15/05/2026
Ein Gerichtsprozess, der eigentlich den Opfern Sicherheit und Gerechtigkeit geben sollte, hat viele Beteiligte tief erschüttert.
Die folgenden Worte von Matthias Natusch, Vater eines der Opfer, sprechen für sich:
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Es sind inzwischen einige Tage seit der Gerichtsverhandlung vergangen. Die Belastung für unsere Familie wirkt bis heute nach.
Ich bin an diesem Tag nicht als politischer Mensch oder Unternehmer zum Gericht gegangen, sondern als Vater. Gemeinsam mit meiner Frau wollten wir unserem 16-jährigen Sohn den Halt geben, den ein Jugendlicher in einer solchen Situation braucht. Denn wer als Opfer einer schweren Gewalttat und zugleich als Zeuge vor Gericht stehen muss, trägt bereits genug.
Umso erschütternder war das, was sich an diesem Verhandlungstag in Fürstenwalde abgespielt hat.
Statt sich zunächst auf die Tat und die Situation der Opfer zu konzentrieren, wurde über Stunden darüber diskutiert, ob die Öffentlichkeit ausgeschlossen werden soll. Dabei besteht selbstverständlich ein berechtigtes öffentliches Interesse an einem Verfahren, in dem ein Jugendlicher brutal zusammengeschlagen und ins Krankenhaus gebracht wurde.
Besonders belastend war für viele Beteiligte das Auftreten des Angeklagten sowie seines Umfeldes im Gerichtssaal. Mehrere Anwesende empfanden das Verhalten als einschüchternd und provokativ. Nach meinem Kenntnisstand mussten Polizei und Gericht eingreifen, zudem wurden Strafanzeigen wegen Bedrohung aufgenommen.
Gerade junge Zeugen dürfen in einem Gerichtssaal niemals das Gefühl bekommen, Angst haben zu müssen. Ein Rechtsstaat muss Opfer schützen und Zeugen Sicherheit geben. Dafür sind Gerichte da.
Wer in Deutschland lebt, hat unsere Gesetze und unseren Rechtsstaat zu respektieren. Gewalt, Einschüchterung und Respektlosigkeit gegenüber Gericht, Zeugen oder Opfern dürfen niemals toleriert werden. Die Menschen erwarten zu Recht Sicherheit, Ordnung und klare Konsequenzen gegenüber Tätern.
Was mich an diesem Tag besonders nachdenklich gemacht hat, ist die Frage, wie sehr sich inzwischen viele Bürger allein gelassen fühlen. Wenn Opfer und deren Familien den Eindruck gewinnen, dass ständig mehr Rücksicht auf Täter als auf Geschädigte genommen wird, verliert der Staat Vertrauen.
Genau deshalb braucht es endlich wieder eine Politik und eine Justiz, die den Schutz der Bürger kompromisslos in den Mittelpunkt stellen.
— Matthias Natusch, Vater eines der Opfer
Die Entscheidung in dem Verfahren ist auf ungewisse Zeit vertagt.