15/04/2026
Michael Koch ist seit Sommer 2024 Kreisrat der Freien Wähler für unseren Wahlbezirk. Nun besuchte er erstmals unsere Gemeinde, um über seine Erfahrungen als Kreistags-Neuling und die Arbeit im Kreistag zu berichten, Fragen zu beantworten und Anregungen zu sammeln.
Glücklicherweise war Koch schon einmal als Nachrücker Mitglied im Kreistag gewesen, so dass er nicht ganz von hinten beginnen musste. Die Rangordnung bei allen Verteilungen ist nämlich eindeutig: zuerst die Bürgermeister, und bei den anderen zunächst die Erfahrenen und schließlich erst die Neulinge. Unter diesen Umständen in den recht wichtigen Verwaltungsausschuss zu kommen, war für ihn deshalb schon ein Erfolg.
Allerdings ist sowohl die Tätigkeit im Plenum wie die im Ausschuss mit einer Menge Arbeit verbunden. 800 bis 1.000 Seiten Lektüre zur Vorbereitung einer Sitzung sind häufig, nur 250 Seiten geradezu entspannend. Zwar werden den einzelnen Mitgliedern in der Fraktion Schwerpunkte zur Vorbereitung zugewiesen, aber zumindest flüchtig sollte man über alles informiert sein – schließlich wird man ja von den Wählerinnen und Wählern auf alles Mögliche angesprochen.
Nach und nach wurden die vielen Themen vorgestellt, die im Kreistag entschieden werden müssen – auch solche, für die nachgewiesenermaßen überhaupt kein Bedarf besteht wie etwa bei der Ganztagsgrundschulbetreuung in den kreiseigenen Schulen. Das Land fordert aber trotzdem, die – ziemlich kostspielige - Möglichkeit vorzuhalten.
Weil der Bericht des Kreisrats in lockerem Gesprächston erfolgte, war die erste Stunde des Abends wie im Handumdrehen vergangen. Das kommunalpolitische Interesse seiner Zuhörerschaft war jedoch so groß, dass sich noch zwei weitere Stunden Gespräch anschlossen. Viel Kritik gab es an der Schwerfälligkeit von Behörden, aber auch konkrete Fragen wurden gestellt wie etwa nach den Ursachen der im Vergleich zu Nachbarkreisen recht hohen Müllgebühren.
Am Ende waren sich alle einig, dass ein derartiger Abend in angemessenem Abstand unbedingt Fortsetzung finden sollte.