16/08/2026
HySCALE 100 ist endgültig gescheitert. Wo bleibt der Plan B für die Westküste?
Mit HySCALE sollte an der Raffinerie Heide grüner Wasserstoff im industriellen Maßstab erzeugt werden. Zusammen mit abgeschiedenem CO2 aus der Zementproduktion sollte daraus unter anderem E-Methanol für Industrie und Schifffahrt entstehen. Das Projekt war ein zentraler Baustein der schwarz-grünen Pläne für ein „klimaneutrales Industrieland“.
Nun steht fest: HySCALE wird nicht gebaut. Aus der angekündigten Förderung sind nach Angaben der Landesregierung keine Gelder abgeflossen. Verloren wurden dennoch Jahre Planungssicherheit und Vertrauen in die industriepolitischen Versprechen der Landesregierung.
Das Aus kam nicht über Nacht. Schon 2023 waren Projektumfang, Zusammensetzung des Konsortiums und Förderverfahren ungeklärt. Im November 2023 erklärte die Landesregierung im Landtag, das Projekt werde eingestellt. Was hat Schwarz-Grün seitdem unternommen, um eine tragfähige Alternative zu sichern?
Für uns ist klar: Wasserstoff kann dort gebraucht werden, wo sich industrielle Prozesse nicht sinnvoll direkt elektrifizieren lassen. Dafür braucht es verlässliche Abnehmer, bezahlbaren Strom, die notwendige Infrastruktur, eine gesicherte Finanzierung und überprüfbare Meilensteine.
Ein Klimaziel ersetzt keinen Geschäftsplan.
Wir fordern von der Landesregierung:
eine vollständige und öffentliche Chronologie des Projekts,
einen belastbaren Plan B für Heide, Brunsbüttel und Lägerdorf,
klare Kriterien und Kontrollpunkte für öffentliche Förderzusagen,
ein Konzept, wie Windstrom aus Schleswig-Holstein vor Ort Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze schaffen kann.
Schleswig-Holstein hat Wind, Häfen und industrielle Erfahrung. Dieses Potenzial muss wirtschaftlich genutzt werden – mit realistischen Projekten statt mit dem nächsten Leuchtturm ohne tragfähige Umsetzung.