03/08/2026
Armutszeugnis für die Innenstadtpolitik
EBB/FDP-Fraktion: „Millionen für die Innenstadt – aber drei Jahre Leerstand in Bestlage“
Bereits vor rund drei Jahren hatten sowohl die damalige EBB- als auch die FDP-Ratsfraktion die Entscheidung
der Stadtverwaltung kritisiert, das städtische Ladenlokal an der Kettwiger Straße 36 in unmittelbarer
Nachbarschaft zur Lichtburg nicht weiter zu vermarkten, sondern einer städtischen Nutzung zuzuführen.
Diese Nutzung wurde jedoch nie umgesetzt. Stattdessen stand das Ladenlokal mehr als drei Jahre leer und
wird erst jetzt wieder aktiv vermarktet.
„Unsere Kritik war berechtigt. Drei Jahre Leerstand in einer der besten 1a-Lagen Essens sind völlig
unverständlich“, erklärt Kai Hemsteeg, Fraktionsvorsitzender der EBB/FDP-Fraktion sowie Sprecher für
Stadtentwicklung, Planung und Bauen. „Während die Stadt im Rahmen des Integrierten
Entwicklungskonzepts (IEK) ‚Zukunft.Essen.Innenstadt‘ Millionen Euro in mehr Aufenthaltsqualität,
Grünflächen, Wasserläufe und eine attraktivere Innenstadtgestaltung investieren will und gleichzeitig mit
Förderprogrammen und Subventionen versucht, neuen Einzelhandel und neue Gastronomiebetriebe
anzusiedeln, lässt sie eine ihrer wertvollsten Gewerbeimmobilien in bester Lage drei Jahre lang leer stehen.
Dieser Widerspruch ist nicht nachvollziehbar.“
Die EBB/FDP-Fraktion hält es für nicht akzeptabel, dass die Stadt einerseits sehr viel Geld für die Belebung
der Innenstadt bereitstellt, andererseits aber grundlegende Aufgaben ihres eigenen
Immobilienmanagements vernachlässigt und auf mehrere Hunderttausend Euro an Mieteinnahmen
verzichtet.
Kai Hemsteeg: „Wer private Investoren und Händler überzeugen will, muss selbst mit gutem Beispiel
vorangehen. Daran hat es im Fall der Kettwiger Straße 36 offensichtlich gefehlt.“
Für die EBB/FDP-Fraktion stellen sich deshalb grundlegende Fragen: Was ist in den vergangenen drei Jahren
tatsächlich passiert? Warum wurde das Ladenlokal nicht aktiv vermarktet? Weshalb wurde die angekündigte
Eigennutzung nie umgesetzt? Und warum erfolgt die Vermarktung erst jetzt?
„Die Verwaltung muss jetzt transparent darlegen, warum wertvolle Zeit und erhebliche Mieteinnahmen
verloren gegangen sind und welche Konsequenzen sie daraus zieht. Eine 1a-Lage wie die Kettwiger Straße
gehört in die Hände eines hochwertigen Einzelhandels oder einer attraktiven Gastronomie. Angesichts der
dramatischen Haushaltslage ist ein solcher Umgang mit städtischem Vermögen nicht akzeptabel“, so
Hemsteeg abschließend.