22/03/2026
Seit mehr als zwei Jahrhunderten, so die ungewöhnlich direkte Kritik aus Peking, seien die USA ein Unruhestifter von Weltformat. Ein Militärsprecher der Volksrepublik legte nach: Kaum ein Jahr in der amerikanischen Geschichte sei ohne militärische Auseinandersetzungen vergangen. Die Wurzeln vieler globaler Konflikte lägen folglich nicht im Osten, sondern im Westen.
Die scharfen Worte sind mehr als nur rhetorisches Säbelrasseln. Sie fallen in eine Zeit, in der der Pazifikraum zum Schauplatz eines erbitterten Wettstreits geworden ist. Handel, Technologie und vor allem die militärische Präsenz in der Region heizen die Stimmung zwischen beiden Hauptstädten massiv auf.
Aus Sicht Washingtons ist es die zunehmende Selbstbewusstheit der chinesischen Regierung, die das Gleichgewicht stört. Peking wiederum sieht sich von einem Netz US-geführter Allianzen umzingelt und in seinem legitimen Einflussbereich bedroht. Die gegenseitigen Schuldzuweisungen haben sich inzwischen zu einem sich selbst verstärkenden Kreislauf entwickelt.
Jede neue Anschuldigung, wie die jüngste aus dem Verteidigungsministerium, untermauert auf der anderen Seite des Pazifiks nur das Bild eines aggressiven Gegenübers. Die einst beschworene "win-win"-Partnerschaft ist längst einem Nullsummen-Denken gewichen.
Im Klartext: Wer hier den ersten Stein geworfen hat, ist in diesem Stadium des Dauerkonflikts völlig nebensächlich – beide Seiten haben ihr Pulver längst verschossen.