03/08/2026
Während des Landtagswahlkampfs stellen sich die Direktkandidaten den Fragen der verschiedensten Medien. Im folgenden Artikel führte die Mitteldeutsche Zeitung ein Gespräch mit unserem Direktkandidaten für den Wahlkreis 31 – Sangerhausen, Andreas Gehlmann.
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Andreas Gehlmann (AfD) will wirtschaftliche Sonderzonen in strukturschwachen Landkreisen
Andreas Gehlmann (AfD) will am 6. September wieder in den Landtag von Sachsen-Anhalt einziehen.
Sangerhausen/MZ
Energie ist ein Kernthema für Andreas Gehlmann (AfD).
Von 2016 bis '21 hat der Riestedter im Landtag von Sachsen-Anhalt gesessen, war energiepolitischer Sprecher der AfD-Fraktion. Das kam nicht von ungefähr. Der gelernte Industriemechaniker, der im Jahr 2000 seinen Industriemeister Metall gemacht und 2007 ein Diplomstudium im Maschinenbau abgeschlossen hat, war und ist seitdem als Ingenieur in der Kraftwerkstechnik tätig.
Beim MZ-Gespräch zeigt Gehlmann auf eine Meldung vom 27. Juli auf Seite eins der MZ:
Derzeit verliert die deutsche Industrie jeden Monat 15.000 Jobs. „Was wir zurzeit machen, ist negativ für die Wirtschaft“, sagt er und meint damit die Energiewende, die mit der Abkehr von Öl, Gas und Kohle die Erderwärmung verlangsamen soll.
Erneuerbare Energien:
MSH schon jetzt Vorreiter bei der installierten Leistung
Wer beispielsweise das Chemiedreieck auf eine klimaneutrale Produktion und grünen Wasserstoff umstellen wolle, erreiche damit keinen wirtschaftlichen Aufstieg, sondern beschleunige sogar den weiteren Niedergang, sagt Gehlmann. Er fordert, die CO2-Steuer abzuschaffen und den Kohleausstieg zu stoppen.
Aber ist es nicht auch sinnvoll, Wind- und Sonnenkraft zu nutzen und sich damit bei der Energieversorgung unabhängiger von Importen zu machen? „Wo es Befürworter gibt wie in Gerbstedt kann man das gern machen. Aber man darf nicht über die Köpfe hinweg entscheiden“, sagt Gehlmann. Bei der Ausweisung von Vorranggebieten sei Mansfeld-Südharz im Nachteil, weil es zwei verschiedenen Planungsregionen angehört. „Egal, wo wir abstimmen - wir verlieren“, meint er. Das sei ein Thema, das auf Landesebene diskutiert werden müsse.
Der Landkreis sei schon jetzt Vorreiter bei der installierten Leistung von Wind- und Solarenergie. „Die Industrie muss zur Energie kommen und nicht umgekehrt!“, sagt Gehlmann. „Wir behalten unsere Energie hier und machen sie günstiger.“ Er fordert die Einrichtung von wirtschaftlichen Sonderzonen in strukturschwachen Landkreisen - mit eigenen Steuern und reduzierter Bürokratie. EU-Recht, das solche Steuervorteile für einzelne Regionen verbietet, müsse geändert werden.
Thema Schulpflicht: Gehlmann ist Vater zweier Schulkinder
Mittelstand und Handwerk müssten gefördert werden - auch mit guter Schulbildung, aus der fähige Lehrlinge hervorgehen. „Wir müssen die Schulausbildung wieder auf gesunde Füße stellen“, sagt Gehlmann. In ihrem Regierungsprogramm für Sachsen-Anhalt unterstellt seine Partei, dass Schulen „immer weniger Bildung vermitteln und immer stärker versuchen, die Kinder politisch zu erziehen oder ihnen fragwürdige Lebensansichten zu vermitteln“.
Was sagt Gehlmann, selbst Vater zweier Schulkinder, zum viel diskutierten Wegfall der Schulpflicht, wie ihn die AfD plant? „Schulpflicht wird durch Bildungspflicht ersetzt“, so Gehlmann. „Wer zu Hause unterrichten will, muss nachweisen, dass er das auch kann.“ Das AfD-Programm sieht dafür halbjährliche zentrale Überprüfungen des Lernfortschritts vor.
Seit 2013 in der AfD, Kreisverband Mansfeld-Südharz mit gegründet
Im Wahlkampf 2026 hat der Riestedter den Eindruck, dass die Leute freier und ungehemmter auf die AfD zukommen, um am Wahlstand ihrem Frust und Unmut Luft zu machen.
Gehlmann selbst ist gleich 2013 in die AfD eingetreten, hat den Kreisverband Mansfeld-Südharz mit gegründet. Bis dahin sei er politisch nicht aktiv gewesen, sagt er. Damals war der Protest gegen die Euro-Rettungspolitik der EU und Deutschlands das Hauptthema der AfD. Seine Motivation, sich in der neuen Partei zu engagieren, sei aber auch von zwei Ereignissen im Jahr 2011 gestärkt worden: dem überhasteten Atomausstieg nach dem Tsunami in Fukushima und der Verabschiedung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
Quelle:
MZ.de>Lokal>Nachrichten>Landtagswahl2026
Von Grit Pommer
03.08.2026, 14:00
Foto:Maik Schumann
Für AfD-Landtagskandidat Andreas Gehlmann ist die Energiewende ein großer Fehler, der zum wirtschaftlichen Niedergang führt. Er tritt im Wahlkreis 31 an.