19/04/2026
✨Heute war der erste Schultag nach den Ferien.
Und für manche Kinder
war er kein Neubeginn,
sondern ein Absturz.
Und zwar schon gestern Abend,
nicht erst heute Morgen.
Weil der Körper nicht zur Ruhe kommt,
wenn er weiß, was kommt.
Weil Schlaf nicht erholt,
wenn er ausbleibt.
Weil ein neuer Schultag
sich anfühlt wie etwas,
das überlebt werden muss.
Und so saßen wir heute in einem Gespräch.
Die Schule.
Das Jugendamt.
Der Träger der Inklusionshilfe.
Ich.
Und die Mutter.
Eine Mutter mit Tränen in den Augen.
Mit einer Stimme,
die bricht,
obwohl sie stark sein muss.
Sie erklärte,
wie anstrengend Schule für ihr Kind ist.
Nicht,
weil er nicht versteht.
Nicht,
weil er nicht will.
Sondern,
weil sein Nervensystem
in dieser Struktur
keinen Platz findet.
Und während sie spricht,
denke ich:
Wie kann es sein,
dass wir 2026 immer noch
ein Schulsystem haben,
das von Gleichheit spricht,
aber Unterschiedlichkeit nicht trägt?
Ein System,
in dem Lautstärke kein Problem ist,
sondern Alltag.
In dem Reizüberflutung
kein Kriterium ist,
sondern Privatsache.
In dem Übergänge funktionieren müssen,
egal, was sie im Inneren auslösen.
Ein System,
das Leistung misst.
Aber nicht den Preis.
Nicht die schlaflosen Nächte.
Nicht die inneren Kämpfe.
Nicht das Zusammenreißen.
Nicht das Funktionieren
auf Kosten der eigenen Stabilität.
Noten sagen:
„So gut warst du.“
Aber sie sagen nicht:
„Das hat es dich gekostet.“
Und ja,
es gibt engagierte Lehrkräfte.
So viele.
Die sehen.
Die auffangen.
Die kämpfen.
Im Rahmen dessen,
was ihnen möglich ist.
Aber genau das ist das Problem:
Der Rahmen.
Zu groß die Klassen.
Zu starr die Strukturen.
Zu eng die Bewertung.
Zu wenig Raum
für echte Inklusion.
Inklusion bedeutet nicht,
dass Kinder sich anpassen,
bis nichts mehr von ihnen übrig ist.
Inklusion bedeutet,
dass ein System sich bewegt.
Und solange Kinder nach der Schule
zusammenbrechen,
solange Eltern nachts wachliegen,
solange Mütter in Gesprächen sitzen
und erklären müssen,
dass ihr Kind nicht „weniger“ ist,
sondern einfach anders funktioniert,
solange läuft etwas grundlegend falsch.
Vielleicht sollten wir aufhören zu fragen:
„Warum schafft das Kind es nicht?“
Und endlich anfangen zu fragen:
Warum schaffen wir es nicht,
ein System zu bauen,
in dem es Platz hat?💛✨