ne***zi-Aufmarsch. Bilder davon sind bei dem Journalisten Nico Kuhn zu sehen. Aber kommen wir zu Einbeck: Da gibt es z.B. Rene Quitt aus Volksen. Er ist mittlerweile 1. Stellvertretender Kreisvorsitzender. Bei Facebook versteckt er sich gerne feige hinter seinem Fakeprofil, Rudolph Hintersehr, um seine populistische Scheiße raus zu rotzen. Er ist stets bemüht zu behaupten, er sei nicht rassistisch und gegen Rechtsextreme. Soso. So ist es aber sein Kreisverband, der vor wenigen Wochen Bernd Höcke mit einem frei erfundenen „Preis für besondere Leistungen“ auszeichnete . Bernd Höcke, der juristisch bestätigt, Faschist genannt werden darf. Und Höcke war nicht zum ersten Mal Gast des Kreisverbands Northeim. Mindestens 3x war das in den letzten Jahren der Fall. Dann wäre da noch der Unternehmer Andreas Jakob aus Iber, der für die AfD im Stadtrat sitzt. Auch er stellt sich gerne als nicht rassistisch dar und dafür muss häufig seine Frau herhalten, eine PoC, person of colour. Ich bin ja kein N**i, aber… Kennt man. Dennoch teilt Jakob viele Inhalte von Höcke. Ob er wohl die zutiefst rassistische Rede von Höcke gehört hat, in der das „afrikanische Reproduktionsverhalten“ thematisiert wurde? Nun könnten wir auch noch auf Dirk Küpper, der ebenfalls für die AfD im Stadtrat sitzt, eingehen. Aber wer ihn kennt, versteht sicher, warum der uns nur eine Zeile wert ist.
Wir fragen uns wirklich, ob die vermeintlich moderate Eigendarstellung einfach nur saudämlich oder schlicht gelogen ist. So oder so bleibt es aber eines: Lächerlich! Es reicht völlig, sich das Handeln, die Aktionen und die Gäste anzuschauen, um den Kreisverband Northeim einordnen zu können. Das ist selbstentlarvend. Sie stellen sich als Schafe dar und wollen gerne Wölfe sein.
Die AfD ist eine Partei, die die Spaltung der Gesellschaft befeuert. Ein aktueller Trend ist, der CDU vorzuwerfen, dass sie gemeinsam mit „der Antifa“ auf die Straße geht. Wir können nicht für alle reden, aber hier in Einbeck sind wir froh, dass wir in diesem Thema Seite an Seite stehen! Von Konservativen bis zur radikalen Linken. Und das ist gut, richtig und wichtig in diesem Kontext! Wir ziehen eine andere Grenze, und zwar zwischen Demokrat*innen und Anti-Demokrat*innen. Natürlich gibt es Differenzen in unseren jeweiligen Ansichten, völlig klar. Aber wenn es darum geht unsere Demokratie zu verteidigen, lassen wir uns eben nicht eine Distanzerietis von der AfD aufdrängen!
Alerta! Alerta! Antisexista!